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Big Data und Visualisierungsinstrumente für Stadtplanung und Mobilität

Eine von der EU geförderte Forschung gibt Aufschluss über das Ausmaß der Nutzung von Big Data in Organisationen des öffentlichen Sektors. Die Ergebnisse werden zur Entwicklung eines Rahmens für nachhaltige politische Entscheidungen beitragen.
Big Data und Visualisierungsinstrumente für Stadtplanung und Mobilität
Es ist allgemein anerkannt, dass die Analyse großer Datenmengen, Big Data, erhebliche Einblicke und Möglichkeiten für die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen, z. B. in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Verkehr, bieten könnte. Ihr Potenzial bleibt jedoch, insbesondere bei der Entscheidungsfindung im öffentlichen Sektor, ungenutzt. Das EU-finanzierte Projekt PoliVisu will dieses Problem durch die Weiterentwicklung des traditionellen politischen Entscheidungsprozesses angehen.

Wie auf der PoliVisu-Projektwebsite dargelegt, „stärkt es die Beteiligung und Unterstützung der Öffentlichkeit in der Stadtpolitik, indem es die Entscheidungsträger mit Fähigkeiten und Werkzeugen – von der offenen (Geo-)Datenverarbeitung bis hin zu fortgeschrittenen Visualisierungen – ausstattet, mit denen sie große Daten für gemeinschaftliche politische Experimente nutzen können“. Um mit der Entwicklung einer Struktur für die Nutzung solcher Daten innerhalb der aktuellen Zyklen der Politikgestaltung zu beginnen, hat PoliVisu kürzlich eine Umfrage durchgeführt. Ziel war es, die Datenkompetenz des öffentlichen Sektors in ganz Europa abzubilden. Es umfasste die lokalen und regionalen Gebietskörperschaften.

Den auf der Projektwebsite veröffentlichten Ergebnissen zufolge werden große Datenmengen positiv wahrgenommen. Die Mehrheit der Befragten gab an, sie auf der Ebene einzelner Dienststellen oder Abteilungen zu nutzen. Allerdings scheint die breitere Anwendung in verschiedenen Bereichen der Politikgestaltung begrenzt zu sein, wie die Umfrage ergab. „Das Fehlen einer langfristigen Strategie für Big Data, etablierte Rahmenbedingungen für Qualität, Datenschutz und Vertraulichkeit, spezielle Schulungsprogramme und das unternehmensweite Bewusstsein, wie genau Big Data in verschiedenen Bereichen helfen können, gehören zu den Haupthindernissen, die von den Teilnehmern hervorgehoben werden.“ Die Befragten bewerteten das Volumen als den wichtigsten Aspekt von Big Data, gefolgt von Vielfalt und Verfahren.

Das laufende Projekt PoliVisu (Policy Development based on Advanced Geospatial Data Analytics and Visualisation) arbeitet mit drei Städten zusammen, um Probleme im Zusammenhang mit intelligenter Mobilität und Stadtplanung zu bewältigen. Mit den Werkzeugen von PoliVisu werden Städte eine Vielzahl von Strategiehypothesen mit Interessengruppen anhand lokaler Datensätze testen. Dazu gehören Straßensensor-Daten zu Verkehrsströmen, historische Unfalldaten, Ampeldaten und Fußgängerdaten zur visuellen Simulation möglicher Auswirkungen.

Pilotstandorte

Im Falle von Issy-les-Moulineaux in Frankreich hofft PoliVisu, ein „einfach zu bedienendes Visualisierungsinstrument“ zu schaffen, um Staus auf Straßenabschnitten in Echtzeit vorherzusagen und zu verfolgen. Er wird den Nutzern helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und es ihnen ermöglichen, nachhaltigere Verfahren zur Verringerung von Staus anzunehmen. In Gent, Belgien, wird das Projekt das Mobilitätsverhalten von Studierenden in Flandern untersuchen und die Daten nutzen, um zu einer innovativen Regionalpolitik beizutragen. In der Tschechischen Republik soll das Projekt für Pilsen zu einer effizienten Koordination der Straßenbauarbeiten in der Stadt führen. Dies wird durch ein Verkehrsprognoseinstrument erreicht, das auf einer „automatischen Neuberechnung des städtischen Verkehrsmodells in Echtzeit nach Meldung eines Verkehrsproblems über ein City-Manager-Dashboard“ basiert. Ein Beispiel für die von der PoliVisu-Technologie in Pilsen entwickelte Politikvisualisierung ist die App zur Verkehrsintensität. Sie zeigt die erwartete Verkehrssituation in der Stadt im Stundentakt von Mai 2017 bis November 2018 an. Die Verkehrsinformationen werden aus dem Verkehrsmodell der Stadt abgeleitet und berücksichtigen die aktuellen Baustellen am ausgewählten Tag. Die PoliVisu-Partner glauben, dass die Visualisierung den politischen Entscheidungsträgern hilft, Straßenbauarbeiten in der Stadt besser zu planen.

Weitere Informationen:
PoliVisu Projektwebsite

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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