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Globaler Rahmen für die Authentifizierung im elektronischen Handel

Eine hochrangige Expertengruppe mit Vertretern der Europäischen Kommission ist am 9. und 10. Dezember in der Zentrale der Internationalen Organisation für Fernmeldewesen (ITU) zusammengekommen, um die ordnungspolitischen, technischen und juristischen Hemmnisse bei der internat...
Eine hochrangige Expertengruppe mit Vertretern der Europäischen Kommission ist am 9. und 10. Dezember in der Zentrale der Internationalen Organisation für Fernmeldewesen (ITU) zusammengekommen, um die ordnungspolitischen, technischen und juristischen Hemmnisse bei der internationalen Nutzung von Authentifizierungstechniken zu diskutieren.
Die Gruppe verabschiedete eine Reihe von Empfehlungen für Bereiche, in denen die ITU eine hilfreiche Rolle bei der Überwindung dieser Hemmnisse spielen würde. Diese Empfehlungen werden dem Vorstand der ITU bei seiner nächsten Zusammenkunft im Juli 2000 vorgelegt.
"Wir sind der Ansicht, daß die ITU mit ihrer einzigartigen Sachkenntnis und ihrer Erfahrung aus der engen Zusammenarbeit mit der Industrie die idealen Voraussetzungen mitbringt, um die Erleichterung der elektronischen Authentifizierung zu unterstützen und einen globalen Dialog über Authentifizierungsmaßnahmen und -probleme zu fördern", sagte der Vorsitzende der Versammlung Fred Cate, Professor für Recht und Leiter des Instituts für Informationsrecht und Handel an der Indiana University School of Law.
Die ITU beabsichtigt, ein Modell zu finden und zu entwickeln, das als Grundlage für die länderübergreifende Authentifizierung dienen soll. Die Gruppe war sich darin einig, daß die ITU freiwillige statt obligatorische Vorgehensweisen fördern und sich auf Bereiche konzentrieren sollte, in denen ein internationaler Dialog erforderlich ist.
Marktgestützte Initiativen und Normen privater Vereinbarungen zur Authentifizierung sollten unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Entwicklungsländern und sozialer und kultureller Belange gefördert werden.
Für die zukünftige Entwicklung des elektronischen Handels wird der Aufbau einer Vertrauensbasis entscheidend sein. Dazu gehört das Vertrauen, daß Online-Einkäufe, Geldüberweisungen und Geschäftsabschlüsse ebenso Gültigkeit haben wie die traditionellen Aktivitäten. Um das zu erreichen, müssen diese Transaktionen über ein länderübergreifend anerkanntes System der Authentifizierung abgesichert werden.
Einzelne Länder haben bereits Rechtsvorschriften über elektronische Unterschriften verabschiedet, und in vielen anderen Ländern einschließlich der EU werden sie ernsthaft in Erwägung gezogen. Aufgrund der globalen Natur des Internet ist eine Zusammenarbeit zwischen Regierung und Industrie zur Harmonisierung nationaler Vorgehensweisen für die Authentifizierung unbedingt erforderlich.
"Der elektronische Handel hat ein Stadium erreicht, in dem eine Einigung auf internationale Vorgehensweisen in den Bereichen elektronische Unterschriften und Authentifizierung von großer Wichtigkeit ist, da wir sonst Gefahr laufen, daß grundlegend unterschiedliche Normen über den Begriff einer "Unterschrift" oder über die Gültigkeit von Bescheinigungen unter verschiedenen Gerichtsbarkeiten entwickelt werden," sagte Cate.
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