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Zuverlässiger Test für die Erkennung von GMO in Nahrungsmitteln

Die Wirksamkeit eines kommerziell verfügbaren Instruments zur Bestimmung von gentechnisch veränderten Organismen in Sojabohnenpulver konnte nunmehr nachgewiesen werden.



Hintergrund


Der Einsatz von genmanipulierten Organismen (GMO) in Nahrungsmitteln verbreitet sich ...
Die Wirksamkeit eines kommerziell verfügbaren Instruments zur Bestimmung von gentechnisch veränderten Organismen in Sojabohnenpulver konnte nunmehr nachgewiesen werden.



Hintergrund


Der Einsatz von genmanipulierten Organismen (GMO) in Nahrungsmitteln verbreitet sich zusehends. Über ihr Vorkommen in Alltagsprodukten sind viele Verbraucher beunruhigt. Aus diesem Grund fordert die Europäische Kommission, daß Lebensmittel, die nicht mehr als das Äquivalent eines bestehenden Lebensmittels oder Inhaltsstoffs gelten, klar und präzise ausgezeichnet sein müssen. Eines dieser Produkte ist die gentechnisch veränderte Sojabohne RoundupReady, die herbizidtolerant ist. Zur Zeit gibt es auf dem Markt nur ein Testkit, um das Vorhandensein von RoundupReady in feingemahlenem Sojabohnenpulver festzustellen. In einem aktuellen Projekt hat die Abteilung Nahrungsmittelerzeugnisse im Institut für Gesundheit und Verbraucherschutz (IHCP) der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission die Präzision des Kits getestet.




Organisation der Partnerschaft


Dieses Projekt ist nur eine der zahlreichen, vom IHCP durchgeführten GMO-bezogenen Aktivitäten. Es wurde zusammen mit der Abteilung Referenzmaterialien im Institut für Messungen und Referenzmaterialien (IRMM) der Gemeinsamen Forschungsstelle durchgeführt. Darüber hinaus nahmen 38 Laboratorien aus 13 EU-Ländern und der Schweiz an dem Versuch teil. An jedes Labor wurden ein Set Standardproben und 16 blinde, vom IRRM erzeugte Proben geschickt. Das Testkit, das beim amerikanischen Unternehmen SDI erhältlich ist, basiert auf der bekannten ELISA-Technik (enzyme-linked immunosorbant assay), mit der das in RoundupReady eingeführte Protein, das die Herbizidtoleranz erzeugt, identifiziert werden kann.




Beschreibung, Wirkung und Ergebnisse


Das Experiment bestand darin, einen willkürlich festgelegten Grenzwert von 2% GMO zu testen, um beispielsweise zu bestätigen oder auszuschließen, daß die blinden Proben mindestens 2% oder weniger RoundupReady enthielten. Dieser Schwellenwert wurde aus Gründen der technischen Durchführbarkeit und der Verfügbarkeit an Testmaterial gewählt und zielt nicht darauf ab, zukünftige Gesetze der Europäischen Kommission in bezug auf akzeptable GMO-Niveaus in Nahrungsmitteln vorwegzunehmen. Die Laboratorien mußten daher nur herausfinden, ob die Proben positiv oder negativ waren, d.h. mehr oder weniger als 2% GMO enthielten.



Außer einem teilten alle Laboratorien dem IHCP die Ergebnisse mit, und eine statistische Dateninterpretation zeigte auf, daß die Negativwerte für Proben mit weniger als 2% GMO zu 99% präzise waren. Für die positiven Ergebnisse lag die Genauigkeit bei ca. 94%. Diese Ergebnisse sind sehr ermutigend und stellen einen wichtigen Schritt hin zur Entwicklung quantitativer Tools dar, die sich auf GMO-Grenzwerte eichen lassen, falls diese gesetzlich eingeführt werden. Auch für den Verbraucher sind dies gute Nachrichten, da sie das Vertrauen in die Verlässlichkeit von Nahrungsmitteletiketten stärken.



GMO können auch durch das Vorhandensein jüngst eingeschleuster ,,fremder" DNA-Sequenzen bestimmt werden. Im vergangen Jahr validierte das IHCP überdies eine qualitative Screening-Methode, um die meisten derzeit zur Vermarktung zugelassenen GMO festzustellen, z.B. RoundupReady-Sojabohnen und BT-176-Mais. Diese Arbeit erfolgte ebenfalls zusammen mit dem IRMM.



Darüber hinaus ist das IHCP für das Archivieren aller Arbeiten zuständig, die experimentelle Feldversuche mit GMO in der gesamten Europäischen Union beschreiben. Zusammenfassungen dieser Dokumente sind im Internet unter http://bio-tech.jrc.it verfügbar.


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