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Studie zeigt, dass nach wie vor viele Jugendliche in Europa anfangen, zu rauchen

Forscher haben herausgefunden, dass der Anteil der Menschen, die in der frühen Jugend mit dem Rauchen anfangen, in den letzten 40 Jahren deutlich angestiegen ist.
Studie zeigt, dass nach wie vor viele Jugendliche in Europa anfangen, zu rauchen
Das Rauchen ist die häufigste Ursache für vermeidbare Todesfälle. Jährlich sterben laut einem Informationsblatt der Weltgesundheitsorganisation mehr als sieben Millionen Menschen daran. Für die Umsetzung der Gesundheitspolitik ist es von zentraler Bedeutung, das Ausmaß und die Art und Weise des Tabakkonsums zu überwachen. Eine Studie, die Daten des EU-finanzierten Projekts ALEC (Aging Lungs in European Cohorts) verwendete, untersuchte langfristige Trends bezüglich Menschen in Europa, die anfangen, zu rauchen. Die Ergebnisse wurden vor Kurzem in der Fachzeitschrift „PLOS ONE“ veröffentlicht.

Die Forscher betonten, dass die meisten wissenschaftlichen Veröffentlichungen über Tabaknutzung zwar von Prävalenzzahlen berichten, aber nur wenige Daten zum Alter derjenigen angeben, die mit dem Rauchen anfangen. „Um primäre Präventionsstrategien zu entwickeln, ist es besonders wichtig, die Trends bezüglich dem Beginn des Rauchens herauszufinden.“

In einer Pressemitteilung der Universität Bergen fasst die Mitautorin Prof. Cecilie Svanes die Ergebnisse folgendermaßen zusammen: „Seit 1970 scheinen Aktionen gegen das Rauchen weitgehend erfolgreich gewesen zu sein, aber die Botschaft konnte nicht bis zu den jüngsten Altersgruppen vordringen.“ Prof. Svanes, eine Partnerin des ALEC-Projektes, betonte die Wichtigkeit von Aufklärungskampagnen gegen das Rauchen, die auf die jüngsten Altersgruppen abzielen. „Natürlich senkt man das Risiko eines Herzinfarkts oder von Lungenkrebs, wenn man im fortgeschrittenen Alter mit dem Rauchen aufhört, aber die Gesellschaft als Ganzes profitiert mehr davon, wenn die jüngsten Altersgruppen ihr ganzes Leben lang gesund bleiben.“

Je jünger sie sind, desto mehr fangen mit dem Rauchen an

Die Studie bündelte Daten aus sechs groß angelegten multizentrischen Studien, die im Rahmen des ALEC-Konsortiums durchgeführt wurden. Die Daten bestanden aus zufälligen Stichproben der allgemeinen Bevölkerungen von 17 europäischen Ländern. Eine der Fragen, die die Trends bezüglich der Aufnahme des Rauchens zwischen 1970 und 2009 ausloten sollte, war: „Wie alt waren Sie, als Sie mit dem Rauchen anfingen?“ Die Daten zeigten, dass „Menschen beider Geschlechter in der späten Jugend (16-20 Jahre) in allen Regionen immer seltener mit dem Rauchen anfingen (außer in Südeuropa, wo der Rückgang nach 1990 abflachte)“, wie der Artikel in der Fachzeitschrift angibt.

„In den späten 2000er-Jahren war der Anteil der Menschen, die in Ost-, Süd-, und Westeuropa in der späten Jugend mit dem Rauchen anfingen immer noch hoch (40-80 von 1000/Jahr) verglichen mit Nordeuropa (20 von 1000/Jahr). Der Anteil der Menschen, die in der frühen Jugend (11-15 Jahre) mit dem Rauchen anfingen, nahm nach dem Jahr 1990 in allen Regionen (außer bei nordeuropäischen männlichen Jugendlichen) deutlich zu, gerade in Westeuropa, wo er im Jahr 2005 40 von 1000/Jahr erreichte.“

Die Forscher wiesen darauf hin, dass es besonders wichtig ist, den Anteil der Jugendlichen zu senken, die mit dem Rauchen anfangen, „weil Jugendliche für eine Nikotinsucht und die negativen Auswirkungen des Tabaks besonders empfänglich sind.“ Das fortlaufende Projekt ALEC wurde zum besseren Verständnis der Faktoren ins Leben gerufen, die zu schlechter Lungenfunktion, Atembehinderungen und der Entwicklung von chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen führen.

Eines der Ziele ist, verschiedene Determinanten und Risikofaktoren für eine schlechte Lungenfunktion zu bestimmen, einschließlich verhaltensbezogener, berufsbezogener, ernährungsbezogener und genetischer Faktoren. ALEC integriert die Daten aus den kohortenbezogenen, bevölkerungsbasierten Biobanken und verwendet moderne statistische Methoden, die auch für generationenübergreifende Analysen relevant sind. Die Projektpartner hoffen auch darauf, ein interaktives Werkzeug zur persönlichen Risikobewertung entwickeln zu können, das Patienten und Gesundheitsdienstleistern frei zugänglich sein soll.

Weitere Informationen:
ALEC-Projektwebsite

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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