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EU-Datenbank für chemische Stoffe legt den Standard fest

Die International Uniform Chemical Information Database (IUCLID) hat sich europaweit als wertvolles Instrument zur Bewertung der Gefährlichkeit chemischer Stoffe bewährt. Das IUCLID-Format wird nun auch in den USA eingeführt und scheint internationaler Standard für die Sammlun...
Die International Uniform Chemical Information Database (IUCLID) hat sich europaweit als wertvolles Instrument zur Bewertung der Gefährlichkeit chemischer Stoffe bewährt. Das IUCLID-Format wird nun auch in den USA eingeführt und scheint internationaler Standard für die Sammlung von Daten zu werden.



Hintergrund


Die Bewertung der Gefahren in Zusammenhang mit chemischen Stoffen ist ein Schlüsselelement sowohl europäischer als auch internationaler Umweltschutzpolitiken. In Europa schreibt die Gesetzgebung eine Risikobewertung nicht nur für neue Chemikalien vor, sondern auch für bereits bestehende Stoffe, die in der EU produziert oder dorthin importiert werden sollen. Die Hersteller und Importeure bereits entwickelter Chemikalien müssen daher einer zentralen Sammelstelle, dem European Chemicals Bureau (ECB), die Informationen liefern, die für eine exakte Risikobewertung erforderlich sind. Zur Behandlung der Daten hat das ECB, das Teil des Instituts für Gesundheit und Verbraucherschutz der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission ist, die benutzerfreundliche Datenbank IUCLID geschaffen, die auf verschiedenen Servern bzw. einzelnen PCs eingesetzt werden kann.




Beschreibung, Wirkung und Ergebnisse


Die Entwicklung von IUCLID geht auf das Jahr 1993 zurück und war von einer engen Zusammenarbeit zwischen dem ECB und der europäischen Chemieindustrie geprägt. IUCLID ist nun in allen Mitgliedstaaten im Einsatz und wird regelmäßig von 200 großen Chemieunternehmen genutzt. Bis Oktober 1999 wurden nahezu 30 000 Dossiers über Chemikalien angelegt. Es liegt allerdings auf der Hand, daß Marktinformationen und Verfahrensmethodologien aus kommerziellen Gründen vertraulich behandelt werden. Dennoch wurden nicht-kommerzielle Informationen über 1 408 Stoffe per CD-ROM öffentlich verfügbar gemacht. Diese Substanzen fallen unter die Kategorie der Chemikalien, die in großen Mengen, d.h. über 1 000 Tonnen jährlich pro Einzelhersteller, produziert werden. Als solche sind sie für Umweltschutzgruppen und Gesetzesorgane von besonderem Interesse. Eine aktualisierte CD mit Informationen über 2 593 Chemikalien wird im Februar 2000 verfügbar sein. Um noch mehr Inhalte der Datenbank zu veröffentlichen, war die Arbeit hauptsächlich darauf ausgerichtet, IUCLID Anfang des nächsten Jahres auf dem Internet zugänglich zu machen. Eine Demonstrationsversion kann gegenwärtig unter http://ecb.ei.jrc.it./iuclidv3- demo heruntergeladen werden.



Abgesehen von der europäischen Zusammenarbeit hat sich das ECB unlängst auch darum bemüht, im Rahmen dieses Projekts auf internationaler Ebene tätig zu werden. Genauso wie ihre europäischen Gegenspieler muß die Chemieindustrie der USA Daten sammeln, und deshalb hat die amerikanische Umweltagentur (EPA) nun das IUCLID-Format eingeführt. Der International Council of Chemical Associations (ICCA), der Vereinigungen wie den Rat der europäischen Chemieindustrie (CEFIC), den American Chemical Manufacturers (CMA) und den Verband der japanischen Chemieindustrie (CMA) umfaßt, haben ebenfalls beschlossen, IUCLID für die Sammlung und den Austausch von Daten zwischen den weltgrößten Chemieunternehmen zu benutzen. Auf der Sitzung der OECD-Task-Force on Existing Chemicals, die im Oktober in Paris stattgefunden hat, wurde die IUCLID-Datenbank als das System anerkannt, das im Rahmen des OECD-Programms ,,Existing Chemicals" eingesetzt wird.



Aufgrund der jüngsten Entscheidungen der OECD-Mitgliedstaaten und der ICCA wurde IUCLID de facto Standard für die Sammlung und den Austausch von Daten über bereits bestehende Chemikalien in diesen Ländern, und zwar sowohl was internationale Zusammenarbeit als auch nationale Programme betrifft.




Organisation der Partnerschaft


IUCLID wird im Rahmen eines OECD-Programms, das vom ECB im Namen der Europäischen Kommission durchführt wird, weiterentwickelt. Finanziert wird das Projekt von der Kommission, der Chemieindustrie der EU und dem CMA; Finanzspritzen für seine Weiterentwicklung werden auch von drei japanischen Regierungsstellen kommen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem ECB und dem japanischen Industrie- und Handelsministerium hat bereits begonnen.

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