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Speed Bike verbessert die Umweltbedingungen in der Stadt

Was kann man tun, wenn Luftverschmutzung und Lärm im Citybereich zu einem bedeutenden Problem werden?
Eine Lösung besteht darin, die Bürger mit sogenannten Speed Bikes - elektromuskulären Fahrzeugen - auszurüsten, die sich dank menschlicher Muskelkraft fortbewegen. Die Idee wu...
Was kann man tun, wenn Luftverschmutzung und Lärm im Citybereich zu einem bedeutenden Problem werden?
Eine Lösung besteht darin, die Bürger mit sogenannten Speed Bikes - elektromuskulären Fahrzeugen - auszurüsten, die sich dank menschlicher Muskelkraft fortbewegen. Die Idee wurde in Modena, Italien, entwickelt und ist heute bereits auf halbem Wege, ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt zur Erstellung leistungsfähiger und weniger umweltbelastender Energiesysteme zu werden.
Das Speed Bike-Projekt wurde im Januar 1998 gestartet. Falls alles planmäßig verläuft, wird die Stadt Modena eine Werbekampagne erarbeiten, um mehr Personen zur Nutzung elektromuskulärer Fahrzeuge zu ermuntern. Auf diese Weise soll das Ausmaß der Umweltverschmutzung in den Zentren kleiner und mittlerer Städte reduziert werden. Die Kampagne wird auf ein breites Publikum außerhalb Italiens abzielen.
Die Idee eines Speed Bike wurde teilweise von den Einwohnern der Stadt Modena entwickelt, jedoch auch von der Berufshochschule Ipsia Ferrari, die sich auf das Design und die Umsetzung elektromuskulärer Fahrzeuge spezialisiert hat.
Die Stadt Modena entwickelt eine Strategie, durch die die Mobilität und der Verkehr in den Städten so reorganisiert werden soll, daß alle Einwohner das Recht auf Mobilität in Anspruch nehmen können. Auch sollen die Sicherheit erhöht und der Grad der Umweltverschmutzung verringert werden. Das Ergebnis ist, daß einige Bereiche der Stadt für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, mit Ausnahme von Motorrollern, nicht mehr zugänglich sind.
Dies scheint eine gute Idee zu sein. Jedoch hat sich die Anzahl der Motorroller während der vergangenen paar Jahre vervielfacht und es hat sich herausgestellt, daß auch sie zu Lärm und Luftverschmutzung beitragen sowie eine Gefahrenquelle im Straßenverkehr darstellen. Somit bestand der Bedarf zur Kontrolle umweltbelastender und gefährlicher Verkehrsmittel noch immer.
Mit Unterstützung von Progetto Europa, einem Büro für europäische Angelegenheiten und internationale Beziehungen, hat das Speed Bike-Projekt langsam Form angenommen. Die Idee, der Europäischen Kommission das Speed Bike-Projekt vorzuschlagen, entstammte aus Diskussionen zwischen Progetto Europa und der Abteilung für Verkehr, Straßen und Transport. Durch diesen Projektvorschlag sollten neben den von der Lokalbehörde bereits für das Projekt zur Verfügung gestellten Mittel weitere Finanzressourcen ausfindig gemacht werden.
Der Projektvorschlag wurde als Reaktion auf eine Ausschreibung im Rahmen des SAVE II-Programms der Europäischen Kommission, Generaldirektion XVII, eingereicht. Mit diesem Programm sollen in ganz Europa effizientere und für die Umwelt weniger belastende Energiesysteme geprüft und verbreitet werden.
Der Erfolg der Speed Bike-Projekte ist auf die Zusammenarbeit zwischen der Abteilung für Verkehr, Straßen und Transport und Progetto Europa zurückzuführen. Während die Abteilung das spezifische "Know-how" für das Projekt beisteuerte, hat Progetto Europa die erforderlichen Unterlagen bezüglich des SAVE II-Programms gesammelt.
Vor der Einreichung des Vorschlages hat Progetto Europa sowohl die italienische Agentur für Energie und Umwelt (ENEA) als auch die GD XVII um Rat bezüglich der Zulässigkeit des Projekts gebeten.
Was ist denn nun eigentlich genau das Speed Bike und wie funktioniert es? Sämtliche Fahrzeuge verfügen über einen traditionellen mechanischen Teil, wie Räder, Rahmen, Pedale und Lenker. Darüber hinaus ist ein elektrischer Teil an die Komponenten angeschlossen, die die Bewegung übertragen. Die elektrische Maschine, die eine Leistung von etwa 250 Watt hat, startet automatisch und allmählich, sobald das Fahrzeug sich zu bewegen beginnt und eine Minimalgeschwindigkeit von 7 bis 8 km/h erreicht hat.
Batterien spielen eine Schlüsselrolle, denn sie gewährleisten die Speicherung der erforderlichen elektrischen Energie. Auf jedem Fahrzeug befindet sich ein Satz Batterien zur Sicherstellung der Leistung und der Bewegungsfreiheit. Die in den ersten Monaten des Projekts beobachteten Leistungen zeigten, daß die Leistung 10 bis 30 km beträgt. Es ist wichtig zu wissen, daß gemäß italienischem Recht elektromuskuläre Fahrzeuge nicht schneller als 25 km/h fahren dürfen.
Nach der Auswahl der Fahrzeugart veröffentlichte die Stadt Modena einen Aufruf für mögliche Nutzer. 202 Personen antworteten, wobei der jüngste 18 und der älteste 80 Jahre alt war. Die Auswahl der Nutzer erfolgte im September 1998. Die Stadt Modena muß jetzt noch sieben Monate abwarten, bevor die Bewertung des Speed Bike-Projekts beginnt. Auf jeden Fall war der erzielte Fortschritt ermutigend und hat gezeigt, daß die Idee, im Stadtzentrum Motorroller und andere Fahrzeuge durch elektromuskuläre Fahrzeuge zu ersetzen, möglich und durchsetzbar ist.

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Länder

  • Italien

Fachgebiete

Energieeinsparung - Verkehr
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