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Umweltfreundlichere öffentliche Verkehrsmittel in Deutschland und im Vereinigten Königreich auf dem Weg

In vier europäischen Städten werden demnächst neue emissionsfreie Wasserstoffbusse eingesetzt.
Umweltfreundlichere öffentliche Verkehrsmittel in Deutschland und im Vereinigten Königreich auf dem Weg
Insgesamt 62 wasserstoffbetriebene Busse sollen in die öffentlichen Verkehrssysteme der britischen Städte Aberdeen und Dundee sowie der deutschen Städte Köln und Wuppertal eingeführt werden. Dieses Vorhaben ist Teil zweier Projekte, JIVE und JIVE 2, die von der EU mit 57 Mio. EUR finanziert wurden. Die Projekte sollen Wasserstoff-Brennstoffzellenbusse (BZ) als ein kommerziell nutzbares Mittel für den emissionsfreien öffentlichen Verkehr fördern.

Beschaffung von vierzig BZ-Modulen für Busse in Deutschland

Der kanadische BZ-Hersteller Ballard Power Systems hat kürzlich einen Auftrag über 40 BZ-Module zur Versorgung von Bussen im Rahmen der JIVE-Projekte erhalten. Die Module vom Typ FCveloCity-HD mit 85 kW Leistung sind für den Einsatz in den zwei deutschen Städten vorgesehen. Köln, das die BZ-Bustechnologie bereits in sein Verkehrssystem eingeführt hat, wird seinen Fuhrpark um 30 Busse erweitern. Wuppertal, das diese Technologie zum ersten Mal einsetzen wird, erhält zehn Busse. Die Auslieferung der Busse soll 2019 beginnen.

„Dies ist der bisher größte Auftrag für Brennstoffzellenbusse in Europa und wird der erste Einsatz im Rahmen des JIVE I-Programms sein“, berichtet Rob Campbell, Verkaufsleiter von Ballard, in einer Meldung auf der Website Gasworld. „Linienbusse sind ein hervorragendes Beispiel für die Eignung der Brennstoffzellentechnologie, die dazu in der Lage ist, die wichtigsten Anforderungen hinsichtlich Reichweite, schneller Betankung, hoher Nutzlast und voller Streckenflexibilität zu erfüllen. Wir freuen uns über das wachsende Interesse in Europa für den Einsatz unserer emissionsfreien Energieprodukte.“

Zweiundzwanzig BZ-Busse für das Vereinigte Königreich

Die beiden schottischen Teilnehmer des JIVE-Projekts werden 22 BZ-Busse in ihren Städten einsetzen. Zwölf der Busse werden dabei in Dundee zum Einsatz kommen. Die Fahrzeuge sind Bestandteil des städtischen Konzepts, einen hochmodernen integrierten Energiepark mit Wasserstoff-BZ-Bussen, Flottenfahrzeugen und einer Betankungsinfrastruktur für Wasserstoff und alternative Kraftstoffe zu schaffen.

Der zweite schottische Abnehmer, Aberdeen, verfügt über eine der modernsten kommunalen wasserstoffbetriebenen Flotten im Vereinigten Königreich. Die Stadt besitzt bereits zehn Busse, 14 Kraftfahrzeuge (einschließlich eines Taxis), vier Lieferwagen und eine Zweistoff-Straßenkehrmaschine, die sowohl mit Diesel als auch mit Wasserstoff betrieben wird. Mit dem Neuzugang von zehn BZ-Bussen verdoppelt sich die bestehende Busflotte.

Zusammen sollen die beiden JIVE-Programme bis 2023 fast 300 neue emissionsfreie BZ-Busse und die benötigten Tankstellen an 22 europäische Städte liefern. Im zweiten Jahr konzentriert sich JIVE auf fünf Länder – Dänemark, Deutschland, Italien, Lettland und das Vereinigte Königreich – als Empfänger der 139 BZ-Busse, die es einsetzen will. Zusätzlich zu dieser Dynamik plant das neu gestartete Projekt JIVE 2, weitere 152 BZ-Busse an 14 europäische Städte in Frankreich, Deutschland, Island, Norwegen, Schweden, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich zu liefern.

Insgesamt verfolgen die beiden JIVE-Projekte (Joint Initiative for Hydrogen Vehicles across Europe) das Ziel, die Kommerzialisierung von BZ-Bussen durch den großflächigen Einsatz von Fahrzeugen und Infrastruktur voranzutreiben. Ihr Ziel ist es, den Busunternehmen zu ermöglichen, wasserstoffbetriebene Busse in ihre Flotte aufzunehmen, ohne dass sie subventioniert werden müssen. Darüber hinaus hoffen sie, lokale und nationale Regierungen in die Lage zu versetzen, den emissionsfreien Fahrbetrieb ihrer öffentlichen Verkehrssysteme zu reglementieren.

Weitere Informationen:
Projektwebsite

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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