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Vermaschte Offshore-Übertragungsnetze sind der Schlüssel zu einer nachhaltigen Energiezukunft

Die koordinierte Entwicklung der Strominfrastruktur zwischen Offshore-Windparks und dem Festland wird finanzielle und ökologische Vorteile mit sich bringen.
Vermaschte Offshore-Übertragungsnetze sind der Schlüssel zu einer nachhaltigen Energiezukunft
Offshore-Windenergie spielt in der regenerativen Stromerzeugung in Europa eine immer wichtigere Rolle. Laut einem Bericht von WindEurope, dem früheren Europäischen Verband für Windenergie, stellten Offshore-Windparks 20 % der jährlichen Windkraftanlagen in der EU dar, wobei 2017 insgesamt 3 154 MW neue Kapazität ans Netz angeschlossen wurden. Doppelt so viel wie noch 2016. Um das volle Potenzial dieser Ressourcen auszuschöpfen, untersucht das EU-finanzierte PROMOTION-Projekt die Vorteile der Verbindung von Offshore-Windparks mit Netzen auf dem Festland in verschiedenen Ländern.

Giles Dickson, Geschäftsführer von WindEurope, sagte in einer Pressemitteilung, dass ein effizientes Nordsee-Netz den ungehinderten Energieaustausch zwischen den Ländern ermöglichen würde. Es würde auch Energie von Orten mit höheren Windressourcen verfügbar machen. Seine Bemerkungen wurden auf einer von PROMOTION organisierten Halbzeitkonferenz des Projekts vorgebracht. Er fügte hinzu, dass ein vermaschtes Offshore-Netz an sich nicht das Ziel sein sollte, sondern vielmehr ein Mittel zur Bereitstellung einer wettbewerbsfähigen Windenergiegewinnung in der Nordsee.

Das Projekt PROMOTION (PROMOTioN – Progress on Meshed HVDC Offshore Transmission Networks) wurde zur Entwicklung und Demonstration von Schlüsseltechnologien für die Übertragung von Windenergie wie der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ins Leben gerufen. Dieser Übertragungsweg besteht hauptsächlich aus einer Stromrichterstation, einer Stromübertragungsleitung und einer weiteren Stromrichterstation am anderen Ende. Dabei kann der Strom in beide Richtungen übertragen werden. Die Leitungen können über Land als Freileitung oder unterirdisch verlaufen und alternativ auch als Seekabel im Wasser installiert werden. Eine Installation, die Kabel- und Freileitungen oder Seekabel und unterirdische Leitungen miteinander verbindet, ist ebenfalls möglich.

Hindernisse für die vermaschte Offshore-Netzentwicklung

Mehrere EU-Projekte – darunter PROMOTION und Best Paths – zeigen, wie sich die HGÜ-Technologie rasant weiterentwickelt. HGÜ-Verbindungsleitungen bieten erhebliche Flexibilität für Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB). Wie bereits auf der CORDIS-Projektwebsite erläutert, „wird der Einsatz von vermaschten HGÜ-Offshore-Netzen derzeit jedoch noch durch die hohen Kosten der Umrichtertechnik, mangelnde Erfahrung mit Schutzsystemen und Komponenten zur Störungsbeseitigung sowie unausgereifte internationale Vorschriften und Finanzinstrumente behindert.“

In der Pressemitteilung von WindEurope wurde angemerkt, dass die ÜNB Punkt-zu-Punkt-Verbindungsleitungen (von Land zu Land) aufbauen, um Vorteile aus den Großhandelspreisunterschieden zwischen den Märkten zu ziehen. „Auf diese Weise können sich Windparks an ihre Verbindungsleitung anschließen, wodurch die Erträge für die ÜNB potenziell reduziert werden und der Anreiz zur Anpassung der bestehenden Infrastruktur sinkt.“ Wie Dickson jedoch betont, ist der ÜNB in einigen Ländern für den Netzausbau zuständig. Da der ÜNB Kontrollen unterliegt, besitzt er das Potenzial, „sowohl für die Befürworter von Windenergie als auch für die Netzbetreiber eine optimale Lösung zu entwickeln. Dies liegt daran, dass die Möglichkeit, ‚hybride Projekte‘ zu erreichen, viel größer ist.“ Hybride Projekte liefern Strom an zwei verschiedene Märkte, wie beispielsweise Kriegers Flak, Teil einer 400 MW-Verbindungsleitung zwischen Dänemark und Deutschland.

Zu den Partnern von PROMOTION gehören große HGÜ-Hersteller, mit der Nordsee verbundene ÜNB, mehrere Zulieferer für Windkraftanlagen, Offshore-Windkraft-Entwickler, führende Akademiker und Beratungsunternehmen. Die europäische Vision für ein vermaschtes Offshore-Netz in der Nordsee stammt aus dem Jahr 2010. Die Kombination neuer HGÜ-Technologien innerhalb derzeitiger Systeme wird als maßgeblich für die Einspeisung großer erneuerbarer Energien in das Netz angesehen und bietet somit erhebliche Vorteile für den europäischen Strommarkt.

Weitere Informationen:

CORDIS-Projektwebsite

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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