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Die Küste sauber halten

Erhöhtes Verkehrsaufkommen auf den Seeverkehrswegen der Küstenmeere vermehrt die Unfallgefahren und führt gleichzeitig zu mehr Umweltverschmutzung. Wachsende Fremdenverkehrs- und Fischzuchtindustrien bedeuten auch, daß Leben und Lebensunterhalt der Menschen sehr viel stärker d...
Erhöhtes Verkehrsaufkommen auf den Seeverkehrswegen der Küstenmeere vermehrt die Unfallgefahren und führt gleichzeitig zu mehr Umweltverschmutzung. Wachsende Fremdenverkehrs- und Fischzuchtindustrien bedeuten auch, daß Leben und Lebensunterhalt der Menschen sehr viel stärker durch verursachte Schäden beeinflußt werden können. Das Projekt OPCOM wird dazu beitragen, unsere Küstenstreifen, Arbeitsplätze und Wirtschaftszweige zu schützen.



Hintergrund


Vor zwanzig Jahren liefen aus dem Wrack des Riesentankers Amoco Cadiz Unmengen von Öl aus, das Meeresfische und -organismen an den Küsten der Bretagne zerstörte. Vor nicht allzu langer Zeit führte ein Brand auf dem Frachtschiff Pallas zu erheblichen Schäden. Trotz der Erfahrungen und Erkenntnisse von vor 20 Jahren war Mißmanagement dafür verantwortlich, daß gut ausgebildete, gut ausgestattete und hochspezialisierte Teams es nicht schafften, die Dinge in den Griff zu bekommen, und die Umweltkatastrophe drohte, auf die Deutsche Bucht und die mittlere Nordsee überzugreifen.



Dieses Feuer machte deutlich, wie wichtig gerade eine bessere Überwachung und Verwaltung der Küsten geworden sind. Es besteht ein hohes Konfliktpotential zwischen Tourismus, lokalen Industrien wie der Züchtung von Schalentieren und dem kontinuierlich ansteigenden Verkehr in den Küstenmeeren. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit, das Leben im Meer zu schützen und die Wasserqualität zu verbessern, zunehmend erkannt.



Das Projekt OPCOM (Operational Modelling for Coastal Zone Management) zielt darauf ab, bessere und zuverlässigere Hilfsmittel für diejenigen verfügbar zu machen, die für die Verwaltung der europäischen Küsten verantwortlich sind.




Beschreibung, Auswirkungen und Ergebnisse


OPCOMs Arbeit konzentriert sich auf die Bedürfnisse jeder Anwendergemeinschaft, indem es insbesondere kleine und mittlere Unternehmen miteinbezieht, die aufgrund ihrer begrenzten finanziellen Ressourcen oft von FuE-Projekten ausgeschlossen sind. Zu den Benutzern zählen beispielsweise Austernzüchter, die bei der Umweltüberwachung unterstützt werden müssen, um das Management und den Schutz von Austernzuchten zu verbessern, oder Schiffahrtsgesellschaften, die aktuelle hydrographische Vorhersagen für die Schiffsroutenplanung benötigen.



Zielgebiete des Projekts sind in erster Linie die Bucht von Marennes-Oléron (Frankreich), wo das Verhältnis zwischen Austernzüchtern und lokalen Fremdenverkehrsbetreibern sehr gespannt ist, die Elbemündung (Deutschland), einer der weltweit verkehrsreichsten Küstenverkehrswege, die Tajomündung (Portugal), wo die Auswirkungen der Abwasser auf die Wasserqualität Anlaß zur Sorge geben, und die Inselwelt Archipelagos, wo Management-Tools benötigt werden, um das Meeresökosystem zu schützen. Ziel des Projekts ist, die Küstengewässer zu überwachen, Schäden gering zu halten, eine rasche Reaktion zu gewährleisten und für die gesamte Küstengemeinschaft die nachhaltige Entwicklung der Meeresressourcen sicherzustellen.




Organisation der Partnerschaft


Das OPCOM-Konsortium besteht aus sieben Organisationen aus Deutschland, Frankreich, Portugal und Finnland: Die Koordinierungsstelle HYDROMOD ist ein in Deutschland ansässiges Unternehmen, das auf Meeresforschung und Hydrogeophysik spezialisiert ist; ARGES aus Finnland und SOGREAH aus Frankreich sind Experten auf den Gebieten Energieforschung sowie Umwelt- und Wasserressourcen-Management; das portugiesische Unternehmen HIDROMOD entwickelt Software für den Entwurf von Flüssigkeitsmechanismen. Außerdem beteiligt sind die französischen Umweltspezialisten CREMA, das finnische Environmental Impact Assessment Centre (EIA) und das portugiesische Instituto Superior Técnico der Technischen Universität Lissabon.

Fachgebiete

Umweltschutz
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