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Öffentliches Konsortium leitet die Endstufe der Sequenzierung des menschlichen Genoms ein

Nunmehr ist die Endstufe des Humangenomprojekts, einer internationalen Anstrengung zur Entschlüsselung der drei Millionen Codes, aus denen das menschliche Erbgut besteht, auf den Weg gebracht worden. "Dieser Meilenstein kennzeichnet den Übergang von der Anfangsstufe, in der ei...
Nunmehr ist die Endstufe des Humangenomprojekts, einer internationalen Anstrengung zur Entschlüsselung der drei Millionen Codes, aus denen das menschliche Erbgut besteht, auf den Weg gebracht worden. "Dieser Meilenstein kennzeichnet den Übergang von der Anfangsstufe, in der ein "Arbeitsentwurf" für menschliche DNS entwickelt wurde, bis hin zur Endstufe, in der die vollständige und "fertiggestellte" Sequenz hergestellt wird", so das Sanger Centre, Vereinigtes Königreich.
Am 9. Mai begannen 16 Genomzentren aus den USA, der EU, Japan und China auf der ganzen Welt offiziell mit der zweiten Stufe des Humangenomprojektes.
In nur 14 Monaten haben die Forscher Unmengen von Daten zu den meisten menschlichen Chromosomen zusammengetragen. Die übrigen verbleibenden Informationen dieser Zentren werden im Laufe des nächsten Monats in öffentliche Datenbanken gestellt, und bis Mitte Juni, so schätzen die Wissenschaftler, werden in diesen Datenbanken zum menschlichen Genom pro Minute über 10.000 DNS-Buchstaben abgelegt.
Die Forscher stehen nun vor der Aufgabe, eine "fertiggestellte" Sequenz des menschlichen Genoms zu erstellen, die Lücken in der Sequenz zu füllen und die Genauigkeit der Gesamtsequenz auf 99,99 Prozent zu steigern.
Während die Forscher mit der vorläufigen Sequenz, die in der ersten Projektstufe erstellt wurde, die meisten menschlichen Gene bestimmen können, weist die Sequenz selbst noch immer Lücken und Unklarheiten auf. Dennoch ist der Arbeitsentwurf von Nutzen. Anhand der Anordnung der bisher gewonnenen Daten ergibt sich für die Wissenschaftler eine grobe Karte von der menschlichen DNS. Diese wird der Humangenetik als eine ständige Informationsquelle dienen, die zur Erforschung der Aufgaben der einzelnen Gene genutzt werden kann.
"Es ist atemberaubend, die DNS-Sequenzen von Anfang bis Ende um die menschlichen Chromosomen herum angeordnet zu sehen", so der Leiter des Genome Sequencing Centre der Washington University in St. Louis, Missouri, Dr. Robert Waterston. "Die zusammengetragenen Einzelteile haben sich zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Jetzt machen wir uns daran, die noch verbleibenden Lücken zu schließen."
"Es sind gewaltige Forschritte bei der Sequenzierung der menschlichen DNS erzielt worden", sagte der Leiter des Zentrums für Genomforschung des Whitehead Instituts in Cambridge, Massachusetts, Dr. Eric S. Lander. Die Fortschritte, die bei der Automation, Informatik und Organisation in den verschiedenen Zentren erzielt wurden, haben zusammen das Tempo des Projektes beschleunigt", fügte er hinzu.
Der "Arbeitsentwurf" der menschlichen DNS-Sequenz steht Wissenschaftlern auf der ganzen Welt kostenlos zur Verfügung. Forscher aus Industrie, Lehre und kommerziellen Datenbankunternehmen, die Informationsdienste für Biotechnologen anbieten, suchen die Informationen täglich ab.
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