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Förderung der Innovationsexzellenz in der Materialphysik im Baltikum

Das Institut für Festkörperphysik der Universität Lettland wird zu einem Zentrum für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie.
Förderung der Innovationsexzellenz in der Materialphysik im Baltikum
Forschung und Innovation sind entscheidend für den Aufbau einer blühenden Zukunft für Europa. Trotz der erheblichen Anstrengungen, die auf nationaler und EU-Ebene unternommen werden, bremsen bestimmte Hindernisse jedoch die Entwicklung von Forschung und Innovation. Eine der größten Hürden ist, dass es nicht genügend Forschungs- und Exzellenzzentren gibt, um Europa in Richtung nachhaltiges und strategisch innovatives Wachstum zu bewegen.

Das im Jahr 2017 ins Leben gerufene EU-finanzierte Projekt CAMART2 konzentriert sich besonders auf ein Kompetenzzentrum: das Institut für Festkörperphysik der Universität Lettland (ISSP UL). Seine Vision ist es, das ISSP UL zu einem zentralen Exzellenzzentrum für Bildung, Wissenschaft, Innovation und Technologietransfer in den baltischen Ländern zu machen. Als eine der führenden Forschungseinrichtungen Lettlands soll das ISSP UL zu einem Zentrum für eine auf Hochtechnologien basierende gemeinsame Plattform für Zusammenarbeit und Technologietransfer im Bereich der Materialphysik werden.

Darüber hinaus konzentriert sich das ISSP UL durch CAMART2 auf die Ausbildung und die Überholung des Masterprogramms der Universität im Bereich Physik, um es für den voraussichtlichen industriellen Bedarf relevant zu machen. Ähnliche Überarbeitungen sind zudem auch für das Promotionsprogramm der Universität vorgesehen.

Materialdesign und -innovationen für die Industrie nutzbar machen

Ziel des ISSP UL ist es, die Zusammenarbeit mit der Industrie in Lettland und im Ausland zu verbessern und zu stärken. Um dies zu erreichen, hat es eine Plattform als zentrale Anlaufstelle für Wissenschaftler und Unternehmen geschaffen. Die Plattform namens Materize bietet Zugriff auf das Fachwissen und die Ressourcen des ISSP UL und erleichtert gleichzeitig die Kommunikation mit Unternehmen, um Projekte auf der Grundlage branchenspezifischer Standards zu realisieren. Aktuelle Fallstudien umfassen eine Prototypeinrichtung für Reinräume, organische Leuchtdioden, die optische Lithographie, die Vakuumabscheidung dünner Schichten und die Synthese von Nanoverbundmaterialien.

„Die Geschichte zeigt, dass Lettland schon immer ein Zentrum für Hochtechnologie war. Ich glaube, dass wir alle notwendigen Voraussetzungen haben, um Lettland wieder zu einem solchen Zentrum zu machen“, so Andris Anspoks, stellvertretender Direktor für Innovation am ISSP UL, in einer Nachricht, die auf „Scitech Europa“ veröffentlicht wurde. „Ziel des ISSP UL ist es, Technologien mithilfe von innovativen Materialen zur Unterstützung der Entwicklung neuer Produkte in der Hochtechnologie-Industrie zu entwickeln.“

Förderung von Hightech-Ideen

Nach seinem Start im Mai 2018 veranstaltete Materize seine erste Veranstaltung, den Deep Science Hackathon 2018. Ziel des Hackathons war es, Hightech-Ideen sowie Teams für deren Umsetzung zu finden, um neue Produkte und Unternehmen zu schaffen, die zur Hightech-Industrie im Ostseeraum beitragen.

Innerhalb von 48 Stunden mussten die Teilnehmer interdisziplinäre Teams bilden, um an ihren zuvor eingereichten Ideen zu arbeiten. Im Anschluss daran entwickelten die Teams diese Ideen mithilfe von Mentoren und stellten ihren Vermarktungsplan am Ende der Veranstaltung einer Jury aus Wissenschaftlern, Investoren und sonstigen Interessierten vor. Die besten Ideen würden weitere sechs Monate von den CAMART2-Partnern Unterstützung erhalten. Die Idee der Gewinner, der das größte Geschäftspotenzial zugeschrieben wurde, war ein Armband mit einem integrierten optischen Sensor zur Messung des Vitamin-D-Spiegels einer Person.

CAMART2 (Centre of Advanced Materials Research and Technology Transfer CAMART2) konzentriert sich während seiner siebenjährigen Laufzeit auf die Erreichung von drei strategischen Zielen. Und zwar will es den Grad der Kommerzialisierung der Forschung erhöhen, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmern und Akademikern verbessern und die gemeinsame Forschung sowie einen schnelleren Technologietransfer durch seine Plattform unterstützen.

Weitere Informationen:
Projektwebsite von CAMART2

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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