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Kommission genehmigt deutsche Pläne zur Entsorgung von radioaktivem Abfall

Nach Meinung der Europäischen Kommission stellen die deutschen Pläne zur Beseitigung von radioaktivem Abfall an drei Standorten keine Gefahr für andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union dar und werden dort voraussichtlich weder für die Gesundheit noch für Wasser, Boden od...
Nach Meinung der Europäischen Kommission stellen die deutschen Pläne zur Beseitigung von radioaktivem Abfall an drei Standorten keine Gefahr für andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union dar und werden dort voraussichtlich weder für die Gesundheit noch für Wasser, Boden oder Luft zu einer wesentlichen radioaktiven Belastung zu führen.
Die Europäische Kommission hat im September 1998 von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland Informationen über ihre Pläne zur Beseitigung von radioaktivem Abfall erhalten. Dieser radioaktive Abfall stammt aus:
- dem Abbruch des Kernkraftwerkes Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern,
- dem Abbruch des Kernkraftwerkes Rheinsberg im Land Brandenburg;
- dem Betrieb des Zwischenlagers Nord ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Kommission hat sich auf Grundlage dieser Daten, der nachfolgend von der deutschen Regierung abgegebenen Erklärung und der anschließenden Beratung mit der Expertengruppe ihre Meinung gebildet.
Die Entfernung zwischen dem Kraftwerk in Mecklenburg-Vorpommern und der nächstgelegenen Landesgrenze beträgt 45 km, die nächstgelegenen Gebiete von Mitgliedstaaten sind etwa 120 km (Dänemark) und 135 km (Schweden) entfernt. Außerdem beträgt die Entfernung zwischen dem Kraftwerk im Land Brandenburg und der nächstgelegenen Landesgrenze 80 km, und die nächsten Gebiete von Mitgliedstaaten sind etwa 180 km (Dänemark) und 250 km (Schweden) entfernt.
Unter normalen Betriebsbedingungen führt die Beseitigung von flüssigen und gasförmigen radioaktiven Abfällen nicht dazu, daß die Bevölkerung in anderen Mitgliedstaaten einer wesentlichen gesundheitlichen Belastung ausgesetzt ist.
Der aus der Beseitigung und dem Abbruch des Kernkraftwerkes Greifswald und des Kernkraftwerkes Rheinsberg stammende radioaktive Abfall wird an zugelassenen Standorten in Deutschland gelagert oder entsorgt. Nichtradioaktiver fester Abfall oder Rückstände werden unter behördlicher Aufsicht und unter Einhaltung der Entsorgungsgrenzwerte zur Entsorgung als gewöhnlicher Abfall oder zur Wiederverwendung bzw. zum Recycling freigegeben.
Abfälle mit geringer oder mittlerer Radioaktivität, die im Zwischenlager Nord in Mecklenburg-Vorpommern behandelt werden, werden am Standort gelagert.
Im Falle einer ungewollten Freisetzung radioaktiven Abfalls, beispielsweise aufgrund eines Unfalls der Art und Größe wie in den allgemeinen Daten angegeben, wäre die Dosis, der die Bevölkerung in anderen Mitgliedstaaten voraussichtlich ausgesetzt sein würde, aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich.
Abschließend ist die Kommission der Ansicht, daß die Durchführung der Pläne zur Entsorgung radioaktiver Abfälle aus den drei oben genannten Anlagen sowohl bei normalem Ablauf als auch im Falle eines Unfalls der Art und Größe wie in den allgemeinen Daten angegeben, voraussichtlich weder für die Gesundheit noch für Wasser, Boden oder Luft in einem anderen Mitgliedstaat zu einer wesentlichen radioaktiven Belastung führen wird.

Fachgebiete

Radioaktive Abfälle
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