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Ermutigung zu internationaler Zusammenarbeit auf der IST99

Die Ausstellung IST99 im Handelszentrum von Helsinki bot Ländern außerhalb der EU eine ideale Gelegenheit, um ihre Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Informationsgesellschaft im Hinblick auf eine künftige Zusammenarbeit vorzustellen. Der Betriebsamkeit an den Ständen nac...
Die Ausstellung IST99 im Handelszentrum von Helsinki bot Ländern außerhalb der EU eine ideale Gelegenheit, um ihre Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Informationsgesellschaft im Hinblick auf eine künftige Zusammenarbeit vorzustellen. Der Betriebsamkeit an den Ständen nach zu urteilen, weckten sie beachtlichtes Interesse.
Es gab elf Stände neu assoziierter Länder und sieben weitere internationale Stände. Hier wurden die Ergebnisse früherer FTE-Projekte präsentiert und Informationen zu im FTE-Bereich aktiven Organisationen gegeben, die nach möglichen Partnerschaften Ausschau halten.
Von den neu assoziierten Ländern waren Bulgarien, Zypern, die Tschechische Republik, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien anwesend. Diese Länder sind allesamt EU-Anwärter und können daher mit Gemeinschaftsfinanzierung teilnehmen.
Daneben gab es auch andere internationale Beiträge aus den nicht-assoziierten Ländern Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, Israel, Südafrika und der Türkei. Mit Ausnahme von Israel, mit dem ein Assoziierungsabkommen besteht, können diese Länder ohne Gemeinschaftsfördermittel auf Einzelprojektbasis zwecks Förderung der internationalen Zusammenarbeit an einem Projekt teilnehmen.
In Vorbereitung auf die IST99 haben die Vertreter des slowakischen Standes eine Datenbank mit Unternehmen und Institutionen erstellt, die im Rahmen des IST-Programms an einer Zusammenarbeit interessiert sind. Die Besucher konnten sich ferner über Technologietrends, die Anforderungen und das Potential in der Slowakei sowie über die nationale Infrastruktur zur Förderung und Unterstützung des IST-Programms informieren.
Der Fachbereichsleiter der Fakultät für Mikroelektronik an der slowakischen technischen Universität, Professor Daniel Donoval, sagte, daß die Veranstaltung eine Gelegenheit gewesen sei, mehr Akzeptanz für slowakische Partner an IST-Projekten zu erreichen. Er sagte: "Wir müssen mehr Kontakte knüpfen. Ich glaube, daß es bislang nicht genug Informationen über die slowakischen Länder gab, weil hier die Nachfrage aus dem Westen sehr gering war. Im Rahmen dieser Veranstaltung hatten wir einige fruchtbare Diskussionen mit der Europäischen Kommission und konnten mit anderen Partnern unsere Erfahrungen austauschen."
Der stellvertretende Rektor der slowakischen technischen Universität, Marian Vesely, sagte, daß sie im Laufe der Veranstaltung 20 Visitenkarten von Personen erhalten hätten, die an einer Zusammenarbeit interessiert seien. Hiervon erhofft sich Herr Vesely "ein erfolgreicheres Abschneiden der eingereichten Projekte in der nächsten Ausschreibungsrunde". Darüber hinaus wird er einige Ratschläge für die nationalen Kontaktstellen mit nach Hause nehmen, von denen er glaubt, daß sie "zur Förderung von Projekten systematischer arbeiten müssen".
An dem zypriotischen Stand war die Nachfrage nach einer Teilnahme so groß, daß Dr. Soulla Louca von der Research Promotion Foundation (Stiftung zur Förderung der Forschung) schon die Visitenkarten ausgingen. "Wir haben in der ersten Runde zahlreiche Vorschläge eingereicht, und wir hoffen, daß wir auf dieser Erfolgsquote aufbauen können", sagte sie. "Es war gut, daß wir mit anderen Forschern zusammenkommen konnten und auch, daß wir unsere Forscher fördern konnten."
An dem bulgarischen Stand wurden verschiedene Projekte präsentiert, darunter ein integriertes System für lokale Netzverwaltung, das von der Projektleiterin Anastassia Kolchacova von der bulgarischen Telekommunikationsgesellschaft vorgestellt wurde. "Unsere Teilnahme hier in Helsinki war sehr hilfreich, um unsere Software vorzustellen, die sich nunmehr in der Implementierungsphase befindet. Zudem hatten wir die Möglichkeit, uns mit anderen Leuten aus der Branche zu treffen und unsere gemeinsamen Ideen und Probleme zu diskutieren. Ich habe viele interessante Leute kennengelernt", sagte Frau Kolchacova.
Aufgrund der Anwesenheit des früheren israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, der auf der IST99 und dem European Investment Forum zahlreiche Präsentationen übernahm, wurde dem israelischen Stand zusätzliche Aufmerksamkeit zuteil. Sein Ziel in seiner neuen Funktion als Berater des israelischen Unternehmens BATM Advanced Communications war es, die Zusammenarbeit zwischen Israel und der EU zu fördern.
Die Vertreter von ISERD, einer gemeinnützigen Organisation, die 1996 zur Umsetzung des FTE-Kooperationsabkommens zwischen Israel und der EU gegründet wurde, sagten, daß ihre Organisation auf großes Interesse gestoßen sei. Der Leiter des IST-Programms bei ISERD, Herr Myer Morron, sagte, daß eine Zusammenarbeit mit Israel bei Forschungsprojekten häufiger mit US-Unternehmen stattfinde, und er hoffe, daß diese Veranstaltung das Gleichgewicht wieder einigermaßen herstelle. "Wir bezahlen viel Geld, um am Fünften Rahmenprogramm teilnehmen zu können, also möchten wir auch sichergehen, daß wir den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen. Dadurch erhält auch Europa die Chance, von unseren Fähigkeiten zu profitieren", so Herr Morron.
Im Rahmen dieser dreitägigen Veranstaltung wurden auch einige Plenarsitzungen und Workshops organisiert, die den Unterstützungsmaßnahmen für neu assoziierte Länder, der Auswirkung der Informationsgesellschaft und des elektronischen Handels auf die Länder Mittel- und Osteuropas, dem Aufbau von Partnerschaften und strategischen Themen im Bereich einer multinationalen Zusammenarbeit gewidmet waren.

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