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EU-Forscher entdecken die langfristigen Auswirkungen der Belastung durch Dioxin

Die Dioxinbelastung führt beim Menschen in den meisten Fällen zu Chlorakne, einer schweren Hautkrankheit, sowie zu Leberschäden und mehreren anderen chronischen Krankheiten. Dies geht aus einer vom EU-Programm "Umwelt- und Klimaforschung" finanzierten Studie hervor, die in dem...
Die Dioxinbelastung führt beim Menschen in den meisten Fällen zu Chlorakne, einer schweren Hautkrankheit, sowie zu Leberschäden und mehreren anderen chronischen Krankheiten. Dies geht aus einer vom EU-Programm "Umwelt- und Klimaforschung" finanzierten Studie hervor, die in dem Magazin "Environmental research" (Umweltforschung) veröffentlicht wurde.
In ihrem Beitrag weisen die aus vier europäischen Ländern stammenden Forscher die zahlreichen langfristigen Auswirkungen der Dioxinbelastung auf die menschliche Gesundheit nach. Dazu untersuchten sie 159 Arbeiter aus der österreichischen Chemieindustrie, die vor mehr als 20 Jahren am Arbeitsplatz mit Dioxin in Berührung kamen. Da Dioxine extrem lange Halbwertzeiten (Zerfallsdauern) aufweisen, sind sie noch Jahre nach der Belastung in den Blutfetten nachweisbar. Dies ist zwar keine gute Nachricht für die Betroffenen, doch bedeutet es gleichzeitig, daß die Wissenschaftler die langfristigen Auswirkungen von Dioxinbelastungen in verschiedenen Stadien berechnen können.
Die österreichischen Chemiearbeiter wurden zwischen 1963 und 1973 im Rahmen ihrer Tätigkeit, Herbizide herzustellen, mit Dioxin belastet. 32 Prozent der Überlebenden gaben gegenüber den Forschern an, unter Chlorakne zu leiden. Zudem wurde häufig über neurologische Symptome wie Schafstörungen, Kopfschmerzen und Neuralgie berichtet.
1996 wurden die Sterbe- und Erkrankungsraten der gleichen Gruppe von Chemiearbeitern wissenschaftlich untersucht, wobei sich ergab, daß alle an Chlorakne erkrankt waren. Die Auswertung der Krankenversicherungsunterlagen ergab darüber hinaus, daß 30 Mitglieder der Gruppe inzwischen verstorben sind, während die anderen "sehr" lange krankgeschrieben waren, um ihre neurologischen, gastrointestinalen, Leber- und Hauterkrankungen behandeln zu lassen.
Die Forscher stellten außerdem fest, daß die Halbwertzeit von Dioxin, die im menschlichen Körper im allgemeinen sieben Jahre beträgt, ein paar Jahre nach der Kontamination ansteigt. Zudem wurden bei Menschen, die früher mit Dioxin belastet wurden und die stark an Gewicht verloren haben, erhöhte Dioxinwerte im Blut festgestellt, da es aus den Fettablagerungen gelöst wurde. Aus diesem Grund weist die Forschergruppe darauf hin, daß mit Dioxin belastete Personen einen schnellen Gewichtsverlust vermeiden sollten.

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