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Wissenschaft im Trend: Ist das Geheimnis um die Erbauer von Stonehenge endlich gelöst?

Wissenschaftler behaupten, sie wüssten wer das wohl berühmteste prähistorische Monument der Welt erbaut hat.
Wissenschaft im Trend: Ist das Geheimnis um die Erbauer von Stonehenge endlich gelöst?
Das ringförmige Denkmal aus aufrecht stehenden Steinen in Großbritannien hat über die Jahrhunderte alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Vom Akademiker bis zum Liebhaber der Jungsteinzeit hat jeder eine Theorie dazu. In all den großen Mysterien um die Frage, wie und warum Stonehenge gebaut wurde, geht völlig unter, wer es erbaut hat und was für Menschen dort begraben liegen.

Eine bahnbrechende Studie in der Fachzeitschrift „Nature Scientific Reports“ ist eine der ersten, die näher erforscht, wer genau die Menschen waren, die Stonehenge aufgebaut haben. Darin wird deutlich, dass die Architekten und Bauleute aus Wales gekommen sein könnten, also aus einer Entfernung von über 160 km. Einige der menschlichen Überreste, die in der Stätte gefunden wurden, stammten aus den Preseli-Bergen in West Wales.

Die ältesten der gefundenen Knochen lassen sich auf etwa 3 000 v. Chr. zurückdatieren, die übrigen erstrecken sich über 500 Jahre. Ein Hauptautor der Studie, John Pouncett, sagte dem „Guardian“: „Die ältesten Daten liegen verlockend nah an dem Datum, von dem wir annehmen, dass da die Blausteine ankamen. Obwohl wir nicht beweisen können, dass das hier die Knochen derjenigen sind, die die Steine hergebracht haben, muss es doch zumindest eine Verbindung geben. Die Spannweite von Daten spricht dafür, dass möglicherweise über Jahrhunderte Menschen nach Stonehenge gebracht wurden, um hier bei den Steinen begraben zu werden.“

In den Preseli-Bergen sind einige der Monolithen zu finden, die auch zum Bau von Stonehenge verwendet wurden. Es ist also möglich, dass die dort begrabenen Menschen die Steine transportierten oder für das Begräbnis aus Wales hingebracht wurden. Die Untersuchung ergab, dass die Sorte Brennholz, die bei der Einäscherung einiger dieser Knochen verwendet wurde, dort nicht heimisch war.

Um herauszufinden, wo die menschlichen Überreste herkamen, hat ein Team unter der Leitung von Wissenschaftlern der Universität Oxford eine neue Methode, nämlich die Strontiumisotopenanalyse, angewendet und die eingeäscherten Überreste von 25 dort begrabenen Personen untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die eingeäscherten Menschen in Stonehenge aus derselben Region in Wales stammten wie die zum Bau verwendeten Steine. Mindestens 10 der 25 untersuchten Personen haben ihr Leben nicht in Wessex, also dem Gebiet um Stonehenge, verbracht. Ein zentrales Ergebnis war auch die Entdeckung, dass hohe Temperaturen bei der Einäscherung einen Schädel kristallisieren können und so das chemische Signal seiner Herkunft eingeschlossen wird.

Wer waren die Menschen in den Gräbern von Stonehenge?

Die Forschung macht ihre Identität und Herkunft etwas klarer. Im Interview mit der „BBC“ sagte einer der leitenden Autoren der Studie, Dr. Rick Schulting: „Das müssen wichtige Leute gewesen sein. In Stonehenge begraben zu werden ist das steinzeitliche Äquivalent zu einer Beisetzung in der Westminster Abbey.“ Er fügte hinzu: „Den Befunden zufolge müssen einige der in Stonehenge begrabenen Menschen einen Großteil ihrer ungefähr letzten zehn Lebensjahre in Wales verbracht haben. Wir neigen zwar dazu zu glauben, dass Einwanderung etwas Neues ist, aber diese Leute waren offensichtlich in der Lage, auch über schwieriges Terrain hinweg immense Entfernungen zu überwinden.“

Stonehenge bietet noch viele Geheimnisse, aber die Wissenschaft ist dabei, das Mysterium zu lösen, wer es erbaut hat.

Quelle: Gestützt auf Medienberichte

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