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Tips aus Newcastle für den öffentlichen Personenverkehr

Im Rahmen eines Forschungsprojekts mit einem Budget von 400.000 Euro soll die Qualität im öffentlichen Personenverkehr in Europa verbessert werden, indem die Verkehrsunternehmen dazu aufgefordert werden, die besten Praktiken miteinander auszutauschen und auf Verbesserungsmögli...
Im Rahmen eines Forschungsprojekts mit einem Budget von 400.000 Euro soll die Qualität im öffentlichen Personenverkehr in Europa verbessert werden, indem die Verkehrsunternehmen dazu aufgefordert werden, die besten Praktiken miteinander auszutauschen und auf Verbesserungsmöglichkeiten hinzuweisen.
Das Projekt wird von der Universität Newcastle in Großbritannien geleitet; ermittelt werden sollen Beispiele für gutes Zeitmanagement, Kundenbetreuung, Verfügbarkeit und sonstige von Betreiber zu Betreiber unterschiedliche Faktoren. Das für 18 Monate ausgelegte EQUIP-Projekt (Extending the Quality of Public Transport) wird von der Europäischen Kommission gefördert. Ziel ist die Zusammenstellung von Informationen, die überwiegend von den Betreibern zur Verfügung gestellt werden. Auf der Grundlage dieser Informationen soll dann eine Datenbank sowie ein Handbuch zur Selbsteinschätzung zwecks Qualitätsbewertung erstellt werden.
Das Team aus Newcastle arbeitet momentan mit lokalen Behörden, Betreibern öffentlicher Verkehrsmittel und Universitäten in Österreich, Finnland, Holland, Italien, Irland und dem Vereinigten Königreich zusammen. Man geht davon aus, daß die Ergebnisse für die Regierungen von beträchtlichem Interesse sein werden.
Das EQUIP-Projekt läuft parallel zum Programm Netzwerk der Bürger der Europäischen Union, das einen integrierten Ansatz für den öffentlichen Personenverkehr favorisiert und auf eine Unterstützung des öffentlichen Personenverkehrs ausgerichtet ist durch Förderung von:
- wirtschaftlicher Entwicklung und Beschäftigung,
- Eindämmung von Verkehrsstaus, Umweltverschmutzung und Lärmbelastung,
- Abbau von sozialer Ausgrenzung,
- Verbesserung der Lebensqualität.
Mit diesen neuen Initiativen wird anerkannt, daß der Bau neuer Straßen keine Lösung für verstopfte Innenstädte ist, weil dadurch nur noch mehr Menschen mit dem Auto fahren.
In den nächsten 18 Monaten wird das EQUIP-Konsortium an die Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel in ganz Europa herantreten und sie um ihre Teilnahme an der Studie durch Bereitstellung von Informationen über ihr Unternehmen bitten, die von Leistungsindikatoren bis hin zu Personalstrukturen reichen. Die Informationsquellen werden - in vielen Fällen aus kommerziellen Gründen - vertraulich behandelt, und für alle befragten Partnerorganisationen werden eine Datenbank und ein Handbuch zur Selbsteinschätzung zwecks Qualitätsbewertung erstellt, um auf diese Weise einen neuen Geist der Zusammenarbeit auf europäischer Ebene zu entwickeln.
Dr. Jessica Anderson vom EQUIP-Team der Universität Newcastle upon Tyne meinte dazu: "In Europa gibt es beim öffentlichen Personenverkehr enorme Unterschiede im Hinblick auf Service, Organisation und Leistung. In einigen Städten ist der öffentliche Personenverkehr streng reguliert und in anderen Städten vollkommen dereguliert. Unsere Aufgabe ist die Ausarbeitung von Bezugsgrößen, auf deren Grundlage Vergleiche angestellt werden können. Dadurch können die Betreiber erkennen, wie sie sich noch verbessern können, und sie erhalten einen Anreiz zum Handeln. Gute Leistungen werden anerkannt und honoriert, was zu einer kontinuierlichen Verbesserung sowohl auf lokaler als auch auf europäischer Ebene führt.
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