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Bessere Aussichten für Hochwasservorhersagen

Zur Zeit wird ein Simulationsmodell entwickelt, das, wenn es mit qualitativ guten Wetterprognosen kombiniert ist, Überschwemmungen in Europas größten Wassereinzugsgebieten vorhersehen kann. In Satellitenbildern integriert, kann es auch dazu beitragen, Hochwasserkatastrophen zu...
Zur Zeit wird ein Simulationsmodell entwickelt, das, wenn es mit qualitativ guten Wetterprognosen kombiniert ist, Überschwemmungen in Europas größten Wassereinzugsgebieten vorhersehen kann. In Satellitenbildern integriert, kann es auch dazu beitragen, Hochwasserkatastrophen zu bewältigen und europäische Raumordnungspolitiken zu gestalten.



Hintergrund


In den vergangenen Jahren gab es in Europa mehrere große Hochwasserkatastrophen. Im Januar 1995 trat die Maas aufgrund schwerer Regenfälle über die Ufer. Die damit verbundenen Gefahren waren so groß, daß die niederländische Regierung 75 000 Menschen aus der Region evakuieren ließ. Zwei Jahre später, im Juli 1997, erreichte die Oder einen historischen Höchststand: Vom Hochwasser betroffen waren Polen, die tschechische Republik und das Bundesland Brandenburg. Aktuelle Modellierungsinstrumente können zwar dazu beitragen, den Höchststand eines Flusses, der Hochwasser führt, vorherzusagen, aber es bedarf noch ausgeklügelterer Methoden, um Hochwasser vorherzusehen und zu bewältigen und Europa bei der Entwicklung von Raumordnungspolitiken zu unterstützen, die das Auftreten von Überschwemmungen eindämmen könnten.




Beschreibung, Wirkung und Ergebnisse


LISFLOOD ist ein computergestütztes Modell, das physikalische Parameter wie Topographie, Niederschlagsmengen, Landnutzung und Bodentyp benutzt, um Überschwemmungen in einigen der großen europäischen Wassereinzugsgebiete zu simulieren. Wenn es komplett entwickelt ist, wird es folgende Anwendungen umfassen:


Hochwasservorhersage: Wetterdaten von nationalen Wetterdiensten können in LISFLOOD eingegeben werden. Die Hochwassergefahr in bestimmten Gebieten kann dann vorhergesagt werden, wenngleich die Genauigkeit der Hochwasservorhersage von der Exaktheit der Wetterangaben abhängt. Hochwasserfrühwarnung bis zu zwei Wochen voraus wird nationale und lokale Behörden befähigen, mögliche Überschwemmungskatastrophen zu verhindern. LISFLOOD wird auch Daten für Wettervorhersagen aus der Vergangenheit heranziehen und damit im Nachhinein simulieren, wie sich die Hochwasser an Maas und Oder hätten vorhersehen lassen.




Die Bewertung von Hochwasserschäden: Satelliten liefern schnell und akkurat Daten über die Ausdehnung der Überschwemmung, die mit Informationen über ihre Dauer und Bodennutzungsdaten von der Datenbank CORINE(1) über Landnutzung kombiniert werden. Dies wird den Behörden ebenfalls helfen, auf Hochwasserschäden so effizient wie möglich zu reagieren.




Ein historisches Analysemittel: Durch die eingehende Prüfung vergangener Hochwasser können möglicherweise ihre Ursachen ausfindig gemacht und die Informationen genutzt werden für eine Raumordnungspolitik, die den Hochwassergefahren Rechnung trägt, wie zum Beispiel die Erhaltung von Waldgebieten, um örtliche Überschwemmungen zu verhindern und die Bodenerosion zu stoppen. LISFLOOD könnte sich als sehr wertvolles Instrument erweisen zur Linderung menschlicher Not und zur Senkung der finanziellen Kosten, die große Hochwasserkatastrophen in Europa hervorrufen.



Organisation der Partnerschaft


Als Teil des Projekts ,,Natural Hazards" hat das Referat Informationssysteme für die Landwirtschaft (ARIS) im Institut für Raumanwendungen (SAI) der Gemeinsamen Forschungsstelle ein Hochwassersimulationsmodell entwickelt: LISFLOOD. Das Projekt wird vom Fünften Rahmenprogramm für Forschung der Europäischen Kommission finanziert. Die Forscher arbeiten eng mit europäischen Experten zusammen, darunter Wissenschaftler der Universitäten von Reading und Bristol im Vereinigten Königreich sowie der Freien Universität Amsterdam und der Universität Utrecht in den Niederlanden. Wasserbehörden mehrerer europäischer Länder, einschließlich Polen und die tschechische Republik, sind ebenfalls beteiligt.



(1) Koordination der Umweltdaten - jeder Mitgliedstaat hat eine Reihe von Datenbanken entwickelt, die auf einer einheitlichen Methodologie basieren. Die Informationen werden gespeichert und durch GIS (Geographical Information System)-Anwendungen verfügbar gemacht.

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Umweltschutz
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