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Irische Schulen richten dank Radioteleskopen den Blick gen Jupiter

An irischen weiterführenden Schulen werden Radioteleskope installiert, sodass Schüler und Lehrkräfte die Pole des Jupiters beobachten können.
Irische Schulen richten dank Radioteleskopen den Blick gen Jupiter
Die Planetologie ist ein rasant wachsendes Gebiet der wissenschaftlichen Forschung, das die wissenschaftliche Untersuchung von Planeten, Monden und Planetensystemen sowie deren Entstehungsprozesse umfasst. Europa hat eine führende Rolle in diesem aufregenden wissenschaftlichen Gebiet inne und ist die Heimat einer der größten Gemeinschaften von Planetenforschern der Welt: 800 Akademiker auf unbefristeten Stellen und circa 4 000 junge Forscher sind auf Hunderte Forschungseinrichtungen verteilt. Da eine gemeinsame unterstützende Einrichtung fehlte, war die wissenschaftliche Gemeinschaft Europas jedoch lange Zeit größtenteils zersplittert.

Seit seiner Gründung im Jahr 2005 hat das Europlanet-Konsortium Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Europa und weltweit, die in der in Planetenforschung tätig sind, miteinander in Verbindung gebracht. Durch seine Bemühungen entsteht allmählich ein erheblicher Zusammenhalt zwischen den Planetenforschern Europas. Im Jahr 2015 rief das Konsortium aufbauend auf seinen Erfolgen das Projekt EPN2020-RI ins Leben, das größtenteils von der EU finanziert wird. Mit 33 Projektpartnern aus 19 europäischen Ländern und über 150 teilnehmenden Einzelpersonen hat das Projekt bereits dazu beigetragen, die Zusammenarbeit und Effizienzsynergien zwischen den verschiedenen beteiligten Disziplinen zu stärken: Weltraumforschung, bodengebundene Beobachtungen, Labor- und Feldversuche, numerische Modellierung und Technologien.

Das proaktive Outreach- und Verbreitungsprogramm von EPN2020-RI hat zum Ziel, europäische Bürger für die Planetenforschung zu gewinnen und die nächste Generation Physiker und Ingenieure zu inspirieren. Im Rahmen von Europlanets Outreach-Förderform für 2018 wird das Projekt ländlichen weiterführenden Schulen im irischen Connacht Finanzhilfe leisten. Die Mittel werden genutzt, um das Netzwerk von Radioteleskopen zur Planetenbeobachtung an Schulen in Connacht zu fördern, das die Atmosphäre des Planeten Jupiter im Rahmen eines breiter angelegten NASA-Forschungsprogramms zur Überwachung der aktiven Magnetosphäre des Gasriesen beobachten wird.

Radioteleskope entschlüsseln die Geheimnisse Jupiters für Schüler und Lehrkräfte

Mit den gewährten Mitteln wird an acht Schulen in den Landkreisen Galway, Mayo und Roscommon jeweils ein Dipolantennen-Radioteleskop installiert. Die Radioteleskope mit einer Länge von 6 Metern und einer Höhe von 3 Metern ähneln Wäscheleinen und ermöglichen Lehrkräften und Schülern, die Polargebiete Jupiters zu beobachten. Dort kann man auch die Polarlichter des Planeten wahrnehmen.

„Praktische astronomische Aktivitäten bergen ein großes Potenzial, Schüler für Fächer im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu begeistern“, so der Projektleiter Dr. Aaron Golden von der National University of Ireland (NUI) Galway in einer Pressemitteilung, die auf der Website von Irish Tech News veröffentlicht wurde. „Allerdings gibt es in diesem Bereich nur begrenzte Möglichkeiten, da man dafür spezialisierte Ausrüstung und Einrichtungen benötigt, zu ungünstigen Zeiten arbeitet und zumindest für die optische Astronomie natürlich auf einen klaren Himmel angewiesen ist. Radioastronomie ist eine sehr kosteneffektive Alternative, die Lehrkräften und Schülern ermöglicht, an tatsächlichen Beobachtungen von radiohellen Objekten wie der Sonne und dem Planeten Jupiter teilzunehmen und sich an den Forschungen der astronomischen Gemeinschaft zum faszinierendsten Planeten des Sonnensystems zu beteiligen.“

Die geringe Bevölkerungsdichte in den Gebieten rund um diese ländlichen Schulen trägt dazu bei, dass es während des Betriebs der Teleskope kaum zu Funkstörungen kommt. Die automatisierte Funktionsweise der Teleskope ermöglicht darüber hinaus Beobachtungen trotz der typischen Witterungsverhältnisse in Irland. Die Beobachtungen an den Schulen werden in Echtzeit an einen Server der NUI Galway übertragen.
Das Connacht-Projekt wird im September auf dem European Planetary Science Congress 2018 in Berlin formal auf den Weg gebracht. Dabei handelt es sich um nur eine von vielen Maßnahmen im Rahmen des Projektes EPN2020-RI (EUROPLANET 2020 Research Infrastructure), um eine wahrhaftig paneuropäische Gemeinschaft aufzubauen, die gemeinsame Ziele, Einrichtungen, Mitarbeiter und Daten über Landesgrenzen hinweg teilt.

Weitere Informationen:
Projektwebsite von EPN2020-RI

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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