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GALILEO bringt Europa eine neue Generation von Satelliten-Navigationsdiensten

Für die Einrichtung einer neuen Generation von Satelliten-Navigationsdiensten in Europa sind nach Angaben der Europäischen Kommission Kapitalinvestitionen in Höhe von 2,2 bis 2,95 Mrd. Euro notwendig.

Der Rat der Europäischen Union hat den Bericht über die Präsentation einer ...
Für die Einrichtung einer neuen Generation von Satelliten-Navigationsdiensten in Europa sind nach Angaben der Europäischen Kommission Kapitalinvestitionen in Höhe von 2,2 bis 2,95 Mrd. Euro notwendig.

Der Rat der Europäischen Union hat den Bericht über die Präsentation einer Kommunikation der Kommission mit dem Titel "GALILEO - Einbeziehung von Europa in eine neue Generation von Satelliten-Navigationsdiensten" zur Kenntnis genommen, der am 5. März 1999 an den Rat weitergeleitet wurde.

1994 verabschiedete der Rat einen Beschluß über den europäischen Beitrag zur Entwicklung eines globalen Satelliten-Navigationssystems (GNSS). Die Kommunikation der Kommission mit dem Titel "Wege zu einem transeuropäischen Positions- und Navigationsnetz einschließlich einer europäischen Strategie für globale Satelliten-Navigationssysteme (GNSS)", die dem Rat im vorigen März zugeleitet wurde, beschreibt eine Strategie, deren erster Schritt ein "Dreierabkommen zwischen der Gemeinschaft, ESA (der Europäischen Raumagentur) und Eurocontrol von GNSS" ist. Dieses Dreierabkommen wurde vorigen Juni unterzeichnet.

Bei der Satellitennavigation kommen Daten zur Verwendung, die von Raumfahrzeugen in einer Erdumlaufbahn übertragen werden und die Bestimmung der Position von Flugzeugen, Schiffen, LKWs usw. auf einige Meter genau ermöglichen, Dazu kommen viele andere Anwendungsmöglichkeiten. In der näheren Zukunft wird die Satellitennavigation zum Alltag gehören, z.B.:

- Verbesserung der Effizienz öffentlicher Verkehrsmittel und der Rettungsdienste, wie z.B. Krankenwagen, Polizei und Feuerwehr;
- Anwendung in allen Bereichen des Flugverkehrs zur Verbesserung der Sicherheit und der Flugdienste;
- Navigation von Küsten- und Hochseeschiffen;
- Exploration neuer Öl- und Gasvorkommen;
- Hochgenaue Verteilung von Düngemitteln durch Verwendung von Satelliten-Beobachtungssystemen.

Gegenwärtig sind zwei Navigationssysteme auf Satellitenbasis im Einsatz: Das Globale Positionssystem (GPS) der USA und das russische globale Navigationssatelliten-System (GLONASS). Bei beiden handelt es sich um Netze für militärische Zwecke, jeweils mit 24 Satelliten im Einsatz.

Eine europäische Beteiligung an der Satellitennavigation verfolgt zwei Ziele:

- Verbesserung von Diensten auf GPS- und GLONASS-Basis;
- Gewährleistung, daß auch Europa eine Rolle bei der Entwicklung der nächsten Generation von Systemen und Diensten spielt.

Das europäische Programm ist ein multimodales, multisektorales Programm; die sich dabei ergebenden Navigations- und Positionsbestimmungs-Leistungen stehen allen potentiellen Benutzern zur Verfügung, insbesondere dem Luft-, See- und Landverkehr.

Die Entwicklung von GNSS soll in zwei Phasen ablaufen. Bei der ersten handelt es sich um eine Übergangsphase, bei der auf den bestehenden GPS- und GLONASS-Systemen aufgebaut wird. Diese als GNSS-1 bekannte Phase soll die zur Zeit der Öffentlichkeit zugänglichen GPS-GLONASS-Signale verbessern und die Genauigkeit und Integrität steigern. Bei dieser Erweiterung handelt es sich um ein sog. "Overlay", und das europäische Programm führt die Bezeichnung European Geostationary Navigation Overlay Service (EGNOS).

Bei der zweiten Phase - GNSS-2, jetzt GALILEO genannt - handelt es sich um ein Satellitennavigationssystem der zweiten Generation mit Satelliten, Benutzer- und Bodenausrüstungen. Dieses Projekt, das die Gemeinschaft von den USA- und den russischen Systemen unabhängig machen würde, würde einen Beitrag zur Realisierung eines transeuropäischen Positions- und Navigationsnetzes leisten. Es soll die Entwicklung nachhaltiger und sicherer Mobilität für Personen und Güter gewährleisten , eines der Hauptziele der gemeinschaftlichen Verkehrspolitik, Diese Strategie dient auch der Unterstützung anderer gemeinschaftlicher Politiken, wie z.B. für Beschäftigung, Industrie, Umwelt, Kohäsion und Kooperation und Entwicklung.

Die vollständige Realisierung des GALILEO-Programms ist für den Zeitraum 2000-2008 zu erwarten. Die Kommission rechnet mit einem erforderlichen Investitionsaufwand von 2,2 bis 2,95 Mrd. Euro mit Deckung aus Mitteln einer Partnerschaft der öffentlichen Hand und privater Unternehmen.

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