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Umweltfreundliches Heim, Glück allein: die Finanzierung eines umweltfreundlicheren Europas

Menschen, die ein umweltfreundlicheres Eigenheim erwerben und Immobilieneigentümer, die ihr Haus im Hinblick auf die Energieeffizienz umbauen, können von besseren Kreditzinssätzen profitieren.
Umweltfreundliches Heim, Glück allein: die Finanzierung eines umweltfreundlicheren Europas
Die überwiegende Mehrheit der europäischen Gebäude wird als Wohnraum genutzt. Da viele dieser Unterkünfte vor der Einführung der Energieeffizienzvorschriften in den 1970er Jahren erbaut wurden, sind diese nicht sonderlich energieeffizient. Tatsächlich gilt, dass überwältigende 97 % der europäischen Gebäude eine schlechte Energieeffizienz aufweisen. Darüber hinaus gehen 40 % des Energieverbrauchs und 36 % der CO2-Emissionen in der EU auf diese Gebäude zurück. Noch besorgniserregender ist, dass drei Viertel der aktuellen Unterkünfte voraussichtlich noch im Jahr 2050 stehen werden. Die Schaffung von Anreizen für Bürger zur Verbesserung der Energieeffizienz (EE) in Gebäuden ist daher ein entscheidender Schritt bei den Maßnahmen der EU zur Abschwächung des Klimawandels.

Das 2017 ins Leben gerufene EU-finanzierte Projekt EeMAP (Energy efficient Mortgages Action Plan) arbeitet daran, den einfachen Zugang zu Energieeffizienz-Hypothekenprodukten zu unterstützen, die zur Sanierung von Millionen Gebäuden in ganz Europa führen werden. Die Initiative basiert auf der Erkenntnis, dass Banken bei der Unterstützung der Energiesparziele der EU eine wesentliche Rolle zu spielen haben.

Laut Michael Lewis, CEO des Projektpartners E.ON UK, hindert die Abwesenheit einfach zugänglicher und erschwinglicher Finanzmittel Hauseigentümer daran, von den geringeren Kosten, höheren Immobilienwerten und höherem Komfort energieeffizienter Gebäude zu profitieren. „Der einfachere Zugang zu erschwinglichen Finanzmitteln über eine Energieeffizienz-Hypothek soll für Kunden einen zusätzlichen Anreiz für bessere Gebäudeisolierungen, für den Austausch alter Heizsysteme oder für mehr Unabhängigkeit bei der Energieversorgung durch Solarpaneele, Batterien oder virtuelle Speicherung schaffen“, erklärt er in einem EeMAP-Bericht.

Energieeffizienz-Hypotheken in der Pilotphase

Im Zuge ihrer Strategie haben die Projektpartner einen Rahmen für Energieeffizienz-Hypotheken entwickelt, der aus einer Reihe von Leitlinien für Energieeffizienz-Hypotheken besteht. Der Rahmen wird über ein Pilotprogramm getestet, die im Juni 2018 gestartet wurde. Rund 40 große europäische Banken und mehr als 20 unterstützende Organisationen beteiligen sich am Pilotprogramm. Die beteiligten Banken untersuchen die Möglichkeit, geringere Zinssätze für Hypotheken anzubieten, die Energieeffizienzkriterien erfüllen.

Die gesamte Initiative beruht auf zwei wichtigen Annahmen. Die erste Annahme lautet, dass die Verbesserung der Energieeffizienz von Immobilien deren Wert steigern und somit das Vermögensrisiko der Banken senken wird. Die zweite Annahme lautet, dass Energieersparnisse in umweltfreundlicheren Haushalten dazu führen werden, dass mehr Einkommen zur Verfügung steht. Dies bedeutet, dass Kreditnehmer wahrscheinlich weniger mit ihren Hypotheken in Verzug geraten und folglich auch das Kreditrisiko der Banken sinkt. Dieser Mehrwert wird sich z. B. in Form von geringeren Zinssätzen und höheren Kreditbeträgen in den Anreizen widerspiegeln, die Kreditnehmern angeboten werden.

„Energieeffizienz-Hypotheken haben das Potenzial, die Bereitstellung erschwinglicher Finanzmittel zu revolutionieren, und wir sind bereit, der Herausforderung für Hauseigentümer zu begegnen, die motiviert sind, den Schritt in ein energieeffizientes Leben zu wagen“, sagt Lewis in demselben Bericht.

Im Rahmen von EeMAP ist geplant, das Feedback aus dem Pilotprogramm zur schrittweisen Verbesserung der Gebäudeeffizienz zu nutzen. Das Projekt zielt zudem darauf ab, die zur Verfügung stehenden Ressourcen zu nutzen, um die Vorteile von Energieeffizienz-Hypotheken für den Menschen, die Wirtschaft und den Planeten zu bewerben.

Weitere Informationen:
EeMAP-Projektwebsite

Quelle: Gestützt auf Projektinformationen und Medienberichte

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