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RESFOOD sorgt für eine nachhaltige und sichere Lebensmittelkette

Die Partner des RESFOOD-Projekts präsentierten vor Kurzem eine Reihe von innovativen Lösungen, die von Biosensoren zur Bakterienerkennung bis hin zu verbesserten Extraktionsverfahren für Nebenprodukte von Lebensmitteln reichen. Diese sollen zu einer höheren Effizienz beitragen und die Wasser-, Energie- und Materialkreisläufe der europäischen Lebensmittelkette schließen.
RESFOOD sorgt für eine nachhaltige und sichere Lebensmittelkette
Unter dem niederländischen Projektkoordinator TNO konnte im RESFOOD-Projekt mit Erfolg eine beeindruckende Auswahl von Lösungen und neuartigen Ansätzen für die Bereiche Ackerbau, Verarbeitung frischer Lebensmittel und Abfallverwertung entwickelt werden. Die Forscher erhoffen sich, den europäischen Lebensmittelsektor mit diesen Ergebnissen in naher Zukunft zu unterstützen. Von hochmodernen Technologien für die mikrobielle Wasseruntersuchung bis hin zur Errichtung zweier Pilotanlagen für frisch geschnittenes Gemüse, die Wasser aufbereiten und wiederverwenden, wurden die marktreifen technologischen Lösungen, Verfahren und Strategien des RESFOOD-Projekts kürzlich auf dessen Abschlusskonferenz in Brüssel vorgestellt.

Ein geschlossener Wasserkreislauf in der Feldwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung

In Europa entfallen Durchschnitt 44 % des Wasserverbrauchs auf die Landwirtschaft. Daher wurden im RESFOOD-Projekt IKT-Lösungen entwickelt, um ihn zu senken. Diese Lösungen wurden in Südspanien getestet, auf der Konferenz vorgestellt und werden laut den Projektforschern ermöglichen, den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft pro Tonne Endprodukt um über 40 % zu senken, ohne die Produktion zu beeinträchtigen. Zudem belegten die RESFOOD-Mitglieder bei Vezet, einem der größten Verarbeitungsbetriebe für frisch geschnittenes Gemüse der Niederlande, dass  – nach einer Aufbereitung durch UF- und UV-Desinfektion – 50 % des Waschwassers wiederverwendet werden können, ohne die Produktqualität zu beeinflussen. Diese Lösung wurde vollmaßstäblich in einer Produktionslinie mit verschiedenen Gemüsearten geprüft.

Wassereffizientes Waschsystem für frisch geschnittene Lebensmittel

Unter den anderen auf der Konferenz vorgestellten Lösungen war ein wassereffizientes Waschsystem für frisch geschnittene Lebensmittel, das vom deutschen Projektpartner Kronen entwickelt wurde. Kronen stützte sich dabei auf die Erforschung von Dekontaminationsstrategien durch das spanische National Centre for Technology and Food Safety. Mit dem Ziel, ein mechanisches Waschsystem zu entwickeln, bei dem die Lebensmittelsicherheit sowie Energie- und Wassereinsparungen im Mittelpunkt stehen, erforschte und entwickelte das Kronen-Team einen Prototyp, der inzwischen bei VEGA MAYOR SL getestet wurde, einem spanischen Verarbeitungsbetrieb für frisch geschnittenes Obst und Gemüse. Das Demonstrationssystem erwies sich als vielversprechend – mit der neuen Maschine wurde der Wasserverbrauch von 1,8 l/kg auf 1,3 l/kg gesenkt. Eric Lefebvre von Kronen wies auf Bereiche hin, die zur Optimierung des Prototyps in Zukunft erforscht werden sollen: „Wir möchten auf dieser Innovation aufbauen, um auch bei kleineren Waschsystemen Energieeinsparungen zu erzielen. Wir möchten den Wasserverbrauch weiter reduzieren, indem wir von der Maschine verbrauchtes Wasser wiederverwenden. Zudem möchten wir Tests mit weiteren Produkte durchführen, etwa mit Baby-Leaf-Salat und Spinat.“

Optische Biosensorikverfahren für schnelle Bakterienüberwachung

Die Lebensmittel- und Wassersicherheit war einer der Schwerpunkte des israelischen RESFOOD-Partners Technion. Bei ihrem Vortrag auf der Konferenz stellte Prof.  Ester Segal von Technion das neue optische Biosensorsystem vor, das eine schnelle Vor-Ort-Erkennung der Bakterienpopulation ermöglicht, die sich im Wasser entwickelt hat. Das Prototypsystem erwies sich in den beiden Pilotprüfungen als robust und leistungsfähig. Die Ergebnisse der zweiten Demonstrationen werden derzeit ausgewertet und analysiert, um die Leistung der Biosensoren weiter zu optimieren. Prof. Segals Team wurde bereits von Vertretern verschiedener Branchen kontaktiert, die an der Anwendung dieser Technologien interessiert sind.

IS-Pro-Kit für die mikrobielle Wasseruntersuchung

Ebenfalls zur bakteriellen Untersuchung des Wassers entwickelte der niederländische RESFOOD-Partner Microbiome das IS-Pro-Kit. Innerhalb der dreijährigen Projektlaufzeit arbeitete das Team ein Verfahren namens IS-Profiling aus, bei dem mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) DNA-Unterschiede festgestellt werden. Auf der Konferenz merkte Martine Bos von Microbiome in ihrem Vortrag an, dass das Team derzeit daran arbeitet, die erforderliche Zertifizierung zu erlangen, um das Kit zusammen mit dem tragbaren Wasserfiltergerät, das ebenfalls im Projekt entwickelt wurde, im Jahr 2016 auf den Markt zu bringen.

Weitere RESFOOD-Lösungen reichen von optimiertem Bewässerungsmanagement und verbesserten Technologien für Wasserwiederverwendung und Nährstoffrückgewinnung bis hin zur umweltfreundlicheren Extraktionsverfahren für wertvolle Stoffe aus Nebenprodukten von Lebensmitteln. Die entwickelten RESFOOD-Lösungen wurden durchweg unter realen Bedingungen geprüft, um ihre potentielle Anwendbarkeit in der europäischen Lebensmittelindustrie zu beurteilen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
RESFOOD-Projektwebsite

Quelle: Gestützt auf Berichterstattung zur RESFOOD-Abschlusskonferenz.

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