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Können Fischschwärme ohne menschliches Zutun identifiziert werden? Eine internationale Initiative zeigt, wie

Forscher entwickeln ein autonomes System zur Überwachung der Fischbestände in Küsten- und tiefen Gewässern. Ihre Technologie könnte den Schutz der Meeresumwelt verbessern.
Können Fischschwärme ohne menschliches Zutun identifiziert werden? Eine internationale Initiative zeigt, wie
Überfischung,Verschmutzung, Verlust von Lebensräumen und Klimawandel sind die größten Bedrohungen für Meereslebewesen und die Fischerei. Um einige dieser Herausforderungen zu bewältigen und die effiziente Umsetzung der Meeres- und Fischereipolitik zu unterstützen, ist die Bereitstellung genauer und aktueller Daten über die Vielfalt und Häufigkeit von Meeresarten von entscheidender Bedeutung.

Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts SYMBIOSIS entwickeln Forscher einen Prototyp eines nicht-invasiven Systems zur Charakterisierung, Klassifizierung und Biomassebewertung wichtiger pelagischer Fischarten. Es integriert akustische und optische Technologien ohne menschliches Zutun. Der Prototyp besteht aus akustischen Sensoren, einem Netzwerk aus Kameras, hochentwickelten Datenverarbeitungseinheiten und einer Energiekomponente, die autonome Aktivitäten zulässt.

In einer Pressemitteilung erklärt Dr. Roee Diamant, Projektkoordinator am Institut für Meereswissenschaften der Universität Haifa: „Das System wird umweltfreundlich sein, und zwar nicht nur, was seinen Betrieb betrifft, der nicht-invasiv sein wird und keine Auswirkungen auf das Ökosystem Meer hat, sondern vor allem, weil es zuverlässige Informationen über den Zustand der Meeresfischbestände liefern wird.“ Dr. Diamant betonte, dass es derzeit „praktisch unmöglich ist, solche Informationen zu sammeln, ohne enorme Mittel zu investieren.“

Das im Rahmen von SYMBIOSIS entwickelte System sammelt Unterwasserdaten in Echtzeit über lange Zeiträume hinweg und übermittelt diese Informationen – einschließlich der Größe und Bewegungen des Fischbestands – an ein Küstenzentrum. Auf der Projektwebsite heißt es: „Das System wird vollständig autonom sein und drei Monate lang ohne Nachladen auskommen.“

Laut der Pressemitteilung beginnt das Überwachungsverfahren von SYMBIOSIS mit der akustischen Entdeckung und Klassifizierung von Fischen, basierend auf ihren typischen Geschwindigkeits- und Bewegungseigenschaften. Akustische Sensoren messen zudem auch die Größe des Fisches und die Gesamtbiomasse der Fische in diesem Gebiet. Nach Identifizierung einer der sechs Zielarten wird das optische System aktiviert. Diese Komponente umfasst mehrere Kameras und ist dank tiefem Lernen dazu in der Lage, umfangreiche Daten mit verschiedenen Bilderkennungsalgorithmen zu verarbeiten. „Wenn das optische System die Identifizierung einer der sechs ausgewählten Arten bestätigt, übermittelt es die Informationen über akustische Unterwasserkommunikation und anschließend per Funk an eine Küstenstation.“

Das laufende Projekt SYMBIOSIS (A Holistic Opto-Acoustic System for Monitoring Marine Biodiversities) zielt darauf ab, die Leistungsfähigkeit seines Prototypsystems in drei verschiedenen Meeresumgebungen zu testen: im flachen Mittelmeer, im tiefen Mittelmeer und in einer tropischen Umgebung auf den Kanarischen Inseln. Die sechs ausgewählten großen Fischarten, die von dem Projekt abgedeckt werden, sind besonders für die Fischerei von großem Interesse. Dazu gehören zwei Arten von Thunfisch, die Mittelmeer-Bastardmakrele (Trachurus mediterraneus), die Makrele (Scomber scombrus), die Gemeine Goldmakrele (Coryphaena hippurus) und der Schwertfisch (Xiphias gladius). Die Teammitglieder weisen in der Pressemitteilung darauf hin, dass SYMBIOSIS „neuartige Lösungen für die groß angelegte und flächendeckende Überwachung der Unterwasserwelt bieten und einen positiven Einfluss auf die meeresbiologische Forschung, den Meeresschutz und die Meerespolitik zugunsten der Fischerei in Europa und weltweit haben wird.“

Weitere Informationen:
SYMBIOSIS-Projektwebsite

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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