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Industrielle Abwasser recyceln

Papierherstellung kann Wasser verschmutzen. Um dieses Grundproblem anzugehen, wurde im Rahmen eines Innovationsprojekts eine neue Technologie - Wasserrecycling durch Abwasserverdampfung - validiert, die sich sowohl für die Industrie als auch die Umwelt als sehr vorteilhaft erw...
Papierherstellung kann Wasser verschmutzen. Um dieses Grundproblem anzugehen, wurde im Rahmen eines Innovationsprojekts eine neue Technologie - Wasserrecycling durch Abwasserverdampfung - validiert, die sich sowohl für die Industrie als auch die Umwelt als sehr vorteilhaft erweisen könnte.



Hintergrund


Riesige Mengen Süßwasser werden durch die Verarbeitungsprozesse der Papierindustrie verschmutzt. Das Wasser wird örtlichen Flüssen oder Seen entnommen und als Abwasser zurückgeleitet. Die Folge ist Wasserverschmutzung. Wasser aus Industrieabwasser durch Verdampfung zu trennen, ist die beste Methode zur Lösung dieses Problems. Denn das Wasser kann danach recycelt und mehrmals wiederverwendet werden, ohne daß sich unerwünschte Feststoffe im System ablagern.



Allerdings treten zahlreiche technische und wirtschaftliche Probleme auf, wenn konventionelle Verdampfungsausrüstung eingesetzt wird: hohe Investitionskosten und hoher Energieverbrauch, Korrosion und Kesselsteinbildung. In Finnland wurde ein neues Verdampfungsgerät konzipiert, das diese negativen Nebeneffekte beseitigt. Es beruht auf der Idee, als Wärmeübertragungsflächen dünne Kunststoffblätter anstatt Metallplatten zu verwenden, eine Innovation, die den Bau großer korrosions-resistenter Wärmetauscher zu niedrigen Kosten erlaubte.




Beschreibung, Wirkung und Ergebnisse


Um diese europäische Erfindung kommerziell umfassend zu verwerten, mußte die Zuverlässigkeit der Ausrüstung in ständigem Betrieb im Rahmen eines großangelegten Tests vor Ort in einer Papierfabrik validiert werden. Dies war das Hauptziel der Projekts ,,Bleach plant effluent treatment via a low-cost evaporator" des Innovationsprogramms der Europäischen Kommission. Weitere Zielsetzungen waren Design-Optimierung und Entwicklung eines Systems zur Verhinderung von Oxalatablagerungen im Gerät.



Das Projekt wurde bereits nach drei Jahren, ein Jahr früher als geplant, abgeschlossen, und als Früchte der geleisteten Arbeit wurden in der Zwischenzeit drei Patente angemeldet. Darüber hinaus hat es schon zum Verkauf der Ausrüstung beitragen können: Derzeit sind zehn verschiedene Anwendungen in sieben Ländern weltweit im Einsatz.



Wasserrecycling durch Abwasserverdampfung könnte weitreichende Folgen für Wirtschaft und Umwelt haben. Ähnliche Anwendungen zur Aufbereitung von Ableitungen sind in nahezu allen größeren Industrien zu finden. Für die kommenden zehn Jahre wird das Potential weltweit auf mindestens 15 Milliarden geschätzt. Die Aufbereitung von Meerwasser oder sogar Abwasser zu Trinkwasser könnte für diese innovative Technologie einen riesigen Markt öffnen. Andere Spin-offs sind derzeit im Gespräch, und ein finnisches Entwicklungsprojekt hat bereits damit begonnen, die Kapazität des neuen Verdampfers auszubauen.




Organisation der Partnerschaft


Das Projektteam stand unter der Leitung von Hadwaco Ltd Oy, dem finnischen Entwickler und Hersteller des neuen Verdampfers. Kenntnisse in Polymertechnologie steuerte die Technische Universität Helsinki (Finnland) bei, Wirkstoffe gegen Kesselsteinbildung das niederländische Chemieunternehmen Nalco Europe. Der verwendete Kunststoff stammte von Dow Chemical (Spanien) und wurde von Ab Rani Plast Oy (Finnland), einem Unternehmen für die Verarbeitung von Kunststoffschichten, verarbeitet. Der Versuch selbst fand in der schwedischen Zellstoff- und Papierfabrik Stora Paperboard AB (zur Zeit Stora Enso) statt. Druckverlust und andere Betriebsparameter im Zusammenhang mit dem Wärmetauscher wurden von der finnischen Beratungsfirma Chemitech Consulting Oy berechnet.

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