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Den Nutzen der Biodiversität entdecken

Das vor kurzem abgeschlossene ,,Biodepth"-Projekt untersuchte den Einfluß des Verlusts der Biodiversität auf Grasland in Europa. Aus der beispiellosen ökologischen Studie ging hervor, daß ein Rückgang der Pflanzenvielfalt zu einer geringeren Produktivität des Landes führt. Bio...
Das vor kurzem abgeschlossene ,,Biodepth"-Projekt untersuchte den Einfluß des Verlusts der Biodiversität auf Grasland in Europa. Aus der beispiellosen ökologischen Studie ging hervor, daß ein Rückgang der Pflanzenvielfalt zu einer geringeren Produktivität des Landes führt. Biodiversität muß wiederhergestellt und erhalten werden, um die Produktivität des Agrarlands aufrechtzuerhalten und den Gebrauch von Düngemitteln und Pestiziden einzudämmen.



Hintergrund


Viele Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Zahl und Vielfalt dieser lebenden Ressourcen, die Biodiversität der Erde, sind aufgrund der Umweltverschmutzung und Zerstörung von Lebensräumen drastisch gesunken. Eine Möglichkeit, den Erhalt zu unterstützen und zum Schutz der Pflanzenvielfalt beizutragen, besteht darin, zu untersuchen, was verloren ginge, wenn verschiedene Spezies tatsächlich verschwänden.



Im Rahmen eines EU-geförderten Forschungsprojekts wurde vor kurzem nachgewiesen, welche Folgen mit dem Rückgang von Spezies und Pflanzenarten auf Grasland -über 50% des Ackerlands in der EU - verbunden wären. Das Projekt hat gezeigt, daß durch den Verlust an Bioverdiversität die Produktivität von Weideland und damit auch die Menge erzeugter Trockenmasse verringert wird. Pflanzengemeinschaften mit rückläufiger Biodiversität können auf eine verminderte Qualität des Grundwassers, Unkrautvermehrung und Angriffe durch Unkrautvertilgungsmittel und Pflanzenschädlinge erheblich empfindlicher reagieren. Das dreijährige Projekt ,,Biodepth" (Bio-Diversity and Ecological Processes in Terrestrial Herbaceous Ecoystems) war Teil des Programms Umwelt und Klima unter dem RP4.




Beschreibung, Wirkung und Ergebnisse


Das Projekt Biodepth simulierte den welt- und europaweiten Rückgang der Pflanzenvielfalt. Kleine Parzellen (ca. 500) wurden als Modelle für Weideland-Ökosysteme geschaffen. Jede Art von Vegetation wurde entfernt, und das Stück wurde mit Gräsern, Gemüsen und Kräuter neu besät. Zahl (und Typ) der Pflanzenspezies wurden an verschiedenen Standorten verringert, um den graduellen Verlust von Biodiversität auf Weideflächen darzustellen. Die Parzellen wurden überwacht, Pflanzenproduktivität, Atmung, Zersetzung sowie Nährstoff- und Wasserretention im Boden gemessen. Die europaweite Durchführung des standardisierten Experiments machte Biodepth zur international größten Studie über die Funktionsweise von Biodiversität und Ökosystem.



Das Projekt stellte fest, daß die Auswirkungen eines Verlusts der Biodiversität in europäischen Grasflächen zu einem Rückgang der Pflanzenproduktivität, niedrigerem Nährstoffrecycling und geringerer Retention (mit der Folge einer Verminderung der Grundwasserqualität) führten. Eine rückläufige Biodiversität bedeutet auch mehr Unkraut und Schädlinge sowie Veränderungen der im Boden lebenden wirbellosen Tiere, die für die Chemie des Bodens und die Energieerneuerung entscheidend sind. Solche Ergebnisse haben praktische Auswirkungen auf das Managment von Weideland im allgemeinen und liefern den wissenschaftlichen Beweis, daß es sinnvoll ist, die Pflanzenvielfalt zu bewahren.Größere Biodiversität scheint möglicherweise mit dem eingeschränkten Gebrauch von Dünger und Pestiziden zusammenzuhängen. Bei Biosystemen von größerer Vielfalt, die an sich schon produktiver sind, ist Dünger weniger erforderlich, und auch Pestizide sind nicht unbedingt notwendig, da in artenreichen Systemen mehr Insekten leben.




Organisation der Partnerschaft


Im Projekt Biodepth arbeiten rund 50 Umweltwissenschaftler von 11 Universitäten aus acht europäischen Ländern zusammen. Feldversuche wurden an Standorten in Deutschland, Griechenland, Irland, Portugal, Schweden, in der Schweiz und dem Vereinigten Königreich, die Modellierungsstudien in Frankreich durchgeführt.

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Umweltschutz
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