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Parlament unterstützt "Frauen und Wissenschaft"

Das Europäische Parlament hat sich mit überwältigender Mehrheit für die Aufforderung der sozialistischen britischen MdEP Eryl McNally ausgesprochen, die Mitteilung der Europäischen Kommission zum Thema "Frauen und Wissenschaft - Mobilisierung der Frauen zur Bereicherung der eu...
Das Europäische Parlament hat sich mit überwältigender Mehrheit für die Aufforderung der sozialistischen britischen MdEP Eryl McNally ausgesprochen, die Mitteilung der Europäischen Kommission zum Thema "Frauen und Wissenschaft - Mobilisierung der Frauen zur Bereicherung der europäischen Forschung" zu unterstützen.
In dem Kommissionspapier wird das Problem der Unterrepräsentierung von Frauen in der Wissenschaft hervorgehoben und es werden verschiedene Zielsetzungen vorgeschlagen, darunter verstärkte Diskussionen und Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedsländern bezüglich der Verbesserung der Beteiligung der Frauen an der Wissenschaft sowie Verstärkung der Beteiligung von Frauen an Forschungsprojekten der Gemeinschaft während des Fünften Rahmenprogramms.
Die Mitteilung entstand im Jahre 1997 als Initiative der Kommission in Vorbereitung auf das Fünfte Rahmenprogramm. Im Jahre 1999 begrüßte der Ministerrat die Mitteilung und ihre Ziele. Sie wurde dann an den Ausschuß des Europäischen Parlaments für die Rechte der Frau und Chancengleichheit, der Frau Mc Nally zur Berichterstatterin ernannte, und den Ausschuß für Industrie, Außenhandel, Forschung und Energie weitergeleitet, um deren Meinung dazu zu hören.
Frau McNallys Bericht erhielt am 3. Februar 2000 die Zustimmung von über 90 Prozent der abgegebenen Stimmen, und die britische MdEP ist, wie berichtet wird, sehr glücklich über das Ergebnis.
In dem Bericht heißt es: "Da EU-Forschung zugunsten aller Bürger Europas betrieben wird, und zwar einschließlich der Frauen, müssen Anstrengungen zur Erfüllung ihrer Wünsche und Prioritäten unternommen werden."
Studien zur Geschlechterfrage, die häufig im Laufe des Fünften Rahmenprogramms von der Kommission durchgeführt werden, werden während der Planungsphase des Sechsten Rahmenprogramms "von unschätzbarem Wert" sein, so der Bericht. Die Verbesserung der Präsenz von Frauen wird ein "hervorragendes Beispiel für die Durchsetzung der Chancengleichheit der Geschlechter in der Arbeit der EU auf einem Gebiet sein, auf dem die Frauen traditionell unterrepräsentiert waren", so weiter im Text. Zudem wird die Verpflichtung der EU bezüglich des Konzeptes der Chancengleichheit betont.
Der Bericht betont auch die Zugewinne an Wettbewerbsfähigkeit, die durch eine Verbesserung der weiblichen Präsenz in den Wissenschaften erzielt werden könnten, warnt aber zugleich, daß, "wenn die Informationsgesellschaft sich wie erwartet stark entwickeln wird, die Frauen mit den notwendigen Qualifikationen ausgestattet werden müssen".
Die Mitgliedstaaten und die beitrittswilligen Länder sollten ermutigt werden, bestmögliche Verfahren zur Verbesserung des Frauenanteils in der Forschung und zum Erkennen der Barrieren, denen sich Wissenschaftlerinnen gegenübersehen, zu entwickeln, so der Bericht. Um dies zu erreichen, sollen Vergleiche angestellt werden, um die Wirksamkeit der unterschiedlichen Maßnahmen, die in verschiedenen Ländern angewandt werden, zu bewerten.
Die Schaffung von Netzwerken von Wissenschaftlerinnen, wie sie im Rahmen der Konferenz der Europäischen Kommission zum Thema "Frauen und Wissenschaft" im Jahre 1999 ins Auge gefaßt wurde, soll ebenfalls unterstützt werden. Insbesondere soll jedoch die Einrichtung einer Datenbank von Expertinnen auf europäischer Ebene gefördert werden. Diese soll dazu dienen, die Wahrnehmung des Potentials von weiblichem Fachwissen zu erhöhen und es einem weiten Interessentenkreis zugänglich zu machen.
In seiner Stellungnahme sagt der Forschungsausschuß: "Es ist einmütiger politischer Wille der EU, daß Frauen in der Wissenschaft eine größere Rolle spielen sollen: Alle, das Parlament, der Rat, die Kommission und die nationalen Parlamente und Regierungen stimmen in diesem Punkt überein."
Der Ausschuß für die Rechte der Frau und Chancengleichheit bemerkte: "Die Schärfung des Profils der Frauen in der Forschung muß als ein Markstein für die Förderung von Frauen in allen anderen Bereichen des sozialen und politischen Lebens betrachtet werden."

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