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EU Experiment findet tropische Atmosphäre trocken und kühl

Ein von der Europäischen Union unterstütztes Experiment in den Seychellen hat gezeigt, daß die tropische Atmosphäre viel kühler und trockener ist als erwartet.

Durch den Einsatz von zwei Flugzeugen im Geleitflug hat die Mission APE-THESEO die sehr hohen Wolken zwischen dem un...
Ein von der Europäischen Union unterstütztes Experiment in den Seychellen hat gezeigt, daß die tropische Atmosphäre viel kühler und trockener ist als erwartet.

Durch den Einsatz von zwei Flugzeugen im Geleitflug hat die Mission APE-THESEO die sehr hohen Wolken zwischen dem unteren Atmosphärenbereich und der Stratosphäre untersucht. APE (Airborne Platform for Earth Observation) ist die tropische Hauptkomponente von THESEO (Third European Experiment of Stratospheric Ozone), dem größten Ozonforschungsexperiment aller Zeiten.

Zwei europäische Forschungsflugzeuge haben die sich ändernde Zusammensetzung der Luft untersucht, die im Verlauf tropischer Gewitter gewaltsam aufwärts strömt, das Klima der Erde beeinflußt und seinen langen Weg durch die Ozonschicht in der Stratosphäre antritt. Im Verlauf der Mission wurde von einem Falcon 20 des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt ein Laserstrahl zur Untersuchung der Wolkendecke von unten verwendet. Das zweite Flugzeug - eine russische M-55 Geophysica vom Myasischev Design Bureau - das in Höhen fliegen kann, die ein Zweifaches der Flughöhe bei kommerziellen Linienflugzeugen betragen, führte innerhalb der Wolken Messungen durch.

Die Ausrüstung des Falcon war in der Lage, rapide Informationen über die Wolkenposition zu ermitteln und an die Geophysica weiterzugeben, so daß die beiden Flugzeuge in sehr dünnen Wolkenschichten kombinierte Messungen durchführen konnten, die äußerst hoch und dünn und wohl vom Lasergerät, nicht aber vom Menschenauge oder Satelliten wahrgenommen werden können.

Einige der untersuchten Wolkenschichten waren nur 100 m dick und befanden sich in einer Höhe von 17 km über der Erdoberfläche. Sie enthielten weniger als Tausendstel des Wassers in der Wolkenschicht, die sich näher am Boden befindet, was sie zu einer der dünnsten großflächigen Wolkenschichten der Erde macht.

Die erste von diesen Flügen gelieferte Überraschung war die äußerst niedrige Temperatur der Tropopause. In zwei Flügen wurden Tropopausentemperaturen unterhalb -89 Grad Celsius aufgezeichnet, d.h. 10 Grad kälter als der regionale Durchschnitt und beträchtliche 120 Grad kälter als die Oberfläche. Die Wolken befanden sich in einer dünnen Schicht am Temperaturminimum.

Frühe Anzeichen von APE-THESEO weisen darauf hin, daß Gewitter im Indischen Ozean nicht ohne weiteres die Bildung dieser hohen Wolken erklären können, außer vielleicht dadurch, daß die Luft oberhalb der Stürme nach oben gedrängt und auf diese Weise abgekühlt wird, was ganz ähnlich zur Wolkenbildung führt wie bei Wolken über hohen Bergen.

Alternativ könnte es sich bei den Wolken um alte Überreste von Wolken handeln, die sich Tausende von Kilometern weit weg gebildet haben, wie der Koordinator von APE-THESEO, Dr Leopoldo Stefanutti vom Consiglio Nazionale delle ricerche in Florenz, erläuterte.

"Wir rechneten damit, eine ziemlich warme Tropopause und hohe Wasserdampfwerte zu finden. Stattdessen fanden wir einige sehr kalte, trockene Schichten an der Tropopause. Vielleicht sind das lokale Ereignisse oder es handelt sich um die Auswirkungen von Trocknungsprozessen Tausende von Kilometern östlich der Seychellen. In beiden Fällen verfügen wir über einen wertvollen Datensatz für das Studium der Zusammenhänge zwischen Klima und Ozonschicht", sagte er.

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