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Sicherheit von Verbrauchsgütern

Die GFS entwickelt eine Datenbank über die Sicherheit von Verbrauchsgütern, die zu einer effizienteren Kommunikation zwischen Analysten für Produktsicherheit und den einschlägigen Institutionen in ganz Europa beitragen soll.



Hintergrund


Es besteht kein Zweifel darüb...
Die GFS entwickelt eine Datenbank über die Sicherheit von Verbrauchsgütern, die zu einer effizienteren Kommunikation zwischen Analysten für Produktsicherheit und den einschlägigen Institutionen in ganz Europa beitragen soll.



Hintergrund


Es besteht kein Zweifel darüber, dass Verbrauchsgüter dank EU-Gesetzgebung über Sicherheitsstandards und Forderungen seitens der Verbraucher nach mehr Schutz und Herstellerverantwortung für Produktmängel heute weitaus sicherer sind als in der Vergangenheit. Obwohl die Gesetzgebung zur Beseitigung zahlreicher gefährlicher Bestandteile aus Verbrauchsgütern geführt hat, stellt sich dennoch die Frage, wie der EU-Bürger sicher sein kann, dass die zum Verkauf freigegebenen Produkte den aktuellsten Sicherheitsstandards entsprechen. Einerseits sind lokale Handelsnormungsinstitute ausschlaggebend, um eine normengerechte Produktsicherheit zu gewährleisten, andererseits sind aber auch eine zentrale Registrierstelle und Tests durch unabhängige, qualifizierte Sachverständige vonnöten. Das Schlüsselwort heißt unabhängig. Nur qualifiziertes Personal von Organisationen, die keine bestimmten Interessen verfolgen, ist in der Lage, die Sicherheit von Produkten zur Zufriedenheit der einzelnen Mitgliedstaaten zu bewerten - willkürliche, negative Beurteilungen könnten zu Handelsstreitigkeiten führen. Ein solches Register würde sicherstellen, dass sicherheitsrelevante Informationen schnell übermittelt und Doppeltests vermieden würden. Genau dieses Ziel hat sich die Gemeinsame Forschungsstelle (GFS) der Europäischen Kommission gesetzt.



Das Institut für Messungen und Referenzmaterialien der GFS in Geel (Belgien) hat eng mit der Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz zusammengearbeitet, um eine solche Datenbank zu errichten. Der erste Schritt bestand darin, eine europaweite Liste einschlägiger Experten aufzustellen, die in der Lage sind, die Gefährlichkeit von Produkten zu bewerten. Im Laufe der Zeit haben die Forderungen seitens der einschlägigen Industrie, Gesetzgeber und beteiligten Experten dazu geführt, dass die Datenbank vergrößert und auch Informationen über die Produkte selbst aufgenommen wurden.




Beschreibung, Wirkung und Ergebnisse


Die derzeitigen Arbeiten in Zusammenhang mit der Datenbank über die Sicherheit von Verbrauchsgütern konzentrieren sich auf eine umfassende Überarbeitung der Software und Aktualisierung der Daten. Neben Detailinformationen über Vorgehensweise und Fachgebiete der Experten wird die aktualisierte Datenbank zahlreiche Produktdefinitionen und -angaben enthalten, die auf internationalen Klassifizierungsstandards beruhen. Ziel ist, die Informationen als Thesaurus zu benutzen, der auch Synonyme und Suchfunktionen sowie eine Klassifizierung nach Gefährlichkeit umfasst. Die drei Hauptsektionen der Datenbank sind miteinander verknüpft und ermöglichen dem Benutzer, ein bestimmtes Forschungsinstitut in der Datenbank zu suchen, um beispielsweise Informationen über sein Fachgebiet, über alle Produkte, mit denen es sich befasst hat, und deren Gefährlichkeit zu erhalten. Die Datenbank wird in Kürze im Internet verfügbar sein.



Die Daten können in jeder beliebigen Sprache abgefasst sein. Zu Beginn wird der Schwerpunkt auf Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch liegen, später können noch andere Sprachen hinzukommen. Das Projektteam stößt hier allerdings auf ein Problem, da die Glossare nicht in allen Sprachen vollständig sind. Die Projektteilnehmer werden am Anfang zwar maschinelle, von der hauseigenen Übersetzungssoftware der Kommission gefertigte Übersetzungen verwenden, beabsichtigen aber, auf der Website eine Feedback-Seite einzurichten, über die Netzwerkbenutzer in der EU auf Fehler oder ungebräuchlichen lokalen Sprachgebrauch hinweisen können. Die erste Version der interaktiven Seite dürfte seit Anfang 2000 verfügbar sein.



Im vergangenen Jahr wurde viel Zeit darauf verwendet, die Errichtung der Datenbank bekannt zu machen. Die Forscher der GFS sind der Meinung, dass die Site nur dann wirklich interaktiv genutzt wird, wenn die Experten wissen, dass sie existiert, ihren Zweck begreifen, und erkennen, wie sie selbst einen wichtigen Beitrag zu ihrem späteren Erfolg leisten und von ihrem Gebrauch profitieren können. Zu diesem Zweck hat das Datenbankteam zahlreiche Artikel in anerkannten Zeitungen veröffentlicht und auf großen Konferenzen Vorträge über Produktsicherheit und Risikobewertung gehalten.




Organisation der Partnerschaft


Die GFS ist nicht die einzige Organisation, die Datenbanken über Produktsicherheit formalisieren will. Zur Vermeidung von Doppelarbeit ist die Datenbank so strukturiert, dass sie mit anderen Datenbanken wie der von der Weltgesundheitsorganisationen und den Vereinten Nationen entwickelten ICD-10 Datenbank oder dem NEISS- (National Electronical Injury Surveillance System)Verzeichnis, das vom dem US-Ausschuss für die Sicherheit von Verbrauchsgütern verwaltet wird, kompatibel ist. Auf ihrer Rundreise und ihren Konferenzbesuchen in Europa sind die Forscher mit Stipendiaten zusammengetroffen, die in ähnlichen Bereichen arbeiten, und prüfen derzeit mögliche Synergien, die sich aus Partnerschaften ergeben könnten. Die Forscher betonen, dass Experten für Produktsicherheit und offizielle Behörden zu den Hauptbenutzern ihrer Datenbank gehören werden. Die Datenbank wird ein Instrument für Kommunikation und Feedback sein, und wenn sie sich als solches bewährt hat, werden die größten Partner auch die Hauptbenutzer sein.

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