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Verbesserung der Wiederverwertung von Elektronikschrott

Besser recycelte kritische Rohstoffe erhalten durch ein EU-Projekt ein neues Leben. Diese Initiative könnte zu einer Kreislaufwirtschaft beitragen und die effiziente Nutzung knapper und teurer Ressourcen fördern.
Verbesserung der Wiederverwertung von Elektronikschrott
Die Aufbereitung und das Recycling von Elektro- und Elektronik-Altgeräten (EEAG) wie Computer, Fernseher, Kühlschränke und Mobiltelefone ist angesichts des rasant wachsenden Verbrauchs dieser Produkte wichtiger denn je. Nach Asien mit 18,2 Millionen Tonnen war Europa mit 12,3 Millionen Tonnen die Region, die 2016 die zweitgrößte Menge an Elektroschrott produziert hat. Trotz der bestehenden Gesetzgebung werden nur 8,9 Millionen Tonnen Elektroschrott nachweislich weltweit gesammelt und recycelt. Dies entspricht 20 % des gesamten anfallenden Elektroschrotts.

Das EU-finanzierte Projekt CloseWEEE will durch den Einsatz neuer Instrumente und Methoden die Sammlung, Behandlung und Verwertung von Elektronikelementen am Ende ihrer Lebensdauer verbessern. Wie auf der Projektwebsite angegeben, ist das Hauptziel von CloseWEEE, „die Erhöhung der Vielfalt und der Ausbeute der aus den EEAG-Strömen gewonnenen Materialien“.

Ziel ist es, robuste und kosteneffiziente Rückgewinnungstechnologien zu entwickeln und einzuführen, recycelten Materialien ein neues Leben in Mehrwertanwendungen zu verschaffen und effiziente Werkzeuge für die Lokalisierung und Trennung von gefährlichen und wertvollen Materialien bereitzustellen.

Ein zweites Leben durch Recycling

CloseWEEE hat kürzlich eine innovative Mikrowellen-Behandlungstechnologie für Lithium-Ionen-Batterieabfälle entwickelt und getestet. Im Rahmen dieser Technik werden „Batterien einer Vorbehandlung zur Entladung und mechanischen Weiterverarbeitung unterzogen. Das Lithium-Ionen-Batteriematerial wird dann in einen Mikrowellenofen geleitet, in dem das Material schnell erhitzt und die organischen Stoffe (Elektrolyte und Separatoren usw.) pyrolysiert bzw. verdampft werden.“ Dies führt zur Herstellung von „elektrolytfreiem Material für die nachfolgende hydrometallurgische Behandlung zur Rückgewinnung von Metallen ... [Kobalt, Nickel, Mangan, Lithium] und Graphit“.

Die Rückgewinnung von kritischen Rohstoffen wie Kobalt und Graphit ist entscheidend, da sie bei der Herstellung einer breiten Palette von Gütern und Anwendungen eingesetzt werden, einschließlich Hightech-Produkten und neuen Innovationen. Das Material aus dem Batterierecycling, z. B. Kobalt, kann je nach Qualität des recycelten Materials für die Batterie- oder Stahlindustrie und andere Industrien verwendet werden. Graphit, dessen Recycling nur begrenzt möglich ist, ist ein weiterer kritischer Rohstoff, der in verschiedenen industriellen Anwendungen zum Einsatz kommt, darunter Hochtemperaturschmierstoffe, Stahlherstellung, Smartphones und Lithium-Ionen-Batterien.

Wie in einem Arbeitspapier der Dienststellen der Europäischen Kommission erläutert wird, kann ein Smartphone bis zu 50 verschiedene Metalle enthalten. Das macht es leicht und durch seine geringe Größe benutzerfreundlich. Kritische Rohstoffe sind unersetzlich in Solarzellen, Windkraftanlagen, Elektrofahrzeugen und energieeffizienter Beleuchtung. Daher sind sie auch im Kampf gegen den Klimawandel relevant.

Das Projekt CloseWEEE (Integrated solutions for pre-processing electronic equipment, closing the loop of post-consumer high-grade plastics, and advanced recovery of critical raw materials antimony and graphite), das sich jetzt in seinem letzten Jahr befindet, hat auch zur Herstellung einer hochglänzenden Acrylnitril-Butadien-Styrol-Verbindung beigetragen. Dazu wurde eine Mischung aus recycelten Materialien aus Haushaltskleingeräten verwendet. Laut Projektwebsite „ist die Verbindung von hoher Qualität und eignet sich für Anwendungen in neuen elektronischen und elektrischen Geräten“. Acrylnitril-Butadien-Styrol ist ein spezielles Kunststoffpolymer, das häufig im 3D-Druckverfahren eingesetzt wird.

Weitere Informationen:
CloseWEEE Projektwebsite

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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