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Niederländischer Chemiker gewinnt renommierten Wissenschaftspreis

In Anerkennung seiner Arbeit auf dem Gebiet der organischen Synthese von Biomolekülen wurde der niederländische Chemiker Professor Jacques van Boom mit dem Akzo Nobel Science Award ausgezeichnet. Der Ausschuß der Holländischen Gesellschaft der Wissenschaften wird am 31. Oktobe...
In Anerkennung seiner Arbeit auf dem Gebiet der organischen Synthese von Biomolekülen wurde der niederländische Chemiker Professor Jacques van Boom mit dem Akzo Nobel Science Award ausgezeichnet. Der Ausschuß der Holländischen Gesellschaft der Wissenschaften wird am 31. Oktober 2000 den mit 45.000 Euro dotierten Preis im Rahmen eines Festaktes an den Professor überreichen.
Damit feiert man auch das dreißigjährige Bestehen dieses Wissenschaftspreises, der jährlich von dem multinationalen, auf den Gebieten Pharmazie, Beschichtungen und Chemikalien tätigen Unternehmen Akzo Nobel vergeben wird. Eine unabhängige Jury, die abwechselnd in den Niederlanden und in Schweden tagt, hat den Professor aus einer Fülle hervorragender Wissenschaftler aus aller Welt ausgewählt. "Er ist ein Wissenschaftler von internationalem Rang auf dem Gebiet der organischen Synthese von Biomolekülen und einer der hervorragendsten Chemiker der Niederlande", erklärte die Jury.
Der Professor, dessen Qualitäten als Lehrer und Wissenschaftler durch die Bildung einer ganzen Schule, der sogenannten "Van Boom-Chemie", Anerkennung fanden, ist hocherfreut, den Preis zu erhalten. "Ich bin sehr glücklich", äußerte er gegenüber CORDIS-Nachrichten. "Ich bin 63 Jahre alt, und es ist schön, Anerkennung für meine Arbeit zu bekommen." Weiß er schon, was er mit dem Preisgeld anfangen möchte? "Nun, es ist eine persönliche Auszeichnung; ich denke noch darüber nach", strahlt er.
Eventuell möchte der Professor einen Teil seines Gewinns wieder in seine Forschungsarbeiten zurückfließen lassen, obwohl er bereits erfolgreich Mittel aus dem Fünften FTE-Rahmenprogramm der Europäischen Kommission beschaffen konnte, um seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der Synthese komplexer Biomoleküle fortzusetzen. Das Forschungsteam des Professors mit Sitz an der Universität Leiden in den Niederlanden ist Teil eines Konsortiums, zu dem Partner aus dem Vereinigten Königreich, Schweden, Finnland, Deutschland und Frankreich gehören und das durch das Programm "Lebensqualität" finanziert werden soll. Den Schwerpunkt der Arbeiten des Teams bilden Nukleinsäuren und Kohlehydrate. Nach Ansicht der Jury des Akzo Nobel-Preises stellen diese Arbeiten einen beträchtlichen Fortschritt in bezug auf das Verständnis der DNS dar.
Professor van Boom möchte junge Forscher zur Arbeit auf diesem Gebiet anregen. "Die Biomolekülforschung liefert Mittel zur Lösung von Problemen der organischen Chemie, was vor allem im Zusammenhang mit dem unmittelbar bevorstehenden Abschluß des Humangenomprojekts von Interesse ist", erklärt er. Er unterstützt außerdem das Konzept eines "Europäischen Forschungsraumes", so wie vom Europäischen Forschungskommissar Philippe Busquin vorgeschlagen. Das Konzept der Mobilisierung wissenschaftlicher Talente und Ressourcen in ganz Europa, welches das Kernprinzip der Philosophie eines Europäischen Forschungsraumes bildet, sei eine "hervorragende Idee", so Professor van Boom. "Die Arbeit mit jungen Leuten aus ganz Europa schafft eine fruchtbare und nette Atmosphäre - und Sie können dabei auch noch verschiedene Sprachen lernen. Es gibt beträchtliche Unterschiede hinsichtlich des Bildungsniveaus bei Studenten verschiedener Nationalitäten, die aber überwunden werden können", fügt er hinzu.

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