Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Vorstellung der Beratergruppe für nachhaltige Mobilität und Intermodalität

Es hat sich als schwierig erwiesen, die geeignete Zusammenstellung der Mitglieder der Externen Beratergruppe in der Leitaktion "Nachhaltige Mobilität und Intermodalität" im Wachstumsprogramm zu finden. "Es sind so viele Faktoren zu berücksichtigen", sagte der für die Gruppe zu...
Es hat sich als schwierig erwiesen, die geeignete Zusammenstellung der Mitglieder der Externen Beratergruppe in der Leitaktion "Nachhaltige Mobilität und Intermodalität" im Wachstumsprogramm zu finden. "Es sind so viele Faktoren zu berücksichtigen", sagte der für die Gruppe zuständige Jean-Arnold Vinois von der Generaldirektion Verkehr der Europäischen Kommission. "Wir mußten Vertreter für alle Verkehrsmittel, von Betreibern, aus allen Nutzerkreisen, der verarbeitenden Industrie, Entscheidungsträger und Forschungsorganisationen finden. Und wir wollten einen angemessenen Frauenanteil erreichen."
Inzwischen hat es den Anschein, daß die Mitglieder der Externen Beratergruppe gut ausgewählt sind. Unter dem Vorsitz des früheren Planungsdirektors der Londoner U-Bahn, London Underground, funktioniert die Gruppendynamik, und alle kommen gut miteinander zurecht. Die Vertreter der Gruppe wurden aus ganz Europa zusammengebracht: von der staatlichen finnischen Straßenbaubehörde, der norwegischen Reedergesellschaft, Enterprise Ireland bis hin zu Daimler-Chrysler und anderen. Nur drei der insgesamt 17 Mitglieder sind Frauen, doch alle Beteiligten hoffen, daß der Frauenanteil in dem Maße wächst, wie sich die Beratergruppen profilieren.
"Die Gruppe mußte sich ihren eigenen Weg durch das Arbeitsprogramm bahnen", so Herr Vinois. "Ich habe versucht, Ihnen zu helfen, wo ich konnte, doch sie sind die Experten, und solange sie sich der Grenzen ihres Aufgabenbereiches bewußt sind, steht es ihnen frei, Beiträge zu leisten, die ihrer Ansicht nach geeignet sind, das Arbeitsprogramm zu verbessern."
Die Externe Beratergruppe wurde im November 1998 ernannt, und ihre Mitglieder sind ausgewählt worden, um die Europäische Kommission im Forschungsbereich der "nachhaltigen Mobilität und Intermodalität", einer Leitaktion im Rahmen des Programms für wettbewerbsorientiertes und nachhaltiges Wachstum im Fünften Rahmenprogramm, unabhängig zu beraten. Ihre Aufgabe ist es, Ratschläge zu Inhalt und Richtung zu geben. Dazu sollen sie ausführliche Arbeitsprogramme verfassen, prüfbare Ziele zu deren Erreichung erstellen und gegebenenfalls Ratschläge zur Neuorientierung bei der Programmausrichtung geben.
Die Gruppe hat über ihre Rolle diskutiert und diese in ihrer zweiten Stellungnahme vom 15. Oktober zusammengefaßt. Die Externe Beratergruppe stimmte mit der Europäischen Kommission dahingehend überein, daß der Zweck, die Europäische Kommission strategisch zu beraten und eine generelle Anleitung zu geben, darin bestünde, "sicherzustellen, daß die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Aufgaben für die Ziele des Arbeitsprogramms relevant sind und die Herausforderungen und Ziele der Leitaktion berücksichtigen". Die Externe Beratergruppe solle ferner "Ratschläge geben, welche Priorität jeder Aufgabe beizumessen ist" und "den Umfang der Aufgabe erwägen".
"Die Europäische Kommission ist für die Aufwendung enormer Geldbeträge verantwortlich, und unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, daß dieses Geld produktiv eingesetzt wird", so Herr Bayliss.
"Mit unserem kollektiven Fachwissen tragen wir dazu bei, daß die Europäische Kommission ihre Aufgabe noch ein bißchen besser erfüllen kann. Ich bringe eine ausgereifte Nutzer-Perspektive in die Entwicklung dieses Programms ein. Im Laufe meines Berufslebens habe ich viele Erfahrungen und einen guten Einblick in die Beziehung zwischen Politik und Forschung gewonnen."
Das Mitglied der Externen Beratergruppe Ivar Schacke vom dänischen Verkehrsministerium fügte hinzu: "Es gibt stets Neuerungen, bessere Methoden, eine bessere Nutzung von Werkstoffen. Ich glaube noch immer, daß es wirklich einen Unterschied macht, wenn man solche Dinge gemeinsam an einem Tisch mit Leuten diskutiert, die zuhören können."
Bislang ist die Beratergruppe sechsmal zusammengekommen und hat zwei Stellungnahmen ausgearbeitet (im Internet abrufbar). Die Gruppe äußerte sich generell zustimmend zum Arbeitsprogramm und erkannte an, daß der Grundgedanke der Leitaktion - systematische Herangehensweise an den Verkehr - deutlich zum Ausdruck gebracht wurde. In ihrer ersten Stellungnahme heißt es: "Der multidisziplinäre Ansatz, der sämtliche Verkehrsmittel mit einschließt und sich auf gezielte Probleme konzentriert, ist für ein Forschungsprogramm im Verkehrsbereich innovativ."
Die Gruppe gab zu bedenken, daß diese Schwerpunktverlagerung eine gute Kommunikation und Anleitung erfordern werde sowie eine klare Definition des Begriffs "nachhaltige Mobilität".
In der ersten Stellungnahme hieß es ferner, daß die "Leitaktion ambitioniert genug ist, um die Entwicklung einer Vision für eine langfristige Zukunft im Verkehrsbereich zu ermöglichen". Dies sei eine Aufgabe, für die die Mitglieder der Externen Beratergruppe bestebt seien, einen Beitrag zu leisten. Dafür werde eine schrittweise Herangehensweise erforderlich sein, doch da im Arbeitsprogramm keine konkreten Schritte formuliert werden könnten, sei die Gruppe der Ansicht, daß man bei jedem Aufruf zur Vorschlagseinreichung besonderes Augenmerk auf die Formulierung spezifischer Forschungs- und Entwicklungsaufgaben legen müsse. Zu diesem Zweck könnten einzelne Projekte sowohl nach Verkehrsmitteln geordnet, als auch unabhängig vom jeweiligen Verkehrsmittel in strategischen Projektpaketen zusammengefaßt werden.
In der ersten Stellungnahme wurde festgehalten, daß im Mittelpunkt dieser Leitaktion die Lösung der Mobilitätsprobleme durch den Einsatz bestehender oder neuer Technologien stehe. Die Entwicklung bahnbrechender Technologien soll wiederum Gegenstand anderer Leitaktionen im Rahmen des Wachstumsprogramms, des Programms zur Informationsgesellschaft sowie des Energie- und Umweltprogramms sein. Aus diesem Grund beauftragte die Gruppe einige Mitglieder, die Entwicklungen dieser Programme aufmerksam zu verfolgen und über ihre Erkenntnisse Bericht zu erstatten. Aus diesem Grunde sei eine aufmerksame Beobachtung der technologischen Entwicklungen und wirtschaftlichen Aktivitäten und deren Beziehung zum Verkehr notwendig, so die Gruppe.
Es sei von entscheidender Bedeutung, die Interessen der Akteure (Betreiber, Nutzer von Verkehrsdienstleistungen usw.) zu berücksichtigen, und die Mitglieder der Externen Beratergruppe seien in einer guten Position, um diese Ansichten einzubringen.
Herr Bayliss zeigte sich insgesamt über die Resonanz der Europäischen Kommission erfreut und äußerte die Auffassung, daß die Gruppe bei der Formulierung des letzten Aufrufs zur Einreichung von Vorschlägen einen bedeutenden Beitrag geleistet habe. Er sagte: "Die Ausschreibung, die derzeit von der Europäischen Kommission durchführt wird, gibt die Standpunkte wieder, die wir auf unserer letzten Versammlung vorgebracht haben." Die zweite Stellungnahme wurde am 15. Oktober abgegeben.
Diese Stellungnahme konzentrierte sich auf die Revision des Arbeitsprogramms zur Leitaktion "Nachhaltige Mobilität und Intermodalität" sowie auf die Aufgaben, die im zweiten Aufruf zur Vorschlagseinreichung zu berücksichtigen sind, der im Dezember 1999 veröffentlicht wird, und ferner auf den dritten, für Juni 2000 geplanten Aufruf.
Die zweite Stellungnahme gibt eine Reihe unterschiedlicher Standpunkte zu spezifischen Punkten innerhalb der Externen Beratergruppe wieder, es gab jedoch einen "breiteren Konsens hinsichtlich der Form der vorgeschlagenen Aufgaben."
Die Gruppe vertrat die Ansicht, daß die Europäische Kommission bei den Aufgaben insgesamt zu viele Vorschriften mache, und schlug eine offenere Vorgehensweise vor, die den Bietern Raum zur Entfaltung ihrer Kreativität ließe. Sie erkannte jedoch auch an, daß die Aufgaben hinreichend spezifisch formuliert sein müssen, damit bei der Behandlung eines bestimmten Problems auch Ergebnisse vorgelegt werden können. Die Bewertungskriterien der Europäischen Kommission wurden allgemein als angemessen betrachtet.
Die zweite Stellungnahme bringt ferner die Überzeugung zum Ausdruck, daß die Ziele der im Arbeitsprogramm festgelegten "nachhaltigen Mobilität" und "Intermodalität" nicht immer erfüllt werden, und es wurde vorgeschlagen, modale und intermodale Aufgaben zu kombinieren, um angemessene Lösungen für die Probleme hinsichtlich der Verkehrssysteme zu gewährleisten.
Die Mitglieder betonten, wie wichtig es sei, auf frühere Forschungsarbeiten aufzubauen, und die Externe Beratergruppe hat von der Europäischen Kommission nun Informationen zu Kontaktstellen früherer Programme gefordert.
Für die Ausschreibungen wurde folgender Zeitplan festgelegt: Ein Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen wird im Dezember 1999 und ein zweiter im Juni 2000 veröffentlicht. Die restlichen Mittel werden dann für einen einzelnen Aufruf im Jahre 2001 verwendet.

Verwandte Informationen

Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben