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Intelligente Gärten, die zur Rettung der Böden unserer Erde beitragen

Smartphone-Nutzer können nun in ihren Gärten wichtige Daten sammeln, die zum Kampf gegen den Klimawandel und die Hungerkrise unseres Planeten beitragen können.
Intelligente Gärten, die zur Rettung der Böden unserer Erde beitragen
Vom Klimawandel verursachte Wetterereignisse und intensive landwirtschaftliche Methoden haben zu einer globalen Bodenkrise geführt, die den Hunger und die Nahrungsmittelknappheit, die weltweit etwa 1,3 Milliarden Menschen betreffen, noch verschlimmern wird, so eine aktuelle Veröffentlichung. Da ungefähr 95 % der menschlichen Nahrung auf dem Erdboden angebaut werden, hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation die wissenschaftliche Gemeinschaft bereits gewarnt, dass wenn die Landwirtschaft weiter wie bisher agiert und dadurch jede Minute etwa 2430 Ar fruchtbares Land verloren geht, die obere Bodenschicht des Planeten innerhalb von 60 Jahren vollständig verödet sein wird, wodurch Erntevorgänge faktisch unmöglich werden.

Um dieses Problem anzugehen, hat die Universität Dundee ein Projekt mit dem passenden Namen Grow Observatory, kurz GROW (zu Deutsch „wachsen“), ins Leben gerufen, im Rahmen dessen eine integrative Plattform geschaffen wurde, um die Diskussion über Bodenschutz anzuregen und nachhaltige Anbaumethoden für Nahrungsmittel in ganz Europa zu fördern.

Förderung des Umweltbewusstseins

GROW ermutigt alle seine Nutzer, kostenlose neuartige Detektoren in den Böden ihrer Gärten zu installieren, die wichtige Informationen zur Bodenqualität sammeln. Diese Informationen werden genutzt, um von Satelliten gelieferte Daten zu bestätigen und so die allgemeine Aussagekraft der gesammelten Informationen zu verbessern.

Die Messungen beschränken sich allerdings nicht nur auf die Bodenqualität. Der Sensor in der Gestalt eines Y-förmigen Stocks ist in angemessenen Tarnfarben gehalten, damit er das Gesamtbild des Gartens nicht stört, und zeichnet Statistiken auf, die Amateurwissenschaftler nutzen können, um Wetterextreme wie Fluten und Hitzewellen vorherzusagen und sich auf diese vorzubereiten.

Darüber hinaus misst er den Bodenwasservorrat, um den Trockenheits- bzw. Feuchtigkeitsgrad des Bodens zu bewerten. Lichtverhältnisse und die Umgebungstemperatur werden ebenfalls erfasst, wodurch eine umfassende Liste von Parametern zusammengetragen wird, die auf lokaler, regionaler, kontinentaler und letztendlich globaler Ebene für effizientes und nachhaltiges Umweltmanagement genutzt werden kann.

Gemeinsames Engagement

Tausende Einzelpersonen gehören der GROW-Gemeinschaft an und alle Gartenbesitzer, die gerne zu dem Unterfangen beitragen möchten, können über die Projektwebsite einen Sensor anfordern. Die Einfachheit des Prozesses ist vielleicht eine seiner ansprechendsten Eigenschaften: Sämtliche Informationen, die die Gartensensoren erfassen, werden in einer Smartphone-App zusammengetragen und dann online an eine zentrale Datenbank übermittelt, auf die die gesamte GROW-Gemeinschaft zugreifen kann.

Ungefähr zehn Länder aus verschiedenen Regionen Europas arbeiten zusammen, um die nachhaltigsten Lösungen für drei allgemeine Herausforderungen zu finden, die Dr. Deborah Long in einem aktuellen Artikel der „BBC“ wie folgt formulierte: „Wie können wir mehr Nahrungsmittel anbauen, wie können wir gesündere Nahrungsmittel anbauen, wie können wir Nahrungsmittel auf lokaler Ebene anbauen und nutzen?“

Um die Vision des Projektes zu unterstützen und zu ergänzen, stehen bei FutureLearn online drei umfassende, frei zugängliche wissenschaftliche Kurse für Bürger zur Verfügung, die in Zusammenarbeit mit der Universität Dundee erstellt wurden. Neben der bestehenden öffentlichen Plattform und der frei zugänglichen Datenbank für Böden bietet GROW Observatory Amateurwissenschaftlern die Möglichkeit, bequem von ihrem eigenen Garten aus wichtige Beiträge zur Eindämmung des Klimawandels und zum Bodenschutz zu leisten!

Weitere Informationen:
GROW-Projektwebsite

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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