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Die Bedeutung von LIFE

"Put Life into your Environment" (LIFE für die Umwelt) wurde auf Postern und in Pressemitteilungen gefordert, die diesen Oktober aus der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission in Massen herausströmten, als die erste "LIFE-Woche" in Planung war. Die viertägige Vera...
"Put Life into your Environment" (LIFE für die Umwelt) wurde auf Postern und in Pressemitteilungen gefordert, die diesen Oktober aus der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission in Massen herausströmten, als die erste "LIFE-Woche" in Planung war. Die viertägige Veranstaltung war der Förderung und der Feier der Errungenschaften des LIFE-Programms in den drei Hauptbereichen - LIFE-Umwelt, LIFE-Natur und LIFE-Drittländer - gewidmet. Sie wurde von 1.300 Teilnehmern besucht, die eine Ausstellung von fast 150 LIFE-Projekten besichtigten und an zahlreichen Arbeitssitzungen und sonstigen parallel dazu angebotenen Veranstaltungen teilnahmen.
Das LIFE-Programm ist die einzige EU-Aktion, die vollkommen der Unterstützung und Entwicklung der Umweltpolitik der EU in der gesamten Gemeinschaft und den angrenzenden Regionen gewidmet ist. Die Aktion wurde 1992 als Teil des Fünften Umweltaktionsprogramms der Gemeinschaft ins Leben gerufen und tritt gerade in ihre dritte Phase.
LIFE gewährt Unterstützung in Form von Mitfinanzierung für drei Bereiche (gewöhnlich 50 Prozent, in manchen Fällen sogar bis zu 75 Prozent des Projektbudgets). Diese drei Bereiche umfassen:
- LIFE-Natur: Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen von Interesse für die EU;
- LIFE-Umwelt: innovative und Demonstrationsaktionen, die die Wirtschaft und örtliche Gemeinschaften einbeziehen;
- LIFE-Drittländer: Zusammenarbeit mit Nachbarländern der EU bei der Einführung von umweltbezogenen Verwaltungsstrukturen, Aktionen zum Naturschutz und Demonstrationsaktionen zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung.
Beispiele für die Bereiche, die in zahlreichen Parallelsitzungen während der LIFE-Woche behandelt wurden, sind u.a. der Schutz von gefährdeten Vögeln, sauberere Industrieverfahren, Abfallwirtschaft, Wasser- und Luftqualität sowie technische Unterstützung und Demonstration für eine nachhaltige Entwicklung. Es fand ebenfalls ein Seminar gemeinsam mit dem World Wildlife Fund (WWF - Weltverband zum Schutz wildlebender Tiere) über den Beitrag zur Durchführung der Richtlinie Lebensräume statt. Währenddessen hatten europäische umweltpolitische Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) und Netzwerke, die auf dem Gebiet der Umwelt aktiv sind, Gelegenheit, sich zu treffen und ihre Arbeit zu diskutieren. Zudem fand eine Preisverleihung zur Anerkennung der LIFE-Projekte statt, die ihre Ergebnisse am erfolgreichsten publik gemacht und verbreitet haben.
Die Kommission hat in der Zeit von 1996 bis 1999 einen Beitrag von rund 450 Millionen Euro für das LIFE-Programm geleistet. 95 Prozent der Gelder flossen in Aktionen in den Bereichen Natur und Umwelt zur Vermeidung und Bekämpfung der Umweltverschmutzung. Der restliche Betrag kam der Unterstützung von Ländern außerhalb der EU zugute. Hier wurden nahezu 100 Projekte in drei Aktionsbereichen (technische Unterstützung, Naturschutz und Demonstrationsaktionen) abgedeckt.
Beispiele für erfolgreiche LIFE-Drittländer-Projekte sind u.a. die Errichtung von Umweltzentralen für Verwaltung und Technologie in den baltischen Städten Riga und St. Petersburg sowie die "MidWet-Aktion" (Bewahrung und sinnvolle Nutzung von Feuchtgebieten). In der dritten Phase von LIFE-Drittländer wird vorgeschlagen, sich nur auf die technische Unterstützung zu konzentrieren.
Im Rahmen des Progamms LIFE-Umwelt wurden zwischen 1992 und 1998 rund 5.500 Anträge auf Finanzierung gestellt. Dies geht aus Statistiken hervor, die während der LIFE-Woche zur Verfügung standen. Fast 800 Projekte wurden mit 321 Millionen Euro finanziell unterstützt (davon wurden 23 Prozent in saubere Technologien investiert, während die Abwasserwirtschaft, die Land- und Stadtplanung sowie die Abfallkontrolle jeweils mit 14 bis 17 Prozent unterstützt wurden).
"LIFE-Umwelt war auf allen Ebenen ein großer Erfolg", so die Kommission. Als Beispiel nannte sie die niederländische Fluggesellschaft KLM, die ihr bisheriges Verfahren der Motor- und Flugzeugreinigung mittels Säure auf ein wirtschaftlicheres Hochdruckverfahren umstellte. Zudem stellte sie zahlreiche Fortschritte bei der innovativen Abfallwirtschaft sowie verschiedene vielversprechende französische Aktivitäten auf dem Gebiet des Batterie-Recyclings vor.
Vorausblickend hat die Kommission jetzt angekündigt, daß die Rahmenvorschriften für die dritte Phase des Programms LIFE-Umwelt die Synergie zwischen finanzierten Projekten und den Hauptprinzipien der EU-Umweltpolitik für eine nachhaltige Entwicklung fördern sollen. LIFE-Natur bietet andererseits Investitionsunterstützung durch Mitfinanzierung einmaliger Maßnahmen zur Sicherung, Verbesserung oder Ausdehnung eines Standorts für den Naturschutz. Für den Zeitraum 2000 bis 2004 umfassen die Vorschläge für Phase 3 des LIFE-Programms insgesamt 613 Millionen Euro. Davon sollen sechs Prozent dem Programm LIFE-Drittländer zugeteilt werden.
Die Teilnehmer an der LIFE-Woche erhielten eine "Wundertüte" mit echten Beispielen, wie LIFE-Projekte umweltfreundliche, innovative Technologien und Produkte hervorbringen. Zu diesen Beispielen gehörten aus Algen hergestelltes Papier (genannt "alga carta") und spanischer organisch angebauter Reis aus dem Ebrodelta.
Die Teilnehmer konnten ebenfalls einen Einblick in die neue vierteljährliche Veröffentlichung der Generaldirektion Umwelt mit dem Titel "Environment for Europeans " (Umwelt für Europäer) gewinnen. In dem Magazin gibt Margot Wallström, die neue Kommissarin für Umwelt, einen Überblick über ihre Tagesordnung, die sich auf Gesundheit, Klimaveränderung, Wasser, Chemikalien und Erweiterung konzentriert. Das Magazin enthält detaillierte Informationen über die Hauptaktivitäten und Bedenken, mit denen sich die GD Umwelt in den letzten Monaten befaßt hat, und skizziert die Ergebnisse der wichtigsten Berichte, die kürzlich über den Zustand der europäischen Umwelt veröffentlicht wurden. Zudem enthält die Zeitschrift detaillierte Informationen über den Fortschritt des LIFE-Programms selbst.
Der hohe Arbeitsaufwand, der mit der Organisation der LIFE-Woche verbunden war, hat sich allem Anschein nach gelohnt. "Ich glaube, daß das Ergebnis dieser sehr erfolgreichen ersten Umweltwoche uns dazu ermutigen wird, die Möglichkeit ähnlicher künftiger Veranstaltungen in Betracht zu ziehen. Diese würden als Großveranstaltungen, die speziell der Umwelt gewidmet sind, in Aktion treten", sagte EU-Kommissarin Wallström der Delegation auf der Preisverleihung während der LIFE-Woche.
Die folgenden Projekte wurden durch einen Preis ausgezeichnet:
- ein grenzüberschreitendes Programm zum Schutz von Fledermäusen im westlichen Mitteleuropa;
- eine Strategie zur Bewahrung von Sanddünen an der Sefton Coast, Nordwest-England;
- ein Demonstrationsprojekt zur vollständigen Wiederverwertung von Obst- und Gemüsebehältern in der gesamten EU;
- der kontrollierte Abschluß von Landauffüllungen mit Nachbehandlung unter Verwendung von Abfallmaterialien aus der energieproduzierenden Industrie;
- die Umweltzentrale für Verwaltung und Technologie in St. Petersburg.

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