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ESA eröffnet Nutzerzentrum für internationale Raumstation

Das Nutzerzentrum für die internationale Raumstation wurde diese Woche bei ESTEC, der zentralen Technologie- und Forschungseinrichtung der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) in Noordwijk, Niederlande, eröffnet.
Das Informationszentrum wendet sich an Europäer, die an der Nutzu...
Das Nutzerzentrum für die internationale Raumstation wurde diese Woche bei ESTEC, der zentralen Technologie- und Forschungseinrichtung der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) in Noordwijk, Niederlande, eröffnet.
Das Informationszentrum wendet sich an Europäer, die an der Nutzung der Weltraumstation interessiert sind, und ermöglicht ihnen, sich über die Einrichtungen an Bord der internationalen Raumstation zu informieren und mit Experten der ESA das Entwicklungsverfahren für ihre Experimente zu diskutieren.
Herr Dieter Isakeit, Leiter der Koordinationsstelle der ESA, sagte: "Die meisten potentiellen Nutzer der Raumstation kennen uns kaum; wir hoffen daher, daß die Einrichtung dieses Zentrums breitere Anerkennung bringen wird. Es ist genauso wichtig, neue Kunden - solche, die uns noch nicht kennen - zu gewinnen, wie die Insider zu informieren. Neulich saß ich mit dem Unternehmensleiter (CEO) von Shell im Flugzeug. Der zeigte sich zwar an dem Projekt interessiert, wußte aber nur sehr wenig darüber. Die Ingenieure wissen Bescheid, aber ihre Chefs nicht.
An Bord der Nutzerstation, die Ende dieses Jahres voll betriebsbereit sein wird, werden erstmalige und potentielle Nutzer, die nicht aus dem Raumfahrtsektor kommen, sowie die traditionelle Weltraumforschergemeinde mit der technischen Ausstattung der Raumstation vertraut gemacht. Das Ausstellungsstück besteht aus einer voll funktionsfähigen Nachbildung im Maßstab 1:1 des wichtigsten europäischen Beitrags, des Columbus-Labors. Interaktive 3-D-Computersimulationen ermöglichen es, die Raumstation innen und außen zu erkunden.
Das Nutzerzentrum steht jedermann offen, obwohl es in Wirklichkeit nur Teilnehmern nützt, deren Regierungen Partner der Weltraumstation sind. Dazu Herr Isakeit: "Wir sind wie eine Art Reisebüro. Bestimmte Länder haben gewisse Einreisebeschränkungen und Visapflichten. Das Nutzerzentrum liefert Informationen, aber nur Länder, deren Regierungen unterschrieben haben, können ein Ticket bekommen.
Die Raumstation wird nun Wirklichkeit - zwei Elemente sind bereits an Ort und Stelle, und das dritte soll im November hinzukommen. Im Rahmen dieser Mission wird das erste Stück europäischer Hardware eingebaut - ein von der ESA entwickelter Bordcomputer, der das Gehirn des russischen Servicemoduls Zvezda (russisch: 'Stern') bildet. "Das heißt, daß die Raumstation wie ein Europäer denken wird, so Herr Isakeit.
Die restlichen zum Bau der internationalen Raumstation erforderlichen 43 Missionen, zu deren weiteren Partnern die Vereinigten Staaten, Rußland, Japan, Kanada und Europa gehören, wurden um durchschnittlich zwei Monate verschoben. Die ESA ist jedoch zuversichtlich, daß der erste Europäer, der ESA-Astronaut Umberto Guidoni, im Juni 2000 die Station betreten wird. Die ESA bereitet auch die wissenschaftliche und technische Nutzung der Station vor. Zu ihren ersten Experimenten gehören ein spezieller Infrarot-Sensor, der "heiße Flecken auf der Erde überwachen soll, und eine Atomuhr, die zehn- bis hundertmal genauer gehen soll als die genaueste Uhr auf der Erde.
Inzwischen hat die ESA einen neuen Vorsitzenden des ESA-Rates gewählt. Alain Bensoussan, derzeit Präsident der französischen Weltraumbehörde CNES, hat diesen Posten am 1. Juli 1999 von dem Norweger Hugo Parr übernommen, der ihn seinerseits die letzten drei Jahre innehatte.
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