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Ein Leben mit Demenz und dem Gefühl, allein und isoliert zu sein? MARIO, der Roboter, kann helfen

Begleitroboter werden dank eines von der EU unterstützten Projekts das Leben von Menschen, die an Demenz leiden, verbessern und ihre Pflegekräfte unterstützen.
Ein Leben mit Demenz und dem Gefühl, allein und isoliert zu sein? MARIO, der Roboter, kann helfen
Demenz ist eine der Hauptursachen von Behinderungen und Abhängigkeiten von älteren Menschen; rund 50 Millionen Menschen weltweit leiden daran, und laut einem Informationsblatt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es jedes Jahr fast zehn Millionen neue Fälle. Alzheimer ist mit 60 % bis 80 % aller Fälle die häufigste Form der Demenz.

Demenz hat physische, psychologische, soziale und umweltbezogene Auswirkungen auf das Leben der Menschen, die damit leben, ihre Familien und Pflegekräfte sowie auf die Gesellschaft. Sie kann zu Einsamkeit und Isolation führen. Um diese Probleme anzugehen, haben Forscher des von der EU finanzierten MARIO-Projekts an drei Standorten in Irland, Italien und Großbritannien über 12 Monate hinweg Pilottests eines Begleitroboters namens „MARIO Kompaï“ durchgeführt. Ihre Tests ergaben, dass solche Hilfsroboter einen positiven Einfluss auf ältere Menschen haben, die unter Demenz leiden.

In einer Pressemitteilung der NUI Galway, unter deren Leitung die Forschung erfolgte, wird Projektkoordinatorin Prof. Dympna Casey von der School of Nursing and Midwifery zitiert: „Menschliche Begleitung ist die beste Möglichkeit, die soziale Gesundheit zu fördern, doch es ist leider Realität, dass unsere Versorgungsdienste nicht genügend Ressourcen haben, um diese Dienste zur Verfügung zu stellen.“ Und sie fügt hinzu: „Daher haben wir MARIO entwickelt, der für Menschen da sein soll, die mit Demenz leben.“

Benutzerorientiertes Design

Der Begleitroboter wurde von einem Konsortium aus Experten aus dem Gesundheitssektor, aus der Robotikindustrie und Demenzgruppen entwickelt. Eine wichtige Funktion des Roboters ist sein benutzerorientiertes Design, in das Feedback von Demenzpatienten aus den Pilottests eingearbeitet wurde.

Das dreijährige MARIO-Projekt, das im Februar 2015 gestartet wurde, kombinierte Fachwissen aus den Bereichen der Robotertechnik, semantischen Datenanalyse, künstlichen Intelligenz, Sprach- und interaktiven Touchscreen-Technologie sowie Gesundheitswesen und Pflege. In den Pilotstudien, die Anfang des Jahres endeten, interagierte der Roboter mit älteren Menschen mit Demenz und mit deren Pflegekräften. Er ermöglichte es Demenzpatienten, auf Zeitungen zuzugreifen, ihre Lieblingsmusik zu hören, Erinnerungen an bevorstehende Termine zu erhalten und mit ihren Freunden und Familien in Verbindung zu treten.

Anerkennung der EU

Vor dem Hintergrund der alternden Bevölkerung und der Tatsache, dass noch immer unklar ist, wie effektiv Präventionsstrategien sind, ist laut WHO zu erwarten, dass die Anzahl der Menschen, die an Demenz leiden, im Jahr 2030 auf 82 Millionen und im Jahr 2050 auf 152 Millionen steigen wird. Darum sind Lösungen wie MARIO sehr wichtig, wenn es darum geht, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern.

Das Projekt MARIO (Managing active and healthy aging with use of caring service robots) wurde eingerichtet, um eine interaktive und ausbaufähige Plattform für Hilfsrobotertechnik bereitzustellen, die das gesunde Altern unterstützen soll. Neben den Bedürfnissen von Menschen mit Demenz und ihren Pflegern konzentrierte sich das Projekt auf die Unterstützung von Pflegekräften und Ärzten durch umfassende geriatrische Bewertungen.

Dank seines Erfolgs wurde das MARIO-Projekt vor Kurzem in einer Studie der Europäischen Kommission hervorgehoben, in der die Auswirkungen von EU-finanzierter Forschung und Innovationen im Bereich Technologie für aktives und gesundes Altern analysiert wurden. Laut der Studie zählte es zu den 25 einflussreichsten Projekten in Europa in den vergangenen elf Jahren.

Weitere Informationen:
Projektwebsite: MARIO-Projekt

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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