Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Wissenschaft im Trend: Könnte auf einem der Monde des Saturns Leben möglich sein?

Die Entdeckung komplexer Moleküle von einem der Monde des Saturns legt nahe, dass dort Leben möglich sein könnte.
Wissenschaft im Trend: Könnte auf einem der Monde des Saturns Leben möglich sein?
Die Wissenschaftsgemeinschaft erforscht seit Jahren entfernte Regionen der Galaxie auf der Suche nach Exoplaneten, die Anzeichen von Leben aufweisen. Die Antwort könnte die ganze Zeit über in unserem eigenen Sonnensystem gelegen haben.

Im Jahr 2017 lieferte die NASA neue Beweise dafür, dass einer der beiden Orte, der abgesehen von der Erde mit die höchst Wahrscheinlichkeit auf Leben aufweist, der Enceladus des Saturns ist. Was die potenzielle Bewohnbarkeit anbelangt, verfügt dieser mit einem Ozean bedeckte Mond über nahezu alle wichtigen uns bekannten Zutaten des Lebens.

Laut einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde, erfüllt der Enceladus alle Grundvoraussetzungen für Leben. Ein von Dr. Frank Postberg von der Universität Heidelberg geleitetes Forschungsteam stützte seine Erkenntnisse auf Daten, die 13 Jahre lang bei Bobachtungen des NASA-Weltraumfahrzeugs Cassini gesammelt wurden.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Cassini organische Moleküle auf Enceladus entdeckt hat. Doch deren Größe ist das wirklich Bahnbrechende. Frühere Moleküle waren leicht, wohingegen diese Fragmente weitaus größer sind. Solch große Moleküle können nur durch komplexe chemische Prozesse geschaffen werden, Prozesse, die auch mit dem Leben verbunden sind. Im Zuge der Untersuchung des Saturns und seiner Monde enthüllte Cassini auch ein paar Geheimnisse des Enceladus. Es wurde ein riesiger Wasserozean unter seiner eisigen Kruste entdeckt.

Komplexe organische Moleküle liefern aussichtsreiche Hinweise auf eine bewohnbare Umwelt

Die Forscher fanden wissenschaftliche Beweise für kohlenstoffreiche Substanzen, die im Herzen von Enceladus gebildet werden. Es wird angenommen, dass diese Stoffe durch Reaktionen zwischen Wasser und warmem Felsgestein am Grunde des Unterwasserozeans des Mondes entstanden sind. „Diese riesigen Moleküle beinhalten ein komplexes Netz, das oftmals aus Hunderten von Atomen aufgebaut ist“, erklärte Dr. Postberg, einer der Verfasser der Studie, gegenüber der „BBC“. „Dies ist das erste Mal, dass solche komplexen organischen Stoffe, die aus einer extraterrestrischen Wasserwelt stammen, entdeckt worden sind.“

Solche Stoffarten sind bislang lediglich auf der Erde entdeckt worden. Sie sind kein Anzeichen für Leben, doch ihre Präsenz legt nahe, dass Enceladus als Lebensraum für Lebewesen dienen könnte. „Sie sind ein notwendiger Vorläufer von Leben“, ergänzte Dr. Postberg, “[doch] wir können derzeit nicht sagen, ob diese organischen Stoffe biologisch irrelevant oder Anzeichen von präbiotischer Chemie oder sogar Leben sind.”

Enceladus: der beste Kandidat zur Unterstützung von Leben

„Bislang war nicht bekannt, ob sich auf dem Enceladus komplexe organische Chemie abspielt – jetzt wissen wir es“, erklärte Dr. Postberg im britischen „Independent“. „Es ist natürlich eine der größten Fragen der Wissenschaft, die es gibt – extraterrestrisches Leben: ja oder nein – und hier ist eine Stelle, an der wir dies überprüfen können. Dort haben wir eine bewohnbare Umwelt und wir haben die Mittel, um diese zu beproben, um herauszufinden, ob es dort tatsächlich Leben gibt oder nicht.“

Im Jahr 2017 endete die Mission von Cassini, Daten über den Saturn zu sammeln, als die Sonde in die Atmosphäre des Planeten abstürzte und dort verbrannte. Dies setzte der gemeinsamen Mission der NASA, der Europäischen Weltraumorganisation und der Italienischen Raumfahrtagentur ein abruptes Ende. Also was nun? „Der nächste logische Schritt“, schlussfolgerte Dr. Postberg in seinem BBC-Interview, „ist, bald wieder auf den Enceladus mit einer dedizierten Nutzlast zurückzukehren, und herauszufinden, ob es extraterrestrisches Leben gibt.“

Quelle: Gestützt auf Medienberichte

Verwandte Informationen

Länder

  • Vereinigte Staaten
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben