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Was Vitamin K für ein gesundes Herz-Kreislauf-System und starke Knochen tut

Eine neue Studie hat gezeigt, dass Vitamin K2 die optimale Verwertung von Kalzium und die Sicherheit von Behandlungsmethoden bei altersbedingtem Knochenschwund verbessern könnte.

GESUNDHEIT

Wissenschaftliche Fortschritte

© adike, Shutterstock

Kalzium ist ein Mineral, das der Körper unbedingt braucht, um gesund zu bleiben. Viele nehmen Kalziumpräparate ein, weil sie ihre Knochen stärken wollen, besonders Osteoporosepatienten, bei denen krankheitsbedingt die Dichte und Qualität der Knochen beeinträchtigt sind. Doch die Sicherheit solcher Kalziumpräparate steht infrage, da sie mit einem Herz-Kreislauf-Risiko einhergehen könnten.

Dank einer Teilförderung durch das EU-finanzierte Projekt INTRICARE (International Network for Training on Risks of vascular Intimal Calcification And roads to Regression of cardiovascular diseasE) konnte ein Forscherteam die Wirkung von zusätzlichem Kalzium auf die Gesundheit der Knochen und des Herz-Kreislauf-Systems sowie die Rolle von Vitamin K bei einer sichereren Behandlung von Osteoporose untersuchen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Frontiers in Cardiovascular Medicine“ veröffentlicht. „Noch ist unklar, ob eine zusätzliche Kalziumaufnahme signifikant zur Reduktion der Knochenbrüchigkeit und des Frakturrisikos beiträgt. Den Daten zufolge wirkt sich bei Frauen nach den Wechseljahren zusätzliches Kalzium in hohen Dosen negativ auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität aus.“

Die Rolle des Vitamin K

Über 99 % des gesamten Kalziums im Körper befinden sich in Zähnen und Knochen. Der Rest steckt im Blut, extrazellulärer Flüssigkeit, Muskeln und anderem Gewebe. Kalziumsalze außerhalb des Knochens werden als extraskelettale Verkalkung bezeichnet. In ihrem Artikel erklären die Forscher das „Kalziumparadoxon“, bei dem unter mehreren pathologischen Bedingungen paradoxerweise gleichzeitig eine reduzierte Knochenmineraldichte und eine gesteigerte Gefäßverkalkung auftreten.

Sie betonen, dass dies am häufigsten Osteporosepatientinnen nach den Wechseljahren und Patienten mit einer chronischen Nierenkrankheit betrifft. In der Studie ist zu lesen: „Über Jahrzehnte ging man davon aus, dass Gefäßverkalkung klinisch kein relevanter Prozess ist, der von einer passiven Ablagerung von Kalziumkristallen abhängt und damit nur ein passives Merkmal von Krankheit und Alterung darstellt. Aktuelle Ergebnisse sprechen allerdings gegen diese Annahme. Gefäßverkalkung scheint ein hochregulierter Prozess zu sein.“

Dem Artikel zufolge „könnte Vitamin K als ergänzender Nährstoff zu Kalzium (und Vitamin D) vor einem erhöhten Risiko der Gefäßverkalkung schützen und damit eine sicherere Behandlung der Osteoporose ermöglichen.“ Weiter heißt es: „Die Kombination von Vitamin K und Kalzium könnte das Risiko für Knochen nach den Wechseljahren senken und gleichzeitig Gefäßverkalkung vorbeugen. Dadurch würden die positiven Wirkungen von Kalzium im Knochen verstärkt und die negativ assoziierten vaskulären Effekte zusätzlicher Kalziumaufnahme verhindert.“

In einer Pressemitteilung von NattoPharma, das die Forschung ebenfalls unterstützt hat, erklärt der Hauptautor und Leiter der Forschungsprojekts Prof. Leon Schurgers: „Die Untersuchung wird weitere Nachweise dafür liefern, dass Kalzium ohne entsprechende Vitamin K2-Aufnahme im Weichgewebe landen könnte, wo es nicht erwünscht ist, statt in der Knochenmatrix, wo es gebraucht wird.“

Das Projekt INTRICARE läuft noch und will „eine neue Generation Wissenschaftler ausbilden, die dank ihrer exzellenten Fähigkeiten unser Verständnis von der Entstehung der vulnerablen Plaque, mit besonderem Fokus auf Mikrokalzifikation, vorantreibt und innovative Lösungen für die frühzeitige Prävention, Diagnose und Behandlung von Atherosklerose entwickelt“, wie es auf der Projektwebsite heißt. INTRICARE fördert mehrere Nachwuchsforscher, die an insgesamt 15 Projekten arbeiten.

Weitere Informationen:
INTRICARE-Projektwebsite

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