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Wissenschaft im Trend: Nehmen Sie Ihren gesamten Jahresurlaub in Anspruch? Falls ja, werden Sie wahrscheinlich länger leben

Jedes Jahr ein paar Wochen Urlaub zu nehmen, könnte Ihr Leben laut einer 40-Jahres-Studie verlängern.
Wissenschaft im Trend: Nehmen Sie Ihren gesamten Jahresurlaub in Anspruch? Falls ja, werden Sie wahrscheinlich länger leben
Haben Sie Ihren Sommerurlaub ausgelassen oder keine ausreichende Auszeit während der Feiertage genommen? Vielleicht sollten Sie Ihre Pläne für das restliche Jahr und 2019 überdenken. Abstand von der Arbeit und wichtigen Verpflichtungen könnte der Schlüssel zu einem längeren Leben sein.

Über eine Studie, die in den 1970er Jahren begonnen wurde, um die Vorteile von Urlaub festzustellen, wurde herausgefunden, dass Ihnen mindestens drei Wochen Jahresurlaub zu einem längeren Leben verhelfen. Die Forscher hoben hervor, dass eine gesunde Ernährung und regelmäßiger Sport kein Ersatz für eine Auszeit wären, wenn es darum ginge, Stress abzubauen. Sie fanden heraus, dass bei Patienten, die weniger als drei Wochen Urlaub pro Jahr nahmen, die Wahrscheinlichkeit, jung zu sterben, dreimal höher war als bei Patienten, die mehr als drei Wochen Jahresurlaub nahmen.

Die Erkenntnisse wurden vor Kurzem auf dem Kongress der European Society of Cardiology in München vorgestellt, die weltweit größte und einflussreichste Veranstaltung im Bereich der Herz-Kreislauf-Forschung, die zum globalen Bewusstsein für die neuesten klinischen Studien und bahnbrechenden Entdeckungen beiträgt. Die Ergebnisse werden demnächst im „The Journal of Nutrition, Health & Aging“ veröffentlicht.

Machen Sie bei Ihrem Urlaub keine Abstriche, Ihre Gesundheit könnte davon abhängen

„Falls Sie jemanden kennen, der keinen Urlaub nimmt und lange arbeitet, könnte bei ihm oder ihr ein Risiko auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung bestehen“, berichtete Dr. Timo Strandberg, Mitverfasser der Studie und Professor am Fachbereich für Medizin der Universität Helsinki, „Newsweek“. „Kürzerer Urlaub und längere Arbeit sind mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen, sogar Mortalität, assoziiert. Ursache und Wirkung lassen sich jedoch nicht nachweisen, und die Durchführung kontrollierter Studien gestaltet sich schwierig.“

Über den Verlauf von 40 Jahren überprüfte das Team die Gesundheitsdaten von 1222 männlichen Führungskräften mittleren Alters, die zwischen 1919 und 1934 geboren wurden. Bei jedem Studienteilnehmer lag mindestens ein Risikofaktor wie z. B. Rauchen, Fettleibigkeit, hoher Blutdruck oder hoher Cholesterinspiegel für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vor.

Die Männer wurden zu fast gleichen Anteilen in eine Kontrollgruppe und eine Interventionsgruppe eingeteilt. Die Personen in der Interventionsgruppe sollten an körperlichen Aktivitäten teilnehmen, eine gesunde Ernährung befolgen, ein gesundes Gewicht erreichen und mit dem Rauchen aufhören. Der Kontrollgruppe wurden keinerlei Anweisungen oder Vorgaben gegeben. Die Forscher sammelten Daten zu den Arbeits-, Schlaf- und Urlaubszeiten der beiden Gruppen.

In der Interventionsgruppe bestand bei Personen, die weniger Urlaub nahmen, ein höheres Sterberisiko. Männer, die drei oder weniger Wochen Urlaub nahmen, hatten ein um 37 % höheres Risiko, früher zu sterben als Männer, die sich eine Auszeit von mehr als drei Wochen nahmen. In der Kontrollgruppe war die Urlaubszeit nicht mit frühzeitigen Todesfällen verbunden.

Im Gespräch mit der britischen „Daily Mail“ sagte Dr. Strandberg: „Der Schaden, den die intensive Lebensführung verursachte, konzentrierte sich auf eine Teilgruppe von Männern mit kürzerer jährlicher Urlaubszeit. … In unserer Studie arbeiteten Männer mit kürzeren Urlaubszeiten mehr und schliefen länger als diejenigen, die mehr Urlaub nahmen.“ Er fügte hinzu: „Diese stressige Lebensweise hat möglicherweise jeden Vorteil der Intervention aufgehoben. Wir denken, dass die Intervention an sich auch möglicherweise eine nachteilige psychologische Wirkung auf diese Männer hatte, da sie deren Leben stressiger machte.“

Ist es nicht an der Zeit, sich ein paar Tage oder Wochen frei zu nehmen?

Quelle: Gestützt auf Medienberichte

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