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Diabetes mellitus: die Massenerkrankung des 21. Jahrhunderts

Neue Lebensweisen und das immer höhere Durchschnittsalter der europäischen Bevölkerung führen dazu, daß auch die Fälle von Diabetes zunehmen. Die Geschwindigkeit der Zunahme beunruhigt viele Wissenschaftler, die nun für höhere Investitionen in die Forschung nach effektiven Abw...
Neue Lebensweisen und das immer höhere Durchschnittsalter der europäischen Bevölkerung führen dazu, daß auch die Fälle von Diabetes zunehmen. Die Geschwindigkeit der Zunahme beunruhigt viele Wissenschaftler, die nun für höhere Investitionen in die Forschung nach effektiven Abwehrstrategien gegen Diabetes plädieren.
Nach einem aktuellen Bericht des Instituts für technologische Zukunftsforschung (IPTS), das zur Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission gehört, wird die derzeitige Tendenz, wenn nicht unverzüglich "nachhaltige Schritte" unternommen werden, in weniger als 20 Jahren seuchenartige Ausmaße annehmen und über ein Drittel der Gesundheitshaushalte verbrauchen.
Diabetes mellitus ist ein weltweites Problem. In Nordamerika machen die Ausgaben für Diabetes mellitus und seine Komplikationen ungefähr ein Drittel des Gesundheitshaushalts für ältere Mitbürger aus. Im Mittelmeerraum sowie in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens nähert man sich ähnlich hohen Niveaus. In vielen dieser Länder leiden mindestens 20 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre an Diabetes. Fachleute sagen voraus, daß mit der Zunahme der Lebenserwartung Diabetes zu einer der teuersten Krankheiten für Europa wird. Seit sie das Problem erkannt haben, engagieren sich Forscher aus ganz Europa für eine bessere Anerkennung der Diabetesforschung.
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch hohe Blutzuckerwerte charakterisiert ist, die eventuell auf Insulinmangel und eine Resistenz gegen die Wirkung von Insulin zurückzuführen sind. Hierbei handelt es sich um einen bedeutenden Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erblindung und den Verlust der Leberfunktionen, woran vier bis fünf Prozent der europäischen Bevölkerung leiden.
Diabetes mellitus tritt in zwei Hauptformen auf. Die gefährlichste Form ist als "DM1" bekannt. Viel häufiger jedoch ist "DM2", die rund 90 Prozent aller Fälle ausmacht und heute zweimal häufiger als in den 80er Jahren auftritt. Wissenschaftler befürchten nun, daß die Zahlen sich bis 2010 erneut verdoppeln werden.
Um einer möglichen Katastrophe entgegenzuwirken, fordern die Wissenschaftler des IPTS die auf diesem Gebiet arbeitenden Mediziner auf, ihre Institute für die Forschung zur Prävention sowie zur Verzögerung des Ausbruchs von Diabetes und der Zunahme der damit einhergehenden Komplikationen einzurichten:
"Daher ist intensive gemeinsame Forschungsarbeit im internationalen Rahmen erforderlich, um die (kosten-) günstigsten Möglichkeiten zu finden, damit möglichst viele Patienten angemessen behandelt werden können. Neben der Forschung nach besseren, neuen Techniken, sollen auch die bekannten präventiven und therapeutischen Maßnahmen ausgedehnt werden."
Die diesbezüglichen Vorschläge der Wissenschaftler sind im "IPTS-Bericht" beschrieben, der über die unten genannte Adresse angefordert werden kann.
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