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Vereinbarung über die Verknüpfung europäischer und lateinamerikanischer Forschungs- und Bildungsnetze über Unterwasserkabel

Die europäischen und lateinamerikanischen Bereiche der Forschung und Bildung haben eine Vereinbarung über das Verlegen eines die beiden Regionen verbindenden Glasfaserkabels unter dem Atlantik unterzeichnet. Auf diese Weise wird man die Kooperationsbemühungen der Forscher und Akademiker erheblich optimieren.
Vereinbarung über die Verknüpfung europäischer und lateinamerikanischer Forschungs- und Bildungsnetze über Unterwasserkabel
Dank der teilweisen EU-Finanzierung aus dem Projekt BELLA-S1 haben GÉANT, das größte und modernste Forschungs- und Bildungsnetzwerk der Welt, und das lateinamerikanische Internet-Forschungsnetzwerk RedCLARA (Cooperation of Advanced Networks) vor kurzem eine Vereinbarung über eine neue digitale Autobahn unterzeichnet, die Portugal mit Brasilien verbinden wird. Die Unterzeichnung eines unanfechtbaren Nutzungsrechtsvertrags über 25 Jahre direkte transatlantische Verbindung wird sicherstellen, dass der Bedarf der europäischen und lateinamerikanischen Bereiche Forschung und Bildung an Datenverbund und Zusammenarbeit auf Gebieten wie etwa Astronomie, Teilchenphysik und Erdbeobachtung gedeckt wird.

Von entscheidender Bedeutung ist das EU-finanzierte Projekt ALICE, das 2003 erstmals GÉANT und RedCLARA miteinander verband. Es wurde eine lateinamerikanische intraregionale Forschungsnetzwerkinfrastruktur zur Unterstützung der wissenschaftlichen und akademischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Kontinenten geschaffen. Im Lauf der Jahre sind die Verbindungsgeschwindigkeiten von 622 Mbit/s auf die heute üblichen 10 Gbit/s gestiegen, was ein Wachstum um mehr als 1 600 % bedeutet, wie eine Pressemitteilung auf der Projektwebsite verlauten lässt. „Es gibt jedoch kein direktes Unterseekabel, das den Forschungs- und Bildungsdatenbedarf zwischen Europa und Lateinamerika decken kann, was Kapazitäten und Kosteneffizienz einschränkt.“

Die Antwort auf die Forderung Europas nach transatlantischer Konnektivität mit Lateinamerika

Die Bauarbeiten am Kabel beginnen in der zweiten Jahreshälfte 2018. Für Ende 2020 ist die Inbetriebnahme geplant. Da dann der Verkehr im Bereich Forschung und Bildung direkt zwischen beiden Kontinenten fließt, geht man von um bis zu 60 % verkürzten Wartezeiten aus. Außerdem wird der Datenschutz verbessert, während gleichzeitig kostengünstige und skalierbare Konnektivität mit deutlich höheren Geschwindigkeiten als jemals zuvor geboten wird.

GÉANT-Geschäftsführer Erik Huizer erklärt dazu: „Die Realisierung eines Frequenzspektrums über ein interkontinentalen Tiefseekabel, das wir mit unseren lateinamerikanischen Partnern entsprechend den Anforderungen an die Konnektivität im Bereich Forschung und Bildung einsetzen und erweitern können, ist ein völlig neues Modell für unsere internationalen Verbindungen und wird uns die Flexibilität und Kosteneffizienz verleihen, die wir brauchen, um die Bedürfnisse unserer Nutzer zu erfüllen.“ Er fügte hinzu: „Es wird spannend sein, den Einsatz eines Unterwasserkabels aus nächster Nähe zu beobachten, und wir freuen uns schon darauf, dass 2020 erstmals Bits zwischen GÉANT und RedCLARA auf physikalisch direktem Wege zwischen den beiden Kontinenten ausgetauscht werden.“

Luis Eliécer Cadenas, geschäftsführender Direktor von RedCLARA, merkte an: „Dieser Meilenstein ist eine zentrale Errungenschaft für den lateinamerikanischen Bereich der Forschung und Bildung. Wir eröffnen einen direkten Kooperationskanal nach Europa, wobei wir Sicherheit und Dienstqualität für die vielen wissenschaftlichen und informativen Anwendungen garantieren, die wir erwarten, anbieten zu können.“ Er fuhr fort: „RedCLARA setzt sich für den Aufbau der Datenkommunikationsinfrastruktur für Forschung und Bildung ein, welche die regionale Entwicklung fördern wird. Das BELLA-Tiefseekabel ist ein erster Schritt zum Aufbau dieser Kapazität.“

Das laufende Projekt BELLA-S1 (BELLA-S1 Building Europe Link with Latin America) zielt darauf ab, „langfristig den Verbundbedarf der europäischen und lateinamerikanischen Forschungs- und Bildungsnetzwerke zu decken“, wie auf der CORDIS-Website angegeben ist. Insgesamt besteht das Ziel darin, „die Konnektivität nach Lateinamerika zu stärken“, um auf diese Weise „sehr hohe Kapazitäten, Kostenvorteile und den kürzestmöglichen Weg zu gewährleisten und gleichzeitig die Vielfalt im transatlantischen Segment zu beleben.“ Im Rahmen des Projekts wird neben der Sicherung der Frequenzrechte an einem direkten Unterwasserkabel zwischen den beiden Regionen ein 100 Gbit/s-fähiges Forschungs- und Bildungsnetz in ganz Lateinamerika aufgebaut.

Weitere Informationen: BELLA-S1-Projektwebsite

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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