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Experten schlagen Erneuerung von EUREKA vor

Nach Angaben des strategischen Überprüfungsgremiums, das auf der EUREKA-Ministerkonferenz im letzten Sommer damit beauftragt wurde, eine eingehende Analyse von EUREKA zu erbringen, könnte EUREKA neu lanciert werden, um ein breites Spektrum von Innovationspolitiken zu behandeln...
Nach Angaben des strategischen Überprüfungsgremiums, das auf der EUREKA-Ministerkonferenz im letzten Sommer damit beauftragt wurde, eine eingehende Analyse von EUREKA zu erbringen, könnte EUREKA neu lanciert werden, um ein breites Spektrum von Innovationspolitiken zu behandeln.

Professor Luke Georghiou, Vorsitzender des Gremiums, gab an, daß ein erneuertes EUREKA eine wesentliche Lücke in der Unterstützung, die europäische Regierungen ihren innovativen Unternehmen anbieten, schließen könnte.

Das Gremium verbrachte sechs Monate mit der Befragung ausschlaggebender Personen aus 25 EUREKA-Mitgliedsländern und der Europäischen Kommission, einschließlich Interviews mit 30 Industrialisten aus vielen der EUREKA-Mitgliedsländer. Darüber hinaus betrachtete es die Durchführung von Empfehlungen in früheren Bewertungen von EUREKA und benutzte umfangreiche statistische Informationen, um die Leistung von EUREKA im Einzelnen zu analysieren.

Der Schlußbericht beschreibt vier Szenarios, die nach den vier Jahreszeiten benannt sind:

- HERBST - "Geschäft wie gewöhnlich" - wobei die strategische Überprüfung so wenig Einfluß auf die Richtung von EUREKA haben würde wie frühere Bewertungen;
- WINTER - Beendigung - wobei EUREKA durch eine aktive Entscheidung beendet wird;
- FRÜHLING - Neulancierung und Neubelebung, die von drei Voraussetzungen abhängen würden:
- - dem Verständnis, daß EUREKA ein wertvoller Besitz ist;
- - der Erkenntnis, daß dringend Maßnahmen getroffen werden müssen, wenn die rückläufige Entwicklung rückgängig gemacht werden soll;
- - der Übersetzung der kollektiven guten Absichten der Mitgliedstaaten in klare Aktionsprogramme;
- SOMMER - Neuausrichtung von FuE auf Innovationsunterstützung und Koordinierung der Innovationspolitiken - wobei dies von den gleichen Voraussetzungen abhängen würde wie das FRÜHLINGS-Szenario mit dem zusätzlichen Wunsch, den Umfang von EUREKA zu erweitern, so daß es unter seinen Mitgliedern ein breiteres Spektrum von Innovationspolitiken koordinieren kann.

Das Gremium erklärte, daß es zwar nicht für die Wahl des zu verfolgenden Szenarios zuständig sei, aber abschließend auf die folgenden Beobachtungen hinweise:

- Der EUREKA-Mechanismus mit seiner Flexibilität und seinem Mangel an Bürokratie entspricht stark den Erfordernissen der Industrie in Europa. Der Wert der Initiative wurde allerdings durch ein rückläufiges politisches und finanzielles Engagement auf Seiten von Regierungen untergraben. Die Daten führten das Gremium eindeutig zu der Schlußfolgerung, daß der Rückgang endgültig sein wird, wenn nicht unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden.
- EUREKA ist ein viel zu wertvoller Besitz, als daß er durch Vernachlässigung verloren gehen darf. Trotz der identifizierten Probleme ist der Wert des in den Netzen verkörperten Goodwills und das damit verbundene stillschweigende Wissen enorm. Es ist äußerst unwahrscheinlich, daß ein Programm dieser Größenordnung von Grund auf neu angefangen werden könnte, ohne untragbare Kosten und Verzögerungen entstehen zu lassen;
- Es wurden zu viele Anstrengungen unternommen, um zu versuchen, das Rahmenprogramm als eine Finanzierungsquelle für die derzeitigen EUREKA-Tätigkeiten zu erweitern. Synergie ist, nach Definition des Gremiums, eine "Zweibahnstraße", und das Gremium glaubt, daß EUREKA sie am besten dadurch fördert, daß es Initiativen produziert, die der Gemeinschaft die effektivste Route zum Erreichen ihrer eigenen Ziele anbieten. In den Innovationspolitik-Szenarios des Gremiums wird eine viel breiter gefaßte Schnittstelle mit EUREKA-Tätigkeiten vorgesehen.
- Anstatt die Situation von EUREKA als ein Problem zu betrachten, sollte man sie lieber als eine einzigartige Möglichkeit für die Einführung einer neuen Partnerschaft zwischen Industrie und Regierungen in Europa sehen. Diese wird auf die demonstrierten Erfolge von EUREKA aufbauen, indem sie überall dort einen koordinierten Ansatz zur Innovationspolitik anbietet, wo das Potential zur Schaffung eines günstigeren Umfelds für Innovationen besteht.
- Wenn politische Entscheidungsträger sich entschließen, sich dieser Herausforderung zu stellen, wird die Aussicht auf eine neue Hannover-Erklärung unter erneuter, aktuell ausgeführter Angabe der Ziele von EUREKA ein eindeutiges Signal für das kollektive Engagement europäischer Regierungen für Innovation setzen. Diese Erklärung wird umso stärker sein, da sie die jetzige, viel größere Mitgliedschaft einbezieht;
- Das Gremium hat eine Analyse vorgelegt und glaubt, daß es eine Reihe von Möglichkeiten gibt, um eine positive Zukunft für EUREKA und seine Mitglieder in der europäischen Industrie sicherzustellen. Die Zeit zum Ergreifen dieser Möglichkeiten ist aber begrenzt und es muß dringend gehandelt werden.

Die Europäische Kommission, Generaldirektion XII, vertrat den offiziellen Standpunkt, daß das EUREKA-Sekretariat warten sollte, bis hochrangige Vertreter oder sogar Minister den Expertenbericht besprochen haben, bevor es die Schlußfolgerungen der Öffentlichkeit mitteilt.

Auf der nächsten EUREKA-Ministerkonferenz am 29. Juni 1999 in Istanbul werden Minister über die von EUREKA einzuschlagende Richtung entscheiden. Ihre Entscheidung werden sie dabei auf die Kommentare und Vorschläge der Industrie in Reaktion auf den Bericht des Gremiums stützen.

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