Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

EUA-Experten stellen aktuelle Methoden in den Umweltwissenschaften in Frage

Ein neuer, unlängst von der Europäischen Umweltagentur veröffentlichter Bericht stellt die Art und Weise in Frage, in der wir unsere Umweltprobleme lösen.
"Die Einbindung aller Beteiligten" sei der Schlüssel zum Umgang mit Umweltproblemen, so die Autoren des Berichts "Informat...
Ein neuer, unlängst von der Europäischen Umweltagentur veröffentlichter Bericht stellt die Art und Weise in Frage, in der wir unsere Umweltprobleme lösen.
"Die Einbindung aller Beteiligten" sei der Schlüssel zum Umgang mit Umweltproblemen, so die Autoren des Berichts "Information tools for environmental policy conditions of complexity" (Informationswerkzeuge für komplexe umweltpolitische Bedingungen).
Von der Demontage der Ölplattformen bis hin zur Klimaveränderung seien die Fakten vage, die Werte umstritten, stehe viel auf dem Spiel und müßten dringende Entscheidungen getroffen werden, so die Forscher.
"Die Experten können zu keiner umweltpolitischen Lösung gelangen, wenn sie die Probleme in gewohnter Weise angehen, weil diese Probleme viel zu komplex sind."
Wenn jemand versuche, zwischen Parteien mit ganz unterschiedlichen Interessen eine Einigung herbeizuführen, "dann sollte derjenige auch wissen, daß die Vielfalt und möglichen Konflikte kein unglücklicher Zufall sind, der durch bessere Natur- oder Sozialwissenschaft behoben werden kann, sondern daß diese vielmehr das Wesen des komplexen Systems ausmachen", so die Autoren weiter.
Sie kritisieren traditionelle akademische Theorien, wonach Umweltprobleme nur durch ausgewiesenes Fachwissen zu lösen sind und argumentieren, daß "es für die meisten Probleme in der Praxis mehrere plausible Antworten, und auf viele Probleme überhaupt keine Antwort gibt."
Als Alternative empfehlen die Autoren eine Reihe anderer Herangehensweisen zur Eingrenzung und Lösung von Problemen. Dazu zählen eine Vielzahl von Aspekten und Indikatoren, der Einsatz von Mehrfachkriterien und die Einbindung der Beteiligten.
"Da Nachhaltigkeit keine rein physikalische Eigenschaft einfacher technologischer Systeme ist, muß nun daran gearbeitet werden, die Perspektiven dieses Berichts in die Praxis umzusetzen", so die Europäische Umweltagentur.

Fachgebiete

Umweltschutz
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben