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Europäischer Business-Gipfel

Die Diskussion über einen Nutzen der Innovation für Europa ist vorbei - jetzt stellt sich die Frage, wie und was getan werden muß. Das ist genau der Punkt, an dem der anstehende europäische Business-Gipfel, der vom 9. bis 11. Juni in Brüssel stattfindet, ansetzt.
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Die Diskussion über einen Nutzen der Innovation für Europa ist vorbei - jetzt stellt sich die Frage, wie und was getan werden muß. Das ist genau der Punkt, an dem der anstehende europäische Business-Gipfel, der vom 9. bis 11. Juni in Brüssel stattfindet, ansetzt.
Zu der Konferenz, auf deren Teilnehmerliste bereits die Namen hochrangiger Vertreter aus den verschiedensten Bereichen stehen, werden 1.500 Entscheidungsträger aus den Bereichen Unternehmen und Politik erwartet, um zu schauen, wie ein gemeinsames Vorgehen in bezug auf Innovation Europa nach vorn bringen kann. Insbesondere erhofft man sich im Rahmen der Konferenz Wege ausfindig zu machen, wie die beiden Bereiche Unternehmen und Politik besser zusammenarbeiten können.
Da Innovationen zunehmend Einfluß auf mehr als nur auf die Art Geschäfte zu machen ausüben, besteht für Regierungen und Politiker die Notwendigkeit, an der Lenkung dieses Prozesses teilzunehmen. Das bedeutet, daß die Gelegenheit ergriffen werden muß, zurückzuschreiten und zu bewerten, welches die besten Möglichkeiten und welches die größten Herausforderungen sind, die die neue Unternehmensumgebung bietet. Im Einklang damit wurde eine der Passagen zur Erläuterung des Zwecks der Konferenz vom Präsidenten der Europäischen Kommission, Romano Prodi, herangezogen, in der die Auswirkung auf die zukünftige Entwicklung Europas diskutiert wird.
"Um das Problem der Arbeitslosigkeit anzugehen und die Zukunft nachfolgender Generationen wirklich zu beeinflussen, müssen makroökonomische politische Maßnahmen von einer gleichermaßen weitsichtigen Auswahl mikroökonomischer Maßnahmen gestützt werden", sagte er. "Diese Auswahl an Maßnahmen muß vor allem zusätzliche spezifische Anstrengungen in den Bereichen Ausbildung sämtlicher Humanressourcen, Erhöhung der Investitionen in Forschung und Entwicklung und Entwicklung einer Informationsgesellschaft enthalten."
Die Konferenz wird aus zwei Plenarsitzungen und zwölf Workshops bestehen. Auf der Rednerliste stehen bemerkenswerte Namen aus dem Bereich der Wirtschaft, so z.B. Steve Ballmer, Unternehmensleiter und Generaldirektor (CEO) von Microsoft, sowie Georges Jacobs, Vorsitzender der UNICE, dem Dachverband der Europäischen Industrie- und Arbeitgeberverbände. Die Europäische Kommission hat der Veranstaltung eindeutig eine große Priorität eingeräumt. Erkki Liikanen, Kommissar für Unternehmen und die Informationsgesellschaft, wird von mindestens sieben weiteren Kommissaren sowie dem Präsidenten der Kommission, Romano Prodi, begleitet - und das alles für die Dauer einer Wochenendkonferenz. Der belgische Premierminister Guy Verhofstadt wird ebenfalls teilnehmen.
Im Vorfeld der Konferenz hat UNICE einen Bericht herausgegeben, der deutlich macht, daß Europa unter einem "Innovationsdefizit" leidet - genau das Thema soll im Rahmen der Konferenz angegangen werden. Europa sieht bei der Entwicklung neuer Produkte und deren schnellen Vermarktung im Vergleich zu den USA und Japan schlecht aus. Das ist einer der Gründe weshalb UNICE, eine Organisation, die mehr als 16 Millionen europäische Unternehmen repräsentiert, ein so großes Interesse an der Konferenz hat (der Verband der belgischen Industrie organisiert die Konferenz unter der Schirmherrschaft von UNICE).
Das größte Interesse konzentriert sich darauf, welche Richtung Europa nach dem Lissabon-Gipfel einschlägt. Diese neue Konferenz, die so kurz nach dem Gipfel von Lissabon stattfindet und an der einige der bedeutendsten Repräsentanten verschiedener Gebiete teilnehmen, spiegelt das Bewußtsein wider, daß es sich beim Thema Innovation um einen sich schnell entwickelnden Bereich handelt. Während Lissabon den Impuls gegeben und, wie viele sagten, das Thema Innovation wieder auf die Tagesordnung gebracht hat, ist es nun Aufgabe des europäischen Business-Gipfels, einige dieser Absichten umzusetzen.
Es werden jedoch Warnungen von Personen in verantwortlichen Positionen laut, daß der europäische Business-Gipfel nicht so sehr eine Gelegenheit zum Voranbringen der Innovation in Europa darstellt, sondern vielmehr eine Verpflichtung dazu. Der Vorsitzende von UNICE, Georges Jacobs, sagte, daß die EU noch weiter hinter ihre ohnehin schon zurückliegende Position, wie im UNICE-Bericht dargestellt, zurückfallen könnte, wenn nicht sowohl die Regierungen als auch die Unternehmen die Innovation in Europa schnellstens fördern. Dies beinhalte mehr Unterstützung für Unternehmensgründungen, Reduzierung des Bürokratismus, den Unternehmer durchwandern müssen, und Förderung der Gewährleistung eines Rechtsrahmens, in dem es sich einfacher arbeiten läßt.
Auch die Finanzierung bleibt ein Bereich mit Bedarf an gründlicher Überprüfung, da der Zugang zu einer angemessenen Finanzierung in der entsprechenden Phase eines innovativen Projekts manchmal nur schwer sichergestellt werden kann. Zu den weiteren auf der Konferenz zu diskutierenden Themen gehören geistige Eigentumsrechte (und wie die Haltung Europas dazu harmonisiert werden kann), Bereitstellung eines angemessenen Benchmarkings und Verringerung der Entwicklungskosten.
Der Fortschritt bezüglich dieser Themen ist das, was letztendlich die wirklichen Schlagzeilen machen wird.
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