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Schmerzbelastetes Arbeiten ist für alle Beteiligten teuer

Erkrankungen des Muskel- und Knochenapparates kosten die EU-Mitgliedsstaaten unter Umständen bis zu 2% ihres Bruttoinlandsprodukts, heißt es in einem Bericht der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Und die Tendenz sei steigend.
Die Europä...
Erkrankungen des Muskel- und Knochenapparates kosten die EU-Mitgliedsstaaten unter Umständen bis zu 2% ihres Bruttoinlandsprodukts, heißt es in einem Bericht der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Und die Tendenz sei steigend.
Die Europäer leiden zunehmend an arbeitsbedingten Erkrankungen im Nacken- und Armbereich, wie beispielsweise "dem RSI-Syndrom", so die Schlußfolgerung der von der Agentur auf Anfrage der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Studie.
Diese Erkrankungen sind in den verschiedenen Ländern Europas zwar unterschiedlich stark ausgeprägt, doch die Studie konnte Schlüsselfaktoren herausarbeiten, durch die sich das Risiko einer Erkrankung der Arbeitnehmer im Nacken- und Armbereich erhöht. Dazu zählen schlechte Haltung, stark repetitive Bewegungsabläufe, Arbeiten mit starker Belastung der Hand oder Hand-Arm-Vibration. Weitere Faktoren sind kalte Arbeitsumgebungen sowie die Arbeitszeiten und die Wahrnehmung der Arbeitnehmer hinsichtlich ihres Arbeitsplatzes.
Die Autoren der Studie vertreten die Ansicht, mit ihren Ergebnissen genügend Anhaltspunkte geben zu können, um am stärksten gefährdete Arbeitnehmer zu erkennen und entsprechend schützen zu können. Dies könne mit Hilfe einer EU-Gesetzgebung zur Gefahreneinschätzung, Gesundheitsüberwachung und Arbeitnehmeraufklärung zum Training, zu ergonomischen Arbeitssystemen und zur Vermeidung von Ermüdungserscheinungen erreicht werden. Die Veröffentlichung schließt sich an die im Februar gestartete Kampagne der Agentur zur Reduzierung von Erkrankungen im Nacken- und Armbereich an.
Der am 29. Februar 2000 veröffentlichte Bericht kann unter folgender Internetadresse heruntergeladen werden:
URL: http://agency.osha.eu.int/rsinews/
Gleichzeitig hat die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz einen zugehörigen Bericht mit dem Titel "Repetitive Strain Injuries" ("Das RSI-Syndrom") in den EU-Mitgliedsstaaten veröffentlicht. Er basiert auf den Ergebnissen einer Umfrage und gibt einen Überblick darüber, wie verschiedene europäische Länder das RSI-Syndrom definieren und bewerten und welche Maßnahmen dagegen ergriffen werden. Der Agentur zufolge zeigt der Bericht, daß "es in den verschiedenen Mitgliedstaaten große Unterschiede bei der Erhebung und Verfügbarkeit von Daten gibt und daß bislang keine gemeinsame Definition des RSI-Syndroms vorliegt".

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