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Neues von SHDS: Auf mehr Erdbebensicherheit hinarbeiten

Um die Auswirkungen der Zerstörung durch Erdbeben zu mindern, haben Ingenieure Baustoffe entwickelt, die sich an seismische Erschütterungen anpassen, und damit der Leistung Vorrang vor der bloßen Kraft gegeben. Das Projekt SHDS (Seismic-resistant Highly Deformable Structures) wurde im Jahr 2015 zur Entwicklung von Baustoffen auf der Basis eines verstärkten stark verformbaren Betons ins Leben gerufen, der mit Gummiteilchen aus Altreifen hergestellt wird und von einem weiteren EU-finanzierten Projekt namens ANAGENNISI konzipiert wurde.
Neues von SHDS: Auf mehr Erdbebensicherheit hinarbeiten
SHDS entwickelte Verbindungsträger, die als erstes Element in einem Gebäude Erdbebenschäden aufnehmen und somit die übrige Struktur schützen sollen. Ihr Design macht sie leicht austauschbar, minimiert kostspielige Reparaturen und ermöglicht eine schnellere Gebäudenutzung.

Letztes Jahr hat uns Projektkoordinator und Marie-Curie-Stipendiat Dr. David Escolano (jetzt an der Fakultät für Maschinenbau, Polytechnische Universität Madrid) mitgeteilt, dass das Team mehr als 300 Zylinder/Würfel getestet hat, bevor es die optimale Mischung fand, die ähnlichen Belastungen wie ihre traditionellen Pendants standhalten kann, während sie eine viermal höhere Verformungsfähigkeit aufweist. Zu dieser Zeit war das Projekt noch nicht bereit für die Vermarktung. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

In dem Feature „Was wurde aus...“ betonte Dr. Escolano vor Kurzem, dass „Innovationen im Bauwesen und insbesondere im Hochbau schwierig anzuwenden sind, da es sich um die strukturelle Integrität von Gebäuden und Infrastrukturen handelt.“ In der Praxis bedeutet dies einen notwendigerweise rigorosen Testprozess, „um kritische Fragen über die Haltbarkeit, Verbindung, langfristige Leistung – einschließlich Kriecheigenschaften und Materialermüdung – und Reaktion auf nicht planmäßige Einwirkungen wie Brände und Stoßwirkungen zu beantworten“, führt Dr. Escolano weiter aus.

Zu diesem Zweck analysieren die Teammitglieder im Augenblick die Daten, die aus diesen Tests hervorgingen, was es ihnen ermöglichen wird, „analytische und numerische konstitutive Modelle für HDC zu entwickeln und das Design stark verformbarer Elemente zu optimieren“, so Dr. Escolano. Dies wird einen entscheidenden Beitrag für die Erstellung der Leitlinien liefern, die in die Baunormen und -ordnungen einfließen werden, die gemeinsam mit neuen Materialien und technischen Lösungen entwickelt werden müssen.

In der Zwischenzeit „verbreiten wir unsere Ergebnisse in Fachforen, um die Kommerzialisierung voranzutreiben. Darüber hinaus haben wir auch viel Interesse von anderen Wissenschaftlern und praktizierenden Ingenieuren erfahren, was uns auf unserem Weg zur Marktreife nur noch mehr anspornt“, erklärt Dr. Escolano. Auch wenn die Kommerzialisierung noch nicht erreicht wurde, hat es seit dem formellen Ende des SHDS-Projekts definitiv positive Fortschritte gegeben!

Quelle: Aus dem Magazin Research*eu, Ausgabe 77

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