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Visualisierung von Informationen im IST-Programm

Die Anforderungen und Möglichkeiten der Forschung und technologischen Entwicklung bezüglich der Visualisierung von Informationen (InfoVis) im Rahmen des IST-Programms wurden kürzlich von einer Gruppe bestehend aus 40 Fachleuten anläßlich der Vorbereitung der Aufnahme des Thema...
Die Anforderungen und Möglichkeiten der Forschung und technologischen Entwicklung bezüglich der Visualisierung von Informationen (InfoVis) im Rahmen des IST-Programms wurden kürzlich von einer Gruppe bestehend aus 40 Fachleuten anläßlich der Vorbereitung der Aufnahme des Themas "InfoVis" in die für Juli vorgesehene vierte Runde der IST-Vorschläge ausführlich erörtert.
Die Visualisierung im wissenschaftlich-technischen Bereich hat in den vergangenen zehn Jahren enorme Fortschritte gemacht. So können Chirurgen komplizierte Operationen unter Anwendung erweiterter Realität (augmented reality) durchführen und es können drei- und vierdimensionale Abbildungen bei der Wettervorhersage eingesetzt werden. Das IST-Programm fördert aktiv die Forschung zur Beschleunigung und Ausweitung des Einflusses dieser neuen Techniken sowie zur Erhöhung der Akzeptanz derselben innerhalb der EU.
Die Sprecher machten deutlich, wie Forscher mit modernen Computern Visualisierungstechniken einsetzen können, um große Multimedia-Datensätze mit Hilfe von Verfahren, die früher als undurchführbar oder unmöglich galten, interaktiver und benutzerfreundlicher zu gestalten.
Noch vor zehn Jahren war die Computervisualisierung eine komplexe Angelegenheit, für die oft Supercomputer und Hochleitungsnetze erforderlich waren. Heute werden die Barrieren hinsichtlich hoher Leistung, Geschwindigkeit und Kosten immer mehr aus dem Weg geräumt, und Computergrafiken erfreuen sich überall großer Beliebtheit, bei Kinderspielen ebenso wie in Hollywoodfilmen.
Unter wissenschaftlicher Visualisierung versteht man die graphische Wiedergabe von Daten, um sie so besser verstehen und Erkenntnisse gewinnen zu können. Mit ihrer Hilfe können wissenschaftliche, technische und medizinische Phänomene auf bisher nicht mögliche Arten untersucht werden.
Sie ermöglicht den Anwendern, eine große Menge von Daten in einem Bild zusammenzufassen, neue Beziehungen zwischen unterschiedlichen Größen zu erkennen und die Daten selektiv und interaktiv in Echtzeit einzusehen.
Die Visualisierung von Informationen ist eine viel jüngere Entwicklung als die wissenschaftliche Visualisierung. Sie wurde von Keith Andrews von der Technischen Universität Graz als neue Art der Darstellung von Datenräumen und Datenstrukturen wie z.B. Websites oder Netzen definiert, welche die rasche Aufnahme und das rasche Verstehen seitens der Anwender erleichtert.
Mit ihrer Hilfe können große Datenmengen schnell und leicht verständlich auf graphische Weise dargestellt werden. Zur Zeit werden verschiedene Ansätze der Visualisierung für die unterschiedlichen Informationsklassen wie zum Beispiel Daten in linearer (wie in Tabellen), hierarchischer (wie in einem Thesaurus) oder vielleicht in Netzwerkform (wie Hypermediaknoten) untersucht.
Auf dem Workshop wurden neue Trends im Bereich der Visualisierung durch Computergraphiken diskutiert, insbesondere die wissenschaftliche Visualisierung zum besseren Verständnis wissenschaftlicher und technischer Daten und die Visualisierung von Informationen zur Kartierung des Cyberspace und zum Informationsretrieval.
Die Teilnehmer zeigten auf, daß die wissenschaftliche Visualisierung nun einem breiteren Anwenderkreis zugänglich ist und über Hochleistungs-Tools wie z.B. virtuelle und erweiterte Realität verfügt. Sie kamen zu dem Schluß, daß es nun, nachdem viele bedeutende Erfolge im Bereich der Computergraphik und der Bildbearbeitung erzielt worden seien, darauf ankomme, sich auf die Semantik, Interaktivität und Anwendbarkeit der Abbildungen zu konzentrieren.
Sie wiesen darauf hin, daß es in den "exakten" Wissenschaften, dem Ingenieurwesen, der Biomedizin und virtuellen Laboratorien wichtige potentielle Anwendungsmöglichkeiten gebe. Die Visualisierung von Informationen - die Navigation durch das Cyberspace - ist eine neue Disziplin, die laut Aussage von Fachleuten für die Navigation im World Wide Web wie auch in Datenbanken von Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein wird.
Man war sich darüber einig, daß für die Ausarbeitung neuer Metaphern zur Visualisierung von Informationen ein erheblicher Forschungsaufwand erforderlich ist. Aktuelle Beispiele hierfür sind Bäume, Kugeln, Städte und Aktenschränke.
Im Juli 2000 wird im Rahmen des IST-Programms ein diesbezüglicher Aufruf zur Vorschlagseinreichung unter dem Handlungsschwerpunkt "Multimedia-Inhalte und -Tools" unter besonderer Berücksichtigung des Zugangs zu und der Filterung von Informationen ergehen.

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