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Generaldirektion Unternehmen

Am 1. Januar 2000 trat die neue Generaldirektion Unternehmen in Kraft. In ihr sind die ehemalige Generaldirektion Industrie (ex-GD III) und die für kleinere Unternehmen und Dienste verantwortliche Generaldirektion (ex-GD XXIII) mit der Direktion Innovation zusammengefaßt, die ...
Am 1. Januar 2000 trat die neue Generaldirektion Unternehmen in Kraft. In ihr sind die ehemalige Generaldirektion Industrie (ex-GD III) und die für kleinere Unternehmen und Dienste verantwortliche Generaldirektion (ex-GD XXIII) mit der Direktion Innovation zusammengefaßt, die zuvor gemeinsam mit der Direktion Informationsgesellschaft und Telekommunikation zur alten Generaldirektion XIII gehörte.
Der Umstrukturierung lag die Idee zugrunde, Politiken zusammenzufassen, die alle Unternehmen betreffen, um diese bei der Schaffung von Arbeitsplätzen zu unterstützen.
Die Fusion wird zu einem Abbau von 20 Prozent des Personals auf allen Ebenen führen. Das entspricht der allgemeinen Reformpolitik der Kommission Prodi.
Der neue Einsatzauftrag der Generaldirektion Unternehmen stellt die oft als "Jobmaschine" bezeichneten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ins Zentrum der Unternehmenspolitik.
"Die Mission der Generaldirektion Unternehmen besteht darin, Rahmenbedingungen für europäische Unternehmen zu schaffen, unter denen sie ihr Potential als treibende Kraft für das Wirtschaftswachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen in der Europäischen Union voll ausschöpfen können."
"Die Mission richtet sich an alle Unternehmen ungeachtet ihrer Größe, ihres Sektors oder ihrer Organisation, legt ihren Schwerpunkt jedoch auf die kleinen und mittleren Unternehmen, welche die breite Mehrheit der Unternehmen in der Union ausmachen."
Dr. Olli Rehn, Leiter des Kabinetts des Kommissars für Unternehmen Erkki Liikanen, erläuterte die Veränderungen kürzlich vor Vertretern des Europäischen Parlaments. Er sagte, die Umstrukturierung spiegele eine "umfassende, aber gezielte Vorgehensweise" wider, welche die Ursachen für "Europas wohlbekannte Unfähigkeit zur Schaffung von Arbeitsplätzen" ins Auge fasse.
Nach Dr. Rehn liegen der Umstrukturierung drei Hauptprinzipien zugrunde. Alle Unternehmen und Industrien werden berücksichtigt; der Schwerpunkt der Unternehmenspolitik liegt künftig jedoch bei den KMU und dem Dienstleistungsgewerbe, welche eigene Direktionen erhalten. Die Rahmenbedingungen für Unternehmen werden durch spezifische Politiken zu allgemeiner und beruflicher Bildung, dem gesetzlichen und rechtlichen Rahmen, Forschung und Innovation und Unternehmensnetze ebenfalls angesprochen.
Die Kommission hat mit ihrer neuen GD Unternehmen Großes vor. Ein neues mehrjähriges Programm für Unternehmen für die Jahre 2000 - 2006 soll erstellt werden, einschließlich zweier gezielter Mitteilungen über Nachunternehmen und allgemeine und berufliche Bildung für Unternehmensgründer. Später in diesem Jahr wird der "Wettbewerbsfähigkeitsbericht 2000" (Competitiveness Report 2000) die maßgeblichen europäischen Politiken untersuchen, von denen Unternehmen betroffen sind, um ein "konkretes politisches Instrument" zur Förderung besserer Rahmenbedingungen für Unternehmen zu schaffen.
Dr. Rehn meint, die erste Herausforderung dieser Berichte sei "die Stärkung der nach wie vor zu schwach ausgeprägten unternehmerischen Kultur Europas. Europa muß seine Einstellung zu Risiko, Gewinn und Scheitern überdenken, um eine wirkliche unternehmerische Kultur zu fördern."
Die zweite Herausforderung besteht darin, die Bürokratie einzuschränken und die Richtlinien so leicht und einfach wie möglich zu gestalten. Dies ist besonders wichtig für KMU, die nicht über das Personal oder die Ressourcen verfügen, sich durch Berge von Papier hindurchzuarbeiten. Dr. Rehn versprach, die neue GD werde "zuerst im Kleinen denken", damit keine unnötigen Belastungen entstehen.
Ein weiteres Thema, mit dem sich die Generaldirektion beschäftigen muß, ist die Notwendigkeit der Beschleunigung der Einführung des E-commerce insbesondere bei KMU. Dr. Rehn sagte, zur Unterstützung derselben sei eine Reihe von Gesetzesinitiativen auf EU-Ebene auf dem Weg, und "ihre schnelle Annahme und Umsetzung sollten Vorrang haben". Die Kommission will den E-commerce außerdem durch die Einführung der Digitalen Initiative fördern.
Eines der Hauptelemente der neuen Generaldirektion Unternehmen ist die Innovationspolitik. Der Entschluß, diesen Bereich mit einzuschließen, ist auf die Notwendigkeit gegründet, Innovation mit Unternehmen und Unternehmertum zu verbinden, damit die Schaffung von Arbeitsplätzen angeregt wird und die Unternehmen erfolgreich und wettbewerbsfähig bleiben.
Ein Vertreter der Direktion Innovation sagte: "Da wir immer noch einen Teil des Fünften Rahmenprogramms bilden, haben wir den Kontakt zur Forschung nicht abgebrochen. Innovation ist jedoch vor allem Sache des Unternehmens."
"Dies ist sinnvoll, da ein großer Teil der Innovationshindernisse nicht unbedingt technischer Natur ist. Oft hängen sie mit Finanzen oder geistigen Eigentumsrechten zusammen, so daß die größten Probleme auf seiten der Unternehmen liegen."
Die Umstrukturierung hat auch zu einem Wechsel des Personals geführt. Fabio Colosanti übernimmt das Amt des Generaldirektors der Generaldirektion Unternehmen. Er war bisher stellvertretender Leiter des Kabinetts von Prodi und davor in der Generaldirektion Haushalt tätig. Magnus Lemmel, der ehemalige stellvertretende Generaldirektor der GD Industrie, ist nun als stellvertretender Generaldirektor für die Direktionen für KMU, Innovation und den gemeinsamen Markt verantwortlich. Der ehemalige Direktor für Industriepolitik in der GD III Jörn Keck dagegen ist der für Dienstleistungen, Umweltaspekte, Konformität und Normung verantwortliche stellvertretende Generaldirektor.
Innerhalb der neuen GD gibt es insgesamt sieben Direktionen. Ihre vollständigen Namen lauten:
- Direktion A - Unternehmenspolitik
- Direktion B - Förderung von Unternehmensgründern und KMU
- Direktion C - Innovation
- Direktion D - Dienstleistungen, Handel und Tourismus
- Direktion E - Umweltaspekte der Unternehmenspolitik, ressourcenbezogene und spezifische Industrien
- Direktion F - Gemeinsamer Markt, Rechtsrahmen, Industrien unter vertikalen Rechtsvorschriften
- Direktion G - Konformität und Normung, neue Vorgehensweise, Industrien unter der neuen Vorgehensweise

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