Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Einleitung: Innovation verbindet Wachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen in der EUArbeitsplätzen in der EU

Um nachhaltiges Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum zu gewährleisten, ist eine klare und stringente Innovationspolitik von entscheidender Bedeutung. Wachstum wird durch innovative Firmen, insbesondere KMU, erzielt. An der Schwelle zum dritten Jahrtausend und angesichts ein...
Um nachhaltiges Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum zu gewährleisten, ist eine klare und stringente Innovationspolitik von entscheidender Bedeutung. Wachstum wird durch innovative Firmen, insbesondere KMU, erzielt. An der Schwelle zum dritten Jahrtausend und angesichts einer zunehmend harten Konkurrenz der traditionell innovativeren internationalen Konkurrenz, der der europäische Industrie- und Dienstleistungssektor ausgesetzt ist, müssen sich die politischen Entscheidungsträger für die Schaffung eines Umfelds einsetzen, in dem Innovation gefördert und unterstützt wird. Niemals war es so dringend geboten, die Forschung vom Labor auf den Marktplatz zu holen - eine Notwendigkeit, die sich auch in den Initiativen und Politiken der EU widerspiegelt.



Hintergrund


Die Verbindung zwischen Innovation, Wachstum und Beschäftigung ist ein Wesensmerkmal moderner und offener Volkswirtschaften. Ein hoher Grad an Innovation (neue oder verbesserte Produkte, Ausrüstungen und Dienstleistungen, die auf dem Markt Erfolg haben (1)) ist der Schlüssel für die Entwicklung der Unternehmen - großer und kleiner, traditioneller oder High-Tech-Unternehmen. Darüber hinaus verbessert technologisches Unternehmertum die Wettbewerbsgrundlage des wirtschaftlichen Gefüges in unseren Gesellschaften, indem es zur Entstehung neuer, dauerhafter und qualifizierter Arbeitsplätze, zur Mobilisierung privater Mittel usw. beiträgt.



Aus dem Bericht der Kommission über die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie 1998 geht hervor, daß die Europäische Union, obwohl der europäische Binnenmarkt größer ist als der Inlandsmarkt der Vereinigten Staaten, weniger wettbewerbsfähig ist als die USA.




Europäische Innovationsleistungen


Wenngleich die europäischen Unternehmen viel erreicht haben, ist die unterschiedliche Leistungsfähigkeit des Innovationssystems der Gemeinschaft nach wie vor einer der Hauptgründe für die geringere Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft als Ganzes und die Ursache für das relative Unvermögen Europas - im Vergleich zu den USA -, neue Arbeitsplätze zu schaffen.



In den USA stehen 3% der Unternehmen für 80% des Beschäftigungswachstums zwischen 1991 und 1995. Die meisten Arbeitsplätze werden von einer geringen Zahl wachstumsstarker, oft technologie-orientierter Unternehmen geschaffen. Dies gilt insbesondere für Geschäftsgründungen und Unternehmen, die mit der Übernahme neuer Geschäftsaktivitäten expandieren.



Da ca. zwei Drittel der EU-Produktion und 70% der Arbeitsplätze auf den Dienstleistungssektor entfallen, läßt sich Innovation immer weniger mit FuE in der Fertigung gleichsetzen. Dieses Phänomen, das sowohl auf makroökonomischer als auch Unternehmensebene sichtbar wird, fordert einerseits größere Angleichungen im Innovationsmanagement (auf der Ebene der Unternehmen) und andererseits Veränderungen der Bildungs- und Ausbildungspolitiken, mit dem Ziel, das notwendige Humankapital in einer stabilen, mehr wissensbasierten Wirtschaft zu entwickeln und zu fördern.



Die bedeutende Rolle, die der Innovationspolitik für die Schaffung von nachhaltigem Wachstum und Arbeitsplätzen zukommt, wird heute weitgehend anerkannt, obwohl das Konzept erst vor ein paar Jahren entwickelt wurde. Noch 1995 gaben europäische Indikatoren in bezug auf Forscherzahl, Forschungsinvestitionen und Forschungsergebnisse im Vergleich zu ähnlichen Angaben aus den USA und Japan Anlaß zur Besorgnis. Außerdem waren EU-Maßnahmen auf die Nutzung von durch die Gemeinschaft geförderter Forschung ausgerichtet, die gerade mal 4% der EU-Forschungsausgaben ausmachte, was die erzeugte Wirkung einschränkte.



Als Reaktion darauf wurden die Maßnahmen der EU-Aktionen auf die folgenden Linien ausgerichtet:



der Rahmen - Festlegung, Schaffung und Unterstützung einer europäischen Innovationspolitik;

die prioritäre Stellung von Innovationsmaßnahmen - insbesondere auf den Gebieten Risikokapital und geistiges Eigentum - Mobilisierung von Unternehmen, Optimierung von Politiken über industriellen Wettbewerb und Verringerung bürokratischer Formalitäten.


Der Rahmen: Zwei verschiedene Aktionslinien bestimmen die Entstehung der neuen Politik. Bei der ersten handelte es sich um die breite Konsultation und die Verwirklichung des Grünbuchs zur Innovation, das Europas Defizite im Vergleich zu seinen Konkurrenten herausstellte und konkrete Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene vorschlug. Die zweite betraf die Schaffung des Ersten Aktionsplans für Innovation in Europa - Festlegung von Prioritäten und Maßnahmen. Es wurden drei Ziele festgesetzt: Förderung echter Innovation, Schaffung eines günstigen Umfelds und bessere Verbindungen zwischen Forschung und Innovation.


Die prioritäre Stellung von Innovationsmaßnahmen: Die Europäische Kommission sah es als ihre ständige Aufgabe an, die Umsetzung dieser neuen Politik zur Innovationsunterstützung zu gewährleisten. Die wichtigsten Ergebnisse betrafen Veränderungen im Wettbewerbsrecht, die die gesetzlichen Auflagen für staatliche Beihilfen für Forschung und Forschungskooperation zwischen Unternehmen lockerten.



1997 nahm die Kommission ein Dokument mit dem Titel Innovation im Dienste von Wachstum und Beschäftigung an, das die ersten Ergebnisse der neuen Innovationspolitik zusammenstellte und Prioritäten für die Förderung innovativer Unternehmen formulierte. Es bestätigte die Fortsetzung des Aktionsplans als vorrangiges Ziel und machte mit dem Versuch, Mitgliedstaaten, Regionen und Unternehmen in die Schaffung einer europäischen ,,Innovationsdynamik" einzubinden, den Weg zur größtmöglichen Nutzung des Aktionsplans frei.



Die Lancierung von I-TEC - eine Initiative zur Förderung von Frühinvestionen in innovative Technologie-KMU - im Jahr 1997 und die Einführung von Maßnahmen zur Erhöhung der Beschäftigungsmöglichkeiten aus Innovation und der Verfügbarkeit von Risikokapital im Jahr 1998 fügen sich in diesen Kontext ein. Sie werden durch Aktionen ergänzt, die darauf abzielen, das Patentsystem zu vereinfachen und KMU zu ermutigen, ihre Rechte an geistigem Eigentum sicherzustellen. Als wichtige Elemente dieser Bemühungen wurden das IPR-Helpdesk und ein Such-Tool über Patente unter der Internet-Adresse esp@cenet® eingeführt.




1999 und darüber hinaus: die Herausforderung der Globalisierung


Aufgrund der zunehmenden Globalisierung der Geschäftswelt werden die Probleme, denen sich europäische Unternehmen gegenüber sehen, immer komplexer. Ein Aktionsplan soll Unternehmen in der EU helfen, diese neuen Herausforderungen zu bewältigen. Vier Hauptthemen stehen im Mittelpunkt:


Um die Herausforderung der Globalisierung anzunehmen, wurde auf Unternehmensebene eine Reihe von Maßnahmen getroffen, die mit dem Ziel der Förderung der Innovation im Dienste von Wachstum und Beschäftigung in Einklang stehen.

Auf mikroökonomischer Ebene werden die Innovationsleistungen der europäischen Industrie im Benchmarking verglichen, das als Instrument zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit dienen soll.

Auf makroökonomischer Ebene werden langfristige Politikstrategien, und zwar deren verordnungsrechtliche, wirtschaftliche und Haushaltsaspekte, im Hinblick auf die Schaffung eines Umfelds zur Verbesserung der europäischen Leistung im globalen Wettbewerb systematisch geprüft.

Die vierte und ehrgeizigste Initiative betrifft die Philosophie, die hinter den politischen Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen steht. Die Aktion identifiziert die Schwachstellen der EU und versucht, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, indem sie Investitionen unterstützt, zur effizientesten Verwendung von Humanressourcen ermutigt, europäischen Unternehmen Zugang zu Weltmärkten verschafft und ein verordnungsrechtliches ,,ausgeglichenes Spielfeld" fördert.

Es herrscht einhellig die Meinung, daß diese Ansätze nur dann erfolgreich sind, wenn seitens der öffentlichen Behörden und Unternehmer Bereitschaft zu Flexibilität und Dynamik besteht.




Einbeziehung von KMU in den Innovationsprozeß


Seit 1995 sind Maßnahmen zur Unterstützung des Innovationsprozesses Teil des Mandats der Europäischen Kommission. Im Vergleich zu seinen Vorgängern hat das Fünfte Rahmenprogramm (RP5) (1999-2002) seine Schwerpunkte gänzlich verlagert. Zum ersten Mal ist die spezifische Forderung enthalten, die Beteiligung von KMU auf allen Ebenen des Innovationsprozesses mit Hilfe von Maßnahmen zu fördern, die den Zugang von KMU zur Forschung verbessern, die Mobilität von Forschern erhöhen und den Schutz der Ergebnisse in der Industrie verstärken sollen.



Innerhalb des RP5 gebührt dem ,,horizontalen" Programm ,,Förderung der Innovation und der Einbeziehung von KMU" (auch als ,,Innovation und KMU" bekannt), das die Kohärenz der Innovationspolitik veranschaulicht, besondere Beachtung. Innerhalb dieses Bereichs sind die Koordination und Unterstützungsaktivitäten in bezug auf KMU und Innovation ganz aufeinander abgestimmt und zentraler Punkt jeder Geschäftsaktivität. Dies führt im Ergebnis dazu, daß die vier thematischen Programme des RP5 jeweils ,,KMU- und Innovations-Zellen" enthalten, um in allen FTE-Projekten eine Innovationskultur zu schaffen.



Das Programm Innovation und KMU umfaßt drei Hauptaktionslinien. Die erste ,,Förderung der Einbeziehung von KMU" greift einen erneuerten Ansatz auf, der die Schaffung einer ,,einzigen Anlaufstelle" für KMU, eine Reihe von Hilfsmaßnahmen wie Sondierungsprämien und CRAFT-Projekte umfaßt. Eine neue Aktion über ,,technologische und wirtschaftliche Information" als Leitfaden für die Wahl und Orientierung von KMU ist ebenfalls geplant - KMU mit begrenzten oder gar keinen Forschungsmitteln werden am meisten profitieren.



Die zweite Linie ,,Förderung von Innovation" unterstützt direkt die Umsetzung des Europäischen Aktionsplans für Innovation und umfaßt eine neue Generation von Pilotprojekten, die innovative Ansätze in den Bereichen Innovation und Technologietransfer anwenden. Sie sieht ferner die Lancierung und Durchführung gezielter Pilotprojekte vor, die von Sondermitteln profitieren. Diese Leitlinie betrifft die Entwicklung einer Trend Chart über Innovation in Europa sowie die Schaffung einer neuen Einrichtung, das Regional Innovation Observatory (RINNO) - regionale Innovationsbeobachtungsstelle - , die eine Datenbank über regionale innovationspolitische Maßnahmen in der EU umfaßt.



Die ,,gemeinsamen Aktionen" schließlich führen zur Bündelung von Informations- und Unterstützungsdiensten. Sie zielen auf eine Verbesserung des IPR-Helpdesks, das Hilfe für Innovationsfinanzierung aus privaten Mitteln bietet, sowie auf die Förderung der Gründung innovativer Unternehmen durch LIFT- (Linking Innovation, Finance and Technology) und FIT-(Financing Innovation and Technology) Initiativen ab. Diese Instrumente sind als Schnittstelle zwischen der durch die Gemeinschaft geförderten Forschung und privaten Investoren konzipiert.



Weitere Maßnahmen zielen darauf ab, die Website von CORDIS für FTE-Information zu erweitern und zu verbessern sowie das Netzwerk der Innovationszentren zu stärken, das den Technologietransfer auf lokaler und regionaler Ebene fördert.



Die Notwendigkeit eines umfassenderen Ansatzes für Unternehmen und Innovation in der EU kommt auch in der Zusammenlegung der Generaldirektionen Innovation und Industrie und KMU zur neuen GD Unternehmen zum Ausdruck. Dieser Rahmen wird die Schaffung einer integrierten, auf die Entwicklung europäischer Unternehmen ausgerichteten Politik erlauben.



1. Der Begriff ,,Innovation" ist nicht ganz eindeutig. Das ,,Grünbuch zur Innovation" KOM(95) 688 endg. übernimmt die Definition, die von der OECD in ihrem ,,Frascati Manual" vorgeschlagen wird. Die neueste Definition für ,,technische Innovation" ist im ,,Oslo Manuel" zu finden, das 1997 gemeinsam von EUROSTAT und der OECD veröffentlicht wurde.

Verwandte Informationen

Programme

Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben