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Intelligenter und sauberer: Pilotstudie belegt Potenzial der kleinen Energiespeicher

In drei europäischen Ländern haben Energieexperten und Energieversorger elektrische Wärmespeichersysteme in Immobilien installiert. Die Technologie könnte zur Schaffung einer umweltfreundlicheren Zukunft beitragen.
Intelligenter und sauberer: Pilotstudie belegt Potenzial der kleinen Energiespeicher
Der Wettlauf um die Versorgung der Verbraucher mit nachhaltiger, effizienter und erschwinglicher Energie hat sich in den letzten Jahren dank der EU-Strategie zur Errichtung einer Energieunion verstärkt. Treten Sie ein in das EU-finanzierte Projekt RealValue, in dessen Mittelpunkt intelligente elektrische Wärmespeicher für Raum- und Wasserheizsysteme standen.

Durch die Einbindung der gesamten Energieversorgungskette zeigte das Projekt RealValue, wie lokale kleine Energiespeicher, kombiniert mit fortschrittlichen IKT- und Modellierungstechniken, für alle Marktteilnehmer von Vorteil sein können. Das RealValue-Konsortium umfasste Technologieentwickler, Experten für Energiesystemmodellierung und Marktspezialisten, sozioökonomische Sachverständige, Stromnetzbetreiber und Energieversorger. Neben den intelligenten elektrischen Wärmespeichern, die in Häusern, Geschäftsräumen und öffentlichen Gebäuden installiert wurden, kamen in den Pilotversuchen auch intelligente Steckdosen, Sensoren, intelligente Zähler und Schnittstellen zum Einsatz.

Wie auf der Projektwebsite beschrieben, verbindet die mit dem Internet verbundene Schnittstelle die Heizgeräte mit einer Aggregationsplattform, „die auf Cloud-Ebene die Flexibilität der Geräte interpretieren kann. Diese Informationen werden an eine Cloud-Optimierungsmaschine übermittelt, die in die Stromnetze der einzelnen Länder integriert ist und ein Verständnis der aktuellen und zukünftigen Großhandelspreise sowie anderer Netzbeschränkungen ermöglicht.“

Die Pilotstudie, die in Deutschland, Italien und Lettland durchgeführt wurde, umfasste die Installation von 750 intelligenten Wärmespeichersystemen. Der intelligente elektrische Wärmespeicher basiert auf der bestehenden Technologie der traditionellen Nachtspeicheröfen. Diese sollen die großen Unterschiede in der Stromnachfrage in Spitzen- und Schwachlastzeiten reduzieren. Die isolierten Heizkerne herkömmlicher Nachtspeicherheizungen speichern die Wärme während der Nacht, wenn die Energiekosten niedriger sind, und geben sie während des Tages ab, wenn Nachfrage und Preise höher sind. Im Vergleich dazu ist das intelligente elektrische Wärmespeichersystem flexibler, so dass der Heizkern jederzeit an die Bedingungen des Stromnetzes angepasst werden kann. Darüber hinaus bietet es dem Endverbraucher mehr Kontrolle über die Freisetzung dieser Wärme und mögliche Kosteneinsparungen.

Das Projekt RealValue (Realising Value from Electricity Markets with Local Smart Electric Thermal Storage Technology) prognostiziert, dass intelligente elektrische Wärmespeichergeräte, die in großem Maßstab eingesetzt werden, erhebliche Auswirkungen auf die Betriebskosten des Stromnetzes haben können. „Der Einsatz von intelligenten elektrischen Wärmespeichern ist besonders wertvoll in Zukunftsszenarien, in denen die Kraftstoff- und Kohlenstoffpreise hoch sind oder sehr hohe Anteile variabler erneuerbarer Energien erreicht werden.“

Intelligente elektrische Wärmespeicher sind ein direkter Ersatz für bestehende elektrische Wärme- und Wasserspeicher mit einer Gesamtlast von 55 Gigawatt in der EU. Sie können auch direkte elektrische Widerstandsheizungen mit einer zusätzlichen Anschlussleistung von 93 Gigawatt ersetzen.

Virtuelle Kraftwerke

Das von RealValue eingesetzte Nachfragesteuerung ermöglicht es Energienutzern aller Art, als virtuelle Kraftwerke zu dienen. Sie ermöglichen dem Stromnetz Flexibilität, indem sie freiwillig ihren üblichen Stromverbrauch als Reaktion auf Preissignale oder spezifische Anforderungen ändern. Das Projekt weist darauf hin, dass Stromangebot und -nachfrage in Echtzeit im Gleichgewicht bleiben müssen, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten. „In der Vergangenheit forderten die Energieversorger Spitzenkraftwerke auf, die Stromerzeugung zu erhöhen, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Die Nachfragesteuerung, die Energieeffizienz und bedarfsgerechte Reaktion umfasst, funktioniert vom anderen Ende der Gleichung aus – anstatt mehr Erzeugung in das System einzubringen, zahlt es sich für die Energieverbraucher aus, den Verbrauch zu senken.“

Weitere Informationen:
Projektwebsite

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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