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Bewertung der Externen Beratergruppe für den Bereich Luftfahrt

Da der erste Jahrestag der Gründung der Externen Beratergruppe zur Durchführung der Leitaktion "Neue Perspektiven für die Luftfahrt" näherrückt, werfen die Mitglieder nun bereits einen Blick in die Zukunft und diskutieren die Richtung für das Sechste Rahmenprogramm.
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Da der erste Jahrestag der Gründung der Externen Beratergruppe zur Durchführung der Leitaktion "Neue Perspektiven für die Luftfahrt" näherrückt, werfen die Mitglieder nun bereits einen Blick in die Zukunft und diskutieren die Richtung für das Sechste Rahmenprogramm.
Dies liegt strenggenommen nicht in ihrem Aufgabenbereich (der offiziell auf das Fünfte Rahmenprogramm beschränkt ist), doch die beidseitige Zufriedenheit sowohl der Europäischen Kommission als auch der Mitglieder der Gruppe angesichts des bisher Erreichten hat sie angespornt. Die Luftfahrtindustrie greift weit in die Zukunft, wenn sie Prioritäten setzt, und die Gruppe ist bestrebt, diese Chance zu nutzen, um die europäische Luftfahrt möglichst wettbewerbsfähig zu machen.
Die Gruppe wurde am 20. November 1998 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen, um hinsichtlich des Inhalts und der Richtung des Fünften Rahmenprogramms beratend tätig zu werden. Die Mitglieder der Gruppe wurden aus erstklassigen Experten - meistens mit einem hohen Maß an technischem Fachwissen - aus der Luftfahrtbranche ausgewählt. Ihnen werden lediglich ihre Unkosten erstattet, und doch ist die Beteiligung groß und die Beiträge sind enthusiastisch.
"Wir alle sind vielbeschäftigte Leute, doch wir begrüßen die Chance, unsere Meinung zu äußern", so das Gruppenmitglied Joachim Szodruch, der zugleich der Vizepräsident für künftige Projekte und Technologien bei der Daimler Chrysler Aerospace Airbus GmbH ist. "Die Europäische Kommission hört wirklich zu. Sie stellt Fragen und hört sich die Antworten an. Davon profitieren wir indirekt auch."
Der Leiter der Externen Beratergruppe Ulf Ollson, Vizepräsident für Technologie bei der Volvo Aero Corporation, fügte hinzu: "Wir möchten einen Dialog zwischen der Europäischen Kommission und hochrangigen Vertretern der Industrie anregen, um sicherzustellen, daß die Luftfahrt politisch unterstützt wird."
"Wir machen immer mehr Geschäfte als europäische Industrie, und diese Gruppe ist eine ideale Erweiterung bei der Schaffung von Netzen innerhalb der Industrie. Das brauchen wir, wenn wir mit Amerika konkurrieren und zusammenarbeiten wollen."
Das hohe Niveau, das bei der technologischen Entwicklung in der Luftfahrtindustrie nötig ist, sowie die strategischen Auswirkungen auf die nationale Sicherheit bedeuten, daß Vorausplanung von immenser Wichtigkeit ist. Die Luftfahrt ist eine Branche, die daran gewöhnt ist, 20 Jahre voraus zu denken, und diese Gruppe befindet sich in einer ausgezeichneten Position, um die Luftfahrt in die richtige Richtung zu lenken.
Daher die Entscheidung der Gruppe, ihr Augenmerk auf das Sechste Rahmenprogramm zu richten. "Im Moment möchten wir eine Vision aufbauen, die Details kommen später", so Herr Ollson.
Die Gruppe ist bisher siebenmal zusammengekommen und hat einen Bericht verfaßt (im Internet abrufbar). Sie hat zahlreiche Empfehlungen herausgegeben und war "insgesamt erfreut" darüber, wie sie von der Europäischen Kommission aufgenommen wurde.
Dieser Eindruck wird von der Europäischen Kommission geteilt. Jack Metthey von der Generaldirektion Forschung, der für die Verbindung zur Gruppe verantwortlich ist, sagte, daß die Externe Beratergruppe für den Bereich Luftfahrt zu den zukunftsorientiertesten Gruppen gehört. "Es gibt viele Dinge, die die Europäische Kommission tun kann und auch tut, um diese Gruppen zu bestärken, doch letzten Endes hängt es von der Zusammensetzung der Gruppe und den einzelnen Mitgliedern selbst ab."
"Die Luftfahrtgruppe ist sehr aktiv gewesen, und sie ist in der Lage, die Initiative zu ergreifen. Natürlich ist die Luftfahrtindustrie politisch wachsam und vorausblickend, doch diese Gruppe hat sich als äußerst gut organisiert und strukturiert erwiesen, und wir schätzen ihre Beiträge zur Lösung unserer Probleme."
Die Gruppe kam überein, daß sich die Arbeitsprogramme auf zwei Aktivitätsbereiche konzentrieren sollten: die Beschaffung von entscheidenden Technologien sowie die Integration und Validierung von Technologien auf Technologieplattformen. Beide Bereiche sollten im Laufe des Rahmenprogramms in gleichem Maße Berücksichtigung finden, doch die Gruppe hätte im ersten Jahr gern eine stärkere finanzielle Betonung auf der Übernahme von Technologien. Die Gruppe legte die Prioritäten seitens der Industrie für dieses Jahr wie folgt fest: "kostengünstige Primärstrukturen mit geringem Gewicht"; "effiziente und umweltfreundliche Luftfahrzeugtriebwerke"; "neuartige Konfigurationen für Drehflügel-Luftfahrzeuge" sowie "autonome Luftfahrzeuge beim künftigen Luftverkehrsmanagement".
Zu den Kriterien für die Projektauswertung durch die Europäische Kommission wurden einige Ratschläge erteilt, doch diese Ratschläge finden bei den eigentlichen Bewertungen keinen Eingang.
Um noch schneller reagieren zu können, hat die Gruppe beschlossen, einen strategischen Lenkungsausschuß unter der Leitung von Trevor Truman einzurichten. Diese Gruppe kommt in regelmäßigeren Abständen zusammen als die gesamte Externe Beratergruppe und versucht, durch die Verteilung von Fragebögen und Meinungsanfragen eine stärkere Beteiligung seitens der Industrie insgesamt zu erhalten. Sie wird der Europäischen Kommission ihre Ergebnisse im Dezember vorlegen.
Herr Truman sagte: "Einige unter uns verfügen zwar über geschäftliche Erfahrungen, doch beruhen diese auf einer bestimmten Perspektive. Wir müssen also aufpassen, daß wir nicht einfach nur unser eigenes System einsetzen. Daher holen wir den Rat von unseren Kollegen außerhalb der Gruppe ein. Ich glaube, daß wir genau dies tun sollten, und ich bin durchaus bereit, für die gründliche Durchführung dieser Aufgabe Zeit zu investieren."

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