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Kommission will Minderheitensprachen fördern und schützen

Zur Unterstützung von Bevölkerungsgruppen innerhalb der Europäischen Union, die Minderheitensprachen sprechen, hat die Europäische Kommission die Unterstützung von Maßnahmen zur Förderung und zum Schutz von Regional- oder Minderheitensprachen angekündigt. Diese Mitteilung enthält einen Aufruf zur Vorschlagseinreichung für Aktionen, wie z.B. wissenschaftliche oder vergleichende Studien und die Erstellung von Datenbanken und Internetsites.
In verschiedenen Teilen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union leben Bevölkerungsgruppen, die eine andere Sprache als die Mehrheit der Bevölkerung des Landes sprechen. Die Zahl der Bürger der Union, die neben der Amtssprache ihres Landes gewöhnlich noch eine Regional- oder Minderheitensprache gebrauchen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde, wird auf fast 40 Millionen geschätzt.
Beispiele für solche Sprachen, von denen es innerhalb der Union mehr als 50 gibt, sind Baskisch, Korsisch, Friaulisch, Friesisch, Walisisch und Saami. Die Kommission betrachtet diese Sprachen als ein äußerst reiches und vielfältiges Mosaik, das daher geachtet und erhalten werden sollte.
Die Kommission prüft zur Zeit die Durchführbarkeit eines mehrjährigen Aktionsprogramms im Bereich der Regional- und/oder Minderheitensprachen. Um feste und kohärente Vorschläge auszuarbeiten, die den Erwartungen der Bürger Europas nachkommen, sind jedoch Vorbereitungsarbeiten zur Gestaltung, Umsetzung und Überwachung der Aktionen im Rahmen des vorgeschlagenen Programms erforderlich.
Allgemeines Ziel dieser Gemeinschaftsaktion ist, einen Beitrag zum "Europa des Wissens" zu leisten, indem durch Wissen, Fertigkeiten und Informationsaustausch die Ermächtigung der Bürger gefördert wird.
Die Gemeinschaft wird diese Aktion teilweise finanzieren, indem sie andere Finanzquellen wie z.B. die Eigenfinanzierung oder regionale und staatliche Finanzierung ergänzt. Im Haushaltsjahr 1999 gilt der 25. Juni 1999 als Frist für Bewerbungen für Projekte, die nach dem 15. November 1999 beginnen.
Ziel dieses Aufrufs zur Vorschlagseinreichung ist die Vorbereitung einer möglichen Gemeinschaftsaktion zur Förderung und zum Schutz von Regional- und/oder Minderheitensprachen.
Zwei Hauptaktionslinien sind vorgesehen:
- Bildung
- Verbreitung.
In der Bildungs-Aktionslinie haben Projekte Vorrang, die neuartige ICT (Informations- und Kommunikationstechniken) und Multimedia-Bildungssoftware einsetzen und insbesondere Selbststudium sowie offenen Unterrichts und Fernlehre fördern.
Die Verbreitungs-Aktionslinie ist zweigeteilt: Entwicklung von Netzen auf europäischer Ebene und Erfahrungsaustausch.
Die Gemeinschaft finanziert Maßnahmen, die zur Verwirklichung der o.g. Ziele beitragen. Solche Tätigkeiten sind beispielsweise:
- Pilotprojekte
- wissenschaftliche und vergleichende Studien
- Inventare der guten Arbeitspraktiken
- Inventare des vorhandenen Materials
- Seminare und Konferenzen
- Austausch zwischen den Beteiligten
- Einrichtung oder Weiterentwicklung von Datenbanken oder Internetsites
- Vorbereitung der Implementierung von Netzen.
Die Kommission hat diesem Aufruf 2.250.000 Euro zugeteilt, mit denen 75 bis 90 Projekte unterstützt werden sollen.
Bewerbungsformulare erhalten Sie bei der nachfolgenden Adresse oder auf folgender Website:
URL: http://europa.eu.int/en/comm/dg22/langmin.html
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